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1.1 Beschreibung der Aufgabenstellung des Projektes
Confluence Page ID: 27525948 Version: 67 Pfad: /pathOS/Start / Vorstudie Bestellsystem/00_Vorstudie Bestellsystem/1 Ziele des Projekts/1.1 Beschreibung der Aufgabenstellung des Projektes Labels:
Problemstellung
Problem 1: Verpflichtende Erfüllung der TAF/TAP TSI im Altsystem nicht umsetzbar
Die DB Netz AG ist verpflichtet, die Vorgaben der EU Komission zur Umsetzung der Technical Specifications for Interoparability (TSI) im Personen- und Güterverkehr umzusetzen. Dabei werden grundlegenden Ãnderungen in der Struktur fachlicher Objekte umgesetzt, die mit dem bislang in TPN zugrunde gelegten Objektmodell nicht vollumfänglich kompatibel sind. Da eine Umwandlung der TAF/TAP-Objekte in TPN-Objekte nicht verlustfrei in beide Richtungen durchführbar ist, ist eine reine Anpassung der bisherigen Systemwelt nicht durchgängig darstellbar.
Problem 2: Kein kundenorientiertes Bestellportal zur Trassenanmeldung vorhanden
Mit TPN bzw. dem Anita-Client hat die DB Netz AG aktuell ein Anmeldeinterface im Angebot, das - neben anderen Funktionalitäten - dem Kunden das Erstellen und Senden seiner Zugfahrtanmeldung gegenüber der DB Netz AG ermöglicht. Im Wesentlichen ist TPN aber das System zur internen Konstruktionssteuerung im Bereich Fahrplan der DB Netz AG und enthält Datenbankelemente, wie etwa ein Auftragsmanagement und eine eigene Kundendatenverwaltung. Der Anita-Client gibt dem Kunden keinerlei Unterstützung, die Planung seiner Zugfahrt im Systemvorzunehmen, weshalb sich über die Initiative Einfachbahn eine Vielzahl unterstützender Produkte etabliert hat, die den Kunden in einzelnen Planungsapekten unterstützen. Dazu müssen allerdings mehrere Tools gesondert aufgerufen werden und redundante Planungsinformationen mehrfach eingegeben werden. Hinzu kommt, dass die Produkte der Einfachbahn vielfach ohne Gewährleistung über die Richtigkeit der angezeigten Daten arbeiten, da es sich hierbei aus Sicht des CIO-Bereichs um nicht-abgestimmte "Schatten-IT" handelt. Aufgrund der Tatsache, dass TPN nicht ausschlieÃlich ein System für den Kunden darstellt, sondern sich das grundlegende Prozessmodell und die Eingabemasken an den internen Prozessen und dem Objektmodell der DB Netz orientieren und die Verantwortung für die Weiterentwicklung dem Bereich Fahrplan obliegt, ist insbesondere der Aspekt der kundenfreundlichen und intuitiven Bedienung erheblich vernachlässigt. Eine unabhängige Weiterentwicklung des Programmteils "Kundenportal" ist aufgrund der engen Verzahnung des Kundenclients mit den internen Funktionen der Konstruktionssteuerung in der Vergangenheit nicht möglich gewesen. Interne und juristische Anforderungen bei der Weiterentwicklung wurden meist stärker gewertet als der Benutzerkomfort in den Bedienkonzepten, weshalb Weiterentwicklungen für den Kunden selten spürbare Qualitätsverbesserungen erzeugen konnten.
Lösungsansatz
Schaffen eines TAF/TAP TSI kompatiblen BestellsystemsÂ
Der Aufbau eines neuen, integrierten Bestellsystems (in diesem Projekt beschrieben) und eines neuen Konstruktionssystems (Projekt BaDiFa/Ablöse RuT-K) gewährleistet, dass TAF/TAP TSI in vollem Umfang unterstützt werden kann und wir als DB NEtz AG von den Neuerungen, die mit TAF/TAP TSI Einzug erhalten, profitieren können. Diese Vorteile sind unter anderem:
- Auf eine einzelne Trassenanmeldung kann künftig mit beliebig vielen, verkehrstagebezogen vollständigen Trassenangeboten geantwortet werden. Bisher haben wir ein 1:1-Verhältnis, dass dazu führt, dass Kunden vom Fahrplankonstrukteur Zeitscheiben für die Anmeldung vorgegeben bekommen, und ggf. entsprechend nachanmelden müssen, nur dass wir ein Angebot erstellen können
- Der Kunde erhält eigene, durchgängige Identifier für Vorgänge und Züge, die die Nachvollziehbarkeit von Vorgängen für uns und Kunden erhöhen und die Bedeutungsüberladung der Zugnummern (künftig: OperationalTrainNumber) reduzieren
- Die DB Netz AG wird als Infrastructure Manager in die Lage versetzt, wahrhaftig netzausgelöst Trassen zu ändern oder zu stornieren Das Bestellsystem besteht in der Kundenwahrnehmung im Wesentlichen aus einem Bestellportal, dass dem Kunden TAF/TAP-kompatible Trassenanmeldungen ermöglicht sowie einer Bestellschnittstelle, aufgebaut als Common Interface im Sinne der RNE, mit dem der TAF/TAP-konforme Nachrichtenaustausch zur Planung von Zugfahrten zwischen EVU und EIU unterstützt wird.
Trennung der Systemverantwortungen Fahrplan <> Vertrieb
Im Fachkonzept FIB ist unter Kapitel 3.2.4 als Element der künftigen IT-Landschaft die zukünftige Verantwortungstrennung zwischen Vertrieb und Fahrplan neu definiert. MaÃgeblich ist, dass Vertriebskanäle klar von Fahrplanung und Auftragsmanagement getrennt existieren sollen. Dies ermöglicht künftig das Kundensystem weitgehend unabhängig von den halbjährlichen Releasezyklen der DaViT-Systemwelt weiterzuentwickeln und auf Anforderungen der Nutzer zügig reagieren zu können. Fachliche Weiterentwicklungen sind zwar weiterhin nicht Fahrplan-unabhängig zu realisieren, die Weiterentwicklung der Benutzeroberflächen, Bedienkonzepte, Einbindung neuer, planungsunterstützender Services und ähnliche Anforderungen können aber in agilen Produktinkrementen nachgepflegt und verbessert werden. Der Kunde nimmt das System damit als zeitgemäÃes IT-System war, das ihn maÃgeblich in der Erledigung seiner eigenen Aufgaben unterstützt. Die enge Verzahnung in TPN zwischen Kundenclient und Konstrukteursclient, also externem und internem System, macht eine solche zeitgemäÃe Weiterentwicklung unmöglich. Durch Auflösung von TPN in seine wesentlichen Kernelemente, kann die Trennung zwischen Vertrieb und Fahrplan aber systemisch realisiert werden. Die Elemente Konstruktionssteuerung und Fahrplan-Auftragsmanagement verbleiben dabei in der Verantwortung des Fahrplans und können dort weiterentwickelt werden. Das Kundendatenmanagement kann bereits heute durch das CRM-Tool bzw. die Schnittstelle KundenDatenVerwaltung des Vertriebs abgebildet werden. Das neue Trassenbestellportal (im Nachfolgenden analog verwendeter Begriff "Bestellportal") ersetzt künftig die Funktionalität "Anita-Client" bzw. "Kundenportal" aus TPN. Das neue Bestellportal kann, dank der Auslösung aus TPN, entsprechend der Anforderung der Kunden gestaltet und entwickelt werden und so ein zeitgemäÃes Interface mit für Kunden effizienten Workflows vereinen. Somit wird der Vorgang der Trassenanmeldung für Kunden maÃgeblich effizienter und einfacher, mit dem Ziel auf Kundenseite zu höherer Zufriedenheit und besserer Wirtschaftlichkeit zu führen.
In Scope
Das Projekt zur Erstellung eines neuen Bestellsystems
- löst die TPN Funktionalität "Anita-Client" bzw. "Kundenportal" ab und stellt hierfür ein neues Bestellportal als Webfrontend bereit.
- löst die bestehenden EVU XML Schnittstellen in den Version 2.0 und 3.0 ab und stellt hierfür ein DB Netz spezifisches Common Interface ("XML-Schnittstelle 4.0") bereit (nicht abwärtskompatibel zu XML Schnittstelle 2.0 und 3.0).
- implementiert das TAF/TAP-TSI-Datenmodell zur Entgegennahme von Trassenanmeldungen in diesem Format.
- implementiert eine Komponente "SteuerungVertriebsAblauf", die unter anderem die Schnittstelle zum Konstruktionssystem bildet ("Trennung Systemverantwortung Fahrplan <> Vertrieb").
- integriert den bestehenden Kanal "Click&Ride", so dass Trassenanmeldungen über diesen Kanal dem zentralen Bestellsystem zugeführt werden.
- bindet die Komponenten des Abrechnungscockpits zur Preisermittlung eines Trassenangebots, sowie die Komponente BelegAnhangArchiv zur Archivierung der Geschäftsbelege über die Komponente "SteuerungVertriebsAblauf" an.
- erstellt eine Komponente, die die Bereitstellung der Trassenanmeldungs-bezogenen Stammdaten für die EVUs ermöglicht.
- implementiert eine API zur Bereitstellung der Bestellsystem-Vorgangsdaten für Reporting-Systeme. Dieser Scope stellt das Minimal Viable Product (MVP) dar.
Out of Scope:
Das Projekt zur Erstellung des neuen Bestellsystems löst nicht das vollständige System TPN ab, sondern lediglich die Teilfunktionalität "B2B-Bestellsystem" (Anita-Client/Kundenportal). Aus diesem Grund liegt die Verantwortlichkeit zur AuÃerbetriebnahme von TPN nicht im Scope des Projekts. Das Projekt beschäftigt sich zudem auch nicht mit den Funktionen und der Ablösung des Systems GFD-Z. Das heiÃt im Einzelnen:
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Das neue Bestellsystem beinhaltet nicht die TPN Funktionalität "KK-Client", also die Funktionalitäten für die Benutzerrollen "Konstrukteur" und "Koordinator". Hierüber wird federführend der Produktionsprozess im Bereich Fahrplan (Konstruktion von Trassen durch Fahrplaner) gesteuert. Die Verantwortung über die Konstruktionssteuerung/Produktionssteuerung liegt in der Domäne Kapazitätsmanagement.
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Das neue Bestellsystem baut kein neues und eigenständiges Kundendatenmanagement auf. Die erforderlichen Capabilities sind im CRM/KDV im Vertrieb bereits in Produktion.
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Das neue Bestellsystem baut keine eigenständige Trassenverwaltung auf. Die Verantwortung über die Trassenverwaltung liegt in der Domäne Kapazitätsmanagement.
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Das neue Bestellsystem baut keinen Service für die Veröffentlichung von Fahrplandokumenten auf. Die Verantwortung für die Veröffentlichung wird in der Domäne Kundenkommunikation und Information in der integrierten Veröffentlichung behandelt, die Verantwortung verbleibt organisatorisch beim Fahrplan.
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Das neue Bestellsystem baut keine eigenständige Benutzerverwaltung auf. Die erforderlichen Capabilities sind in Form von eBRS und iMan bereits produktiv.
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Das neue Bestellsystem baut keine Zugnummernverwaltung/-generator auf. Die Verantwortung über die Zugnummernverwaltung liegt in der Domäne Kapazitätsmanagement.
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Das neue Bestellsystem berücksichtigt zunächst noch keine neuen Produkte aus TTR. Die neue Prozess- und IT-Landschaft zu TTR ist zurzeit nicht hinreichend spezifiziert und kann daher im Rahmen der Konzeptionsphase und Vorstudie und der Kostenschätzung keine Berücksichtigung finden.
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Das neue Bestellsystem berücksichtigt zunächst keine Trassenbestellungen, die auÃerhalb der Infrastruktur der DB Netz AG liegen. Im neuen Bestellsystem werden zunächst nur Trassenbestellungen für die Infrastruktur der DB Netz AG ermöglicht. Internationale Trassenbestellungen sind weiterhin über das System PCS durchzuführen bzw. beim jeweilig national-verantwortlichen EIU zu bestellen.
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Das neue Bestellsystem lässt eine Referenz auf bestehende Rahmenverträge zu, die Neuanmeldung von Rahmenverträgen wird nicht abgedeckt. Neue Rahmenvertragsanmeldungen sind nicht vorgesehen. Es bestehen aber langlaufende Rahmenverträge mit Gültigkeit bis 2031, die weiterhin für Kunden in der Anmeldung zum Netzfahrplan referenzierbar bleiben müssen. Es wird für Kunden keine systemisch unterstützten Funktionen zur Ãnderung von Rahmenverträgen geben.
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Das neue Bestellsystem verantwortet und finanziert keine Anpassungen an bestehenden Business Intelligence (BI) Systemen wie z.B. SAPBINe oder Netzmonitor. Das neue Bestellsystem wird eine API Schnittstelle anbieten, um den Datenbestand des Bestellsystems exportieren zu können. Die Weiterverarbeitung dieser Daten und Aufbereitung in entsprechende Reports durch BI-Systeme liegt nicht in der Verantwortung des Projekts Bestellsystem.
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Das neue Bestellsystem verantwortet nicht die grundsätzliche Analyse und Umsetzung von TAF/TAP-TSI-Anforderungen in der IT-Landschaft der DB Netz AG. Anforderungen durch TAF/TAP-TSI werden durch ein Konzeptionsteam des Ressortbereichs Fahrplan (I.NMF) in das Projekt zur Erstellung eines neuen Bestellsystems eingesteuert. Anzupassende Schnittstellen werden im Rahmen des Projekts identifiziert und im Abhängigkeitsmanagement berücksichtigt. Die Verantwortung zur Berücksichtigung sonstiger TAF/TAP-TSI spezifischer Attribute in der restlichen IT-Landschaft der DB Netz AG, zum Beispiel TAF/TAP-TSI spezifische Anpassung der Abrechnungssysteme oder der Veröffentlichungssysteme, liegen nicht im Scope des Projekts zur Entwicklung eines neuen Bestellsystems.
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Der Aufbau eines Dispatchers zum Routen von Betriebs- und Vertriebsnachrichten zu den jeweiligen Fachbereichen ist nicht Bestandteil des Projekts zur Erstellung eines Bestellsystems.