# 2 Programmauftrag > Page ID: 431620258 | Parent: TAF-TAP-TSI-Programmakte --- Anhand dieses Programmauftrages arbeiten die Mitwirkenden des Programms TAF/TAP TSI auf die Einführung zu. Es bildet die Grundlage für die Steuerung durch das Programm. 2Gliederung* Bearbeitungsstatus ## Bearbeitungsstatus | | Status | GreenFertig | | Bearbeiter*in |   | | Letzte abgestimmte Version (Versionsnummer) | 44 | | Erläuterung Abstimmung (z.B. Gremium, Protokoll) | Bestätigt durch Auftraggeber am   und Solution Steuerung am ## 2.1 Einleitung TAF/TAP TSI steht für „Telematics Applications for Freight and Passenger Services Technical Specifications for Interoperability“. Dabei handelt es sich um europäische Standards, die die Interoperabilität und den Datenaustausch im Schienenverkehr verbessern sollen. Die DB InfraGO AG (InfraGO) muss im Zusammenspiel mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen auf Grundlage zweier EU-Verordnungen (1305/2014 TAF TSI und 454/2011 TAP TSI) die Steuerung des Zugbetriebs sowie Planungen und Anmeldungen von Zugfahrten standardisieren und digitalisieren. Hierfür wird die InfraGO die technischen Protokolle der „Telematic Applications Freight Services” (TAF) und „Telematics Applications Passenger Services” (TAP) mit den „Technical Specifications for Interoperability relating to Telematics Applications for Freight and Passenger Services“ (TSI), kurz TAF/TAP TSI (TTT) implementieren. Die InfraGO hat nach Inkrafttreten der EU-Verordnungen 2014 eine Nutzung von TTT im Fahrplan-jahr (FplJ 2017/2018) angekündigt. Bis 2024 wurde die Inbetriebnahme allerdings bereits 4-mal verschoben, bevor im Produktionsboard am 04.09.2024 eine erneute Verschiebung beschlossen werden musste. Die daraufhin eingesetzte Task Force hat im Produktionsboard am 30.10.2024 eine Neuplanung und Restrukturierung der Arbeiten und Verantwortlichkeiten vorgestellt, die eine Inbetriebnahme von TTT im FplJ 2027 vorsieht. Eine Übersicht des bisherigen Verlaufs aus Marktsicht findet sich auf der DB-externen Seite „DB-WATCH.de". Da die Implementierung der TTT-Funktionalitäten mehrere Geschäftsprozesse und eine Vielzahl von Systemen der DB InfraGO betrifft, braucht es für eine erfolgreiche Einführung eine übergreifende Steuerung. Hierbei kommt es im wesentlichen darauf an, die Abhängigkeiten und Risiken sowie das integrierte Testen über die unterschiedlichen involvierten IT-Umsetzungseinheiten innerhalb der DB InfraGO sicherzustellen. Die Einführung von TAF/TAP TSI (TTT) betrifft die End-2-End-Prozesse - Order-2-Cash O2C - Capacity-2-Schedule C2S - Schedule-2-Operate S2O und damit Kern-Geschäftsprozesse der DB InfraGO Geschäftsbereich Fahrweg. Die IT-Implementierung erfolgt in verschiedenen Umsetzungseinheiten: - Value Team O2C für die Funktionen der Trassenbestellung & -abrechnung - Value Team S2O für die betrieblichen Meldungen - Value Team C2S für die Fahrplanung und Veröffentlichung  (Quelle: https://db-planet.deutschebahn.com/pages/digitale-transformation-db-infrago/apps/content/end-2-end-prozesse-und-unsere-value-teams) ## 2.2 Programmsteckbrief | | Auftraggeber | Robert Arnhold - CIO/CDO der DB InfraGO (I.IVI) | | Lenkungskreis LK | Robert Arnhold (I.IVI) Matthias Feil (I.IBF) Miriam Grafflage (I.IBV) Christoph Koch (I.IBB) Anatol Scholz (I,IBF 1) Bastian Ebinger (I.IVI 4) Heike Sperber (Programmleitung) | | Nutzeneigner | Matthias Feil (I.IBF) Miriam Grafflage (I.IBV) Christoph Koch (I.IBB) | | Programmleitung |   (ab ) | | Zeitleiste und Meilensteine | Zielsetzung ist die Einführung der TTT-Funktionalitäten in den relevanten Systemen für das Fahrplanjahr 2027 | | Bestätigungsdatum Lenkungskreis | geplant für   | | Budgetrahmen / Benötigte Ressourcen | Das Programm TTT beschafft und steuert die Ressourcen auf Ebene des Programms.  Die notwendigen Ressourcen in den verschiedenen IT-Umsetzungseinheiten werden über die jeweiligen Value Teams (VTs) beschafft und gesteuert. Der Ressourcenbedarf auf Programmebene - mit Stand vom   - ist: - Übergreifendes Testmanagement - 5 VZP - PMO Reporting - 1 VZP - PMO Taskforces und übergreifende IT-Themen - 2 VZP - PMO Masterplan und Risikomanagement - 1 VZP - Technische Projektleitung TTT Projekt Netz und GelV - 1 VZP - Technische Unterstützung Fokusgruppe ujBau - 1 VZP - IT-Controlling / Mittelabflusskontrolle und Beauftragungen - 0,2 VZP Der Budgetrahmen für 2025 ist abgesichert, die Hinterlegung der notwenigen Mittel für 2026 ist Bestandteil der laufenden Planungsrunde (PLR25).  Die bisherigen Beauftragungen laufen bis Mitte 2025 und werden gemäß den Erfordernissen kontinuierlich erweitert. | | Strategische Bewertung | Die DB InfraGO hat folgende Vorteile für die Einführung von TTT identifiziert: - Stärkere Wettbewerbsfähigkeit - Grenzüberschreitend eine Identifikation - Einheitlicher Kommunikationsweg für Trasseninformationen - Bessere betriebliche Durchführung - Aktive Mitgestaltung der europäischen Harmonisierung und konsequente Umsetzung der TAF/TAP TSI-Vorgaben für Infrastruktur und Betrieb - Verlässliche Einführung bis 2027 als zentrale Zielsetzung, um nationale und grenzüberschreitende Prozesse vollständig auf die neuen Standards umzustellen - Maximale Transparenz und Begleitung der Marktteilnehmer, durch intensive Information, klare Anleitungen und frühzeitige Einbindung in Umstellungsprozesse - Bereitstellung moderner, intuitiver IT-Lösungen für Trassenanmeldung und Betrieb, um die Prozesseffizienz im Eisenbahnsektor deutlich zu erhöhen - Nachhaltige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs in Europa, durch digitalen, standardisierten und zuverlässigen Datenaustausch. Trotzdem liefert die Einführung von TTT an sich keinen direkten Geschäftsnutzen für die DB InfraGo über die Einhaltung der zugehörigen EU-Verordnungen (1305/2014 TAF TSI und 454/2011 TAP TSI) hinaus. Somit ist TTT eine regulatorische Anforderung aus EU-Verordnungen, die durch die DB InfraGO und allen weiteren Marktteilnehmern entsprechend umgesetzt werden müssen. | | Ziel | Das Programm TAF / TAP TSI der DB InfraGO steuert die Einführung der TAF/TAP TSI Norm für die gesamte Prozesskette von Vertrieb über Fahrplankonstruktion bis hin zu Betrieb aus. Fokus ist hierbei das Sicherstellen der zeitgerechten Einführung der TTT Funktionalitäten durch ein übergreifendes Abhängigkeits- und Risikomanagement sowie das Steuern integrierter Tests innerhalb der DB InfraGO und Koordination entsprechender Tests mit dem Markt. Die eigentliche IT-Implementierung erfolgt in den unterschiedlichen involvierten IT-Umsetzungseinheiten innerhalb der DB InfraGO. | | Nutzen (quantifiziert) | keiner | | Wirtschaftlichkeitsrechnung | nicht anwendbar | | Scope TTT Realisierung in den Umsetzungseinheiten | Der inhaltlich zu realisierende Scope der IT-Umsetzung richtet sich nach - EU Dokumentation - Dokumentation der Schnittstelle des Bestellsystems der DB InfraGO AG für EVU-Systeme Die Implementierung von TTT ist aus Sicht des DB Konzerns insgesamt ein komplexes Unterfangen. Die InfraGO agiert als Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) im Sinne eines Service Providers gegenüber einem Markt von EVU, der diskriminierungsfrei bedient werden muss und zusammen mit den größten EVU der DB (DB Regio, DB Fernverkehr, DB Cargo) etwa 400 Marktteilnehmer umfasst. Da nach Umschaltung auf TTT kein Parallelbetrieb des bisherigen Trassensystems möglich ist, muss InfraGO von Anfang an eine stabile, betriebsfähige Lösung liefern. Innerhalb der InfraGO setzt sich die TTT-Gesamtlösung aus einem Verbund von Systemen zusammen, die über Schnittstellen interagieren und verschiedene Teile der benötigten Leistungsprozesse umsetzen, so dass mehrere Solutions (O2C, C2S, S2O) zusammenarbeiten und eine integrierte Gesamtlösung schaffen müssen. | | In Scope - TTT Solution Steuerung (Programm) | Das TTT-Programm bildet die steuernde Klammer über mehrere IT-Projekte und agile IT-Produktentwicklungen aus den Bereichen Vertrieb (I.IBV), Fahrplan (I.IBF) und Betrieb (I.IBB) für die TTT-relevanten Aspekte. Die Umsetzung von TAF/TAP TSI wird vor allem aus 3 Solution Value Teams getragen: - Das VT Order2Cash organisiert Prozessabläufe und Systeme an der Kundenschnittstelle. - Das VT Capacity2Schedule steht für Kapazitätsmanagement und Fahrplan. - Das VT Schedule2Operate steht für den Eisenbahnbetrieb der InfraGO. Scope TTT Solution Steuerung (Programm) - Integrierte Gesamtplanung über die beteiligten IT-Projekte und agilen IT-Umsetzungsorganisationen hinweg (basierend auf Projekt- / Produktplanung) insbesondere Abhängigkeitsmanagement​ - Integrierte Testplanung (Ende-zu-Ende, E2E) und Durchführung InfraGO mit Markt​ - Integrierte Releaseplanung InfraGO mit Fokus Markttests (basierend auf Projekt / Solution Plan)​ - Integrierter Einführungsplanung DB InfraGO (basierend auf Projekt / Solution Plan)​ - Kommunikation mit dem Markt​ - Übergreifende Umsetzungsüberwachung und Berichterstattung​ - Übergreifendes Risikomanagement (Zeit / Scope / Qualität)​ - Koordination und Nachhalten von TTT-spezifischen fachlichen Klärungen zwischen DB InfraGO und dem Markt sowie Nat. / Internat. Gremien​ - Budget- und Ressourcensteuerung für Programmteam | | Out of Scope - TTT Solution Steuerung (Programm) | - Budgetmanagement der IT-Projekte / agilen IT-Umsetzungsorganisationen je Value Team​ - Ressourcensteuerung der IT-Projekte / agilen IT-Umsetzungsorganisationen je Value Team​ - Anforderungs- & Scopemanagement der IT-Projekte und IT-Produktentwicklungen je Value Team​ - Fachliches Veränderungsmanagement (Prozesse, Schulung, Mitbestimmung u.a.)​ - Herstellung Betriebsbereitschaft der IT-Projekte und IT-Produktentwicklungen je Value Team​ - Zeitgerechte und qualitative Lieferung der IT-Projekte und IT-Produktentwicklungen je Value Team | | Programmorganigramm | siehe | | Beteiligte u. Ressourcen (Stakeholders) | - "Markt" - EVU als Kunden der DB InfraGO - DB Konzern, da die Einführung als ein zentrales Digitalisierungsvorhaben eingestuft ist - Fachbereiche der DB InfraGo: - Vertrieb - Fahrplan - Betrieb - Value Teams und agile Produktorganisationen: - Das VT Order2Cash organisiert Prozessabläufe und Systeme an der Kundenschnittstelle. - Das VT Capacity2Schedule steht für Kapazitätsmanagement und Fahrplan. - Das VT Schedule2Operate steht für den Eisenbahnbetrieb der InfraGO. - CIO/CDO Bereich der DB InfraGo Fahrweg - Sekundärasset Verantwortliche - CISO und IT-Governance | | Lieferobjekte | - Integrierter Gesamtplan für die Umsetzung und Einführung von TTT (siehe ) - Risikoreporting und Mitigationsmaßnahmen (siehe ) - Testkonzept und Testplan (siehe ) | | Chancen | Umsetzung von TTT schafft Grundlage für fachliche Weiterentwicklung in Bezug auf Prozessvereinfachung und Prozessdigitalisierung vor allem im Bereich Fahrplan. | | Risiken | Die kritischsten Risiken des Programms sind unten aufgelistet.  Die Gesamtsicht auf alle Risiken, die die Einführung TTT betreffen, werden in Jira kontinuierlich aktualisiert, siehe . | | Abhängigkeiten | - EVUen im Markt müssen ihre Prozesse insb. zur Bestellung zeitlich passend umstellen - siehe Risiko - Abhängigkeiten zu anderen Programmen und Projekten insb. in Bezug auf Ressourcenverfügbarkeit (z. B. .B. Annex VII, SB², ujBau) - siehe Risiko ## Wichtigste Programmrisiken - Stand   | | Schlüssel | Zusammenfassung | Beschreibung | | TTTSOL-52 | Unrealistische Go-Live-Entscheidung für Fpl27 gefährdet Betrieb | Start von TTT zum FplJ 2027 kann nicht innerhalb der geplanten Parameter und Prämissen umgesetzt werden, mit teils gravierenden Folgen bzgl. Kosten und Reputation für den gesamten DB-Konzern. Sofern eine Go-Live-Entscheidung auf Basis falscher Annahmen, fehlerhafter Informationen und unrealistischer Prognosen unumkehrbar getroffen wird, können sich daraus massive betriebliche Risiken für die Beauftragung und Disponierbarkeit von Trassen ergeben.  | | TTTSOL-51 | Rückstand bei funktionalen Anforderungen gefährdet planmäßige Inbetriebnahme | Ein Umsetzungsstand hinter Plan bei funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen erhöht das Risiko, die Inbetriebnahme nicht wie geplant durchführen zu können. Es drohen wirtschaftliche Nachteile und Reputationsschäden durch weitere Verschiebungen. | | TTTSOL-50 | Budgetrisiken gefährden zeit- und qualitätsgerechte Umsetzung von TTT | Unvorhergesehene Budgetreduktionen können die zeit- und qualitätsgerechte Umsetzung von TTT erheblich beeinträchtigen. Aktuell wird unter der Annahme geplant, dass die Teams konstant bleiben, aber bei Preissteigerung und optimistisch gleichbleibendem Budget ist diese Annahme nicht haltbar. | | TTTSOL-49 | Unzureichendes Abhängigkeitsmanagement führt zu Fehlplanungen und Verzögerungen | Fehlendes Verständnis und unzureichende Steuerung der Abhängigkeiten können zu Fehlplanungen und weiteren Verzögerungen führen.  | | TTTSOL-48 | Unzureichende Operationalisierung der vereinbarten Priorisierung führt zu Ressourcenengpässen und gefährdet die Einführung zum Fpl27 | Konkurrenz um begrenzte Ressourcen kann zu Verzögerungen und ineffizienten Arbeitsprozessen führen. Die aktuelle Priorisierung von TTT vor anderen kritischen Themen (Annex VII, KaZu Novum..) ist nicht ausreichend ausgesteuert um das Ziel der Einführung für Fpl27 zu erreichen. | | TTTSOL-47 | Mangelnde Qualitätssicherung gefährdet den zweckmäßigen Einsatz der Lösung mit wirtschaftlichen und regulatorischen Folgen | Ohne ausreichende Verifikation und Qualitätssicherung der Gesamtlösung ist der zweckmäßige Einsatz gefährdet, mit potentiell gravierenden wirtschaftlichen und ggf. regulatorischen Folgen | | TTTSOL-44 | Überplanung im Bereich ujBau gefährden Programmziel und operatives Geschäft nach einer potentiellen Einführung | In der Railmap Planung vom 23.4.2025 sind 110 Jobsize Capabilities (Annahme 8Jobsize ~ 1 Team für ein PI) nicht mit Kapazität hinterlegt bzw. nicht eingeplant. Dazu gehören u.a. Enabler zur Sicherstellung der Inbetriebnahme neuer Tools. Der Priorisierungskonflikt zwischen Enabler, die TTT relevant sind, um die notwendigen Tools einzuführen und Fachlichkeit für andere Themen wurde zugunsten der anderen Themen entschieden.  Es besteht das Risiko, dass neue Tools, die für die Einführung TTT zum Fpl27 notwendig sind, nicht eingeführt werden können oder zwar mit bewusster Risikoübernahme eingeführt werden, danach aber nicht stabil betriebsführbar sind und das operative Geschäft dauerhaft behindern. | | TTTSOL-42 | Fehlende fachliche Steuerung der Meilensteine und Intransparenz über fachliche Vollständigkeit der Detaillierung gefährdet das Programmziel | Zur Erreichung von TTT Meilensteinen - insb. im ujBau aber auch im TTT Projekt Netz & GelV - sind Lieferungen mehrerer Teams notwendig. Der Scope ist in Capabilities/Meilensteien übergreifend beschrieben. Die Umsetzung in den Teams erfolgt anhand von Stories. Unzureichende fachliche Steuerung / Scope-Mgmt kann dazu führen, dass zwar die beteiligten Teams ihre geplanten Stories abschließen, die angestrebte Capability oder der angestrebte Meilenstein aber nicht erreicht wird, da der notwendige Scope nur unzureichend heruntergebrochen wurde und unvollständig in den Teams ankam. Aus Programm-Ebene sind solche Unvollständigkeiten erst zu spät - wenn das Ergebnis der Capability / des Meilensteins im anschließenden Systemintegrationstest nicht die nötwendige Qualität hat - sichtbar. Damit ist die notwendige Steuerbarkeit nicht gegeben.