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KNIEPUNKT 041: KI-Cuisine 41 2026-06-07
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Wenn ich mir die Nachrichten dieser Woche ansehe, fühle ich mich wie der Gast in einem Sternerestaurant, bei dem die Tür zur Küche versehentlich offensteht und sehe ein faszinierendes, dampfendes Chaos. In Frankreich baut SoftBank für 75 Milliarden Euro gigantische Rechenzentren. Das sind die neuen, gewaltigen Gasherde unserer digitalen Haute Cuisine, mit denen sich Europa nach Jahren des vorsichtigen Sous-Vide-Garens endlich traut, richtig zu flambieren und sich seinen Platz am Weltmarkt zu sichern. Doch blickt man auf das Personal, wird es wild: Die Qualität der KI-Köche sinkt leider zunehmend dank der halluzinierender KI-Assistenten. Das führt zu dem zweifelhaften Vergnügen der menschlichen (Software-)Tester, immer mehr und dafür immer schlechteren Maschinen-Code bewerten zu müssen. Sie würden wohl am liebsten weinend die Schürze werfen.

Aber auch der Straßenimbiss ist nicht besser, denn draußen wird es wild: Wer sich jetzt in Amerika über zu große KI-Öfen beschwert, wird vom FBI nun hochoffiziell als radikaler Anti-Tech-Extremist beobachtet und als nationale Bedrohung eingestuft. Und während wir noch über ethische Menüfolgen debattieren, stampfen in der Ukraine bereits humanoide Kampfroboter aus amerikanischer Produktion über das reale Schlachtfeld… die wohl dystopischste Form eines autonomen Lieferdienstes.

Wenn sich uns bei diesem Anblick das Essen im Hals stecken bleibt, sollten wir in Notaufnahme aber unbedingt nach der KI fragen. Denn die ist laut einer neuen Studie in der renommierten Fachzeitschrift Science dort einfach besser als der übernächtigte Assistenzarzt mit akutem Blackout. Und das nicht nur in der High-Tech-Notaufnahme in Amerika, sondern bald dank der Gates Foundation auch in Schwellenländern. Auf einmal hat Afrika also nicht nur besseres Handynetz und mobiles Internet als wir, sondern bald vielleicht auch noch die bessere medizinische Versorgung. Aber Vorsicht: Nur zusammen mit dem humanoiden Roboter kann ChatGPT auch den Heimlich-Griff, wenn der Bissen wirklich festsitzt.

Und was machen wir in Deutschland? Wir kümmern uns natürlich um die Rechnung. Oder zumindest um den Bewirtungsbeleg. Denn unser Finanzminister will, dass unsere Finanzbehörden nun endlich flächendeckend KI ausrollen. Ab jetzt lohnt es sich also noch mehr, die Steuerbescheide genau zu prüfen. Sonst könnte dort die eine oder andere algorithmische Halluzination lauern. Aber wer weiß, vielleicht ja auch mal zu unseren Gunsten?

Insgesamt sollten wir gut pusten, bevor wir das zu heiß servierte KI-Menü verspeisen. Der Wandel ist gigantisch, aber er wird uns schmecken, vorausgesetzt, wir schreiben das Rezept selbst.

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