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regelwerk allgemein allgemein
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regelwerk
betrieblich-technisch
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Richtlinie Bahnbetrieb Signalanlagen bedienen Elektrisch ortsgestellte Weichen 482.8004 Seite 1

Fachautor: I.NBB 43; Thomas Becker; Tel.: 030 297 21464 Gültig ab: 01.04.2021

1 Allgemeines (1) Diese Richtlinie enthält Bestimmungen für das Bedienen elektrisch ortsgestell- ter Weichen im Regel- und Störungsfall. (2) Neben den Regeln in dieser Richtlinie, den Richtlinien für das Überwachen von Ortsstellbereichen, den allgemeinen Bestimmungen für das Bedienen ortsge- stellter Weichen und Gleissperren sind die Regeln zur Ört lichkeit in den örtli- chen Zusätzen zu dieser Richtlinie zu beachten. 2 Einrichtungen (1) Elektrisch ortsgestellte Weichen sind mit folgenden Einrichtungen ausgestattet:

  • Weichensignal
  • Schlagtaster
  • Gleisschaltmittel (2) Für elektrisch ortsgestellte Weiche können folgende Einrichtungen zusätzlich vorhanden sein:
  • Bedientafel
  • Einrichtung zum selbsttätigen Herstellen der Vorzugsstellung,
  • Schlüsseltaster zum Herstellen der Achszählgrundstellung,
  • Schlüsseltaster zum Bedienen der Weichenauffahrtaste,
  • Umstellschutz und
  • Isolierzeichen (Signal Ra 13) können zur besseren Erkennbarkeit der Lage der Gleisschaltmittel in Höhe der Gleisschaltmittel angeordnet sein. (3) An jeder elektrisch ortsgestellten Weiche befindet sich ein Weichensignal in Form eines Lichtsignals. Die Signalbilder der Weichensignale zeigen zusätzlich die Endstellung der elektrisch ortsgestellten Weiche an. Die Weichensignale können über Dämmerungsschalter mit einer automati- schen Tag- / Nachtumschaltung ausgerüstet sein. (4) Schlagtaster können auf dem Weichensignal (Bild 2-1) oder als vorgezogene Bedienstelle eingerichtet sein.

Gültigkeit Örtlichkeit Zusatzeinrich- tungen Weichensignal Tag- / Nach- tumschaltung Schlagtaster * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Elektrisch ortsgestellte Weichen 482.8004 Seite 2

Gültig ab: 01.04.2021 Bild 2-1 Schlagtaster auf dem Weichensignal

(5) Eine vorgezogene Bedienstelle befindet sich in der Regel 20 Meter vor der Spitze einer Weiche und vom Herzstück aus gesehen ist sie spätestens in Höhe des Grenzzeichens angeordnet. Die vorgezogene Bedienstelle kann mit bis zu drei Schlagtastern ausgerüstet sein. Die Schlagtaster befinden sich in drei ver- schiedenen Höhen, so dass eine Bedienung vom Boden, von einem Rangiertritt oder aus dem Fahrzeugfenster aus erfolgen kann (Bild 2-2).

Bild 2-2 Schlagtaster-Anordnung an vorgezogener Bedienstelle

Vorgezogene Bedienstellen können mit Orientierungsschildern ergänzt sein (482.8004A01). An einer vorgezogenen Bedienstelle kann ein Schlagtaster für ein Zielgleis an- geordnet sein. Damit werden alle Weichen bis zum Zielgleis in die erforderliche Stellung gebracht.

vorgezogene Bedienstelle *

Elektrisch ortsgestellte Weichen 482.8004 Seite 3

Gültig ab: 01.04.2021

(6) Gleisschaltmittel bewirken beim Befahren ein Umstellen der Weiche, wenn sie von der Herzstückseite befahren wird und sich nicht bereits in entsprechender Stellung befindet. Die Gleisschaltmittel sind aus Richtung Herzstück etwa 6 Me- ter vor dem Grenzzeichen angeordnet. Gleisschaltmittel werden auch für den Umstellschutz als Achszählpunkt einge- setzt. Die ein- und ausfahrenden Achsen werden gezählt. In dieser Funktion lösen sie keinen Stellbefehl für die Weiche aus. Der Achszählpunkt ist mindestens 14 m vor der Weichenspitze angeordnet. Die mögliche Anordnung von Gleisschaltmitteln zeigen die Bilder 2-3 bis 2-5.

Bild 2-3 Weiche mit vorgezogener Bedienstelle und Achszählpunkten

Bild 2-4 doppelte Kreuzungsweiche mit Achszählpunkten

Gleisschalt- mittel *

Elektrisch ortsgestellte Weichen 482.8004 Seite 4

Gültig ab: 01.04.2021 Bild 2-5 einfache Gleisverbindung mit Achszählpunkten

Hinweis: In einfachen Gleisverbindungen (Bild 2-5) wird meist ein Gleisschalt- mittel für beide Weichen gemeinsam genutzt. (7) Elektrisch ortsgestellte Weichen können mit einem Umstellschutz ausgestattet sein. Der Umstellschutz verhindert das Umstellen einer durch Fahrzeuge be- setzten Weiche und wird durch Achszähler realisiert. Ein Umstellschutz kann für mehrere Weichen eingerichtet sein. Umstellschutzabschnitte können ineinander verschachtelt sein. Ist der Umstellschutz gestört, darf die Weiche mit der Weichenhilfstaste umge- stellt werden. (8) Die Weichenhilfstaste ist seitlich am Weichensignal angebracht (Bild 2- 6) und kann mit dem Schlüssel DB Vierkant bedient werden.

Bild 2-6 Weichensignal mit Weichenhilfstaste

Umstellschutz Weichenhilfs- taste *

Elektrisch ortsgestellte Weichen 482.8004 Seite 5

Gültig ab: 01.04.2021

(9) Für Weichen, bei denen am Weichensignal keine Weichenhilfstaste bzw. keine Taste zur Herstellung der Achszählgrundstellung vorhanden ist, ist zur hilfswei- sen Freimeldung der Achszählkreise und zur Herstellung einer Endstellung ei- ner aufgefahrenen Weiche eine Hilfshandlungstafel vorhanden. (10) Elektrisch ortsgestellte Weichen können eine Vorzugsstellung haben. Befindet sich die Weiche nicht in der Vorzugsstellung, läuft sie nach dem Befahren und einer zusätzlichen Wartezeit selbsttätig wieder in die Vorzugsstellung um. Die Weichensignale von Weichen mit Vorzugsstellung sind durch einen weißen Strich entsprechend der Vorzugsstellung gekennzeichnet (Bild 2-7).

Bild 2-7 elektrisch ortsgestellte Weiche mit Vorzugsstellung

Hinweis: Wird eine Weiche mit Vorzugsstellung hilfsweise frei gemeldet, läuft die Weiche nicht in die Vorzugsstellung. (11) Weichen sind gekoppelt, wenn durch Umstellen einer Weiche die gekoppelte Weiche gleichzeitig mit umgestellt wird. 3 Bedienen (1) Zum Umstellen ein er elektrisch ortsgestellten Weiche ist ein Schlagtaster zu betätigen. (2) An einer vorgezogenen Bedienstelle dürfen v om sich bewegenden Fahrzeug aus ausschließlich der Führerraum- oder der Trittbretttaster (Bild 2-2) bedient werden. Die Geschwindigkeit ist so zu regeln, dass der Schlagtaster sicher be- dient werden kann und das Halten bei nicht umgestellter Weiche möglich ist. Ein Schlagtaster kann auch für ein Zielgleis betätigt werden, dann werden alle elektrisch ortsgestellten Weichen in diesem Fahrweg in die richtige Stellung für diese Fahrt gebracht. (3) Bei elektrisch ortsgestellter doppelter K reuzungsweiche können an einer vor- gezogenen Bedienstelle Doppelschlagtaster angeordnet sein. Einer bringt die hinter dem Herzstück zu befahrenden Zungen und der andere die von der Wei- chenspitze aus zu befahrenden Zungen in die erforderliche Stellung. Die Dop- pelschlagtaster sind entsprechend beschriftet. In Bild 3-1 ist dargestellt, dass Hilfshand- lungstafel Vorzugsstel- lung Gekoppelte Weichen Umstellen mit Schlagtaster Vorgezogene Bedienstelle * * * * * *

Elektrisch ortsgestellte Weichen 482.8004 Seite 6

Gültig ab: 01.04.2021 bei gerader Stellung der elektrisch ortsgestellten doppelten K reuzungsweiche (Richtung B) der zutreffende Schlagtaster des Doppelschlagtaster s zu betäti- gen ist, um in Richtung A fahren zu können.

Bild 3-1 doppelte Kreuzungsweiche mit Doppelschlagtaster

(4) Eine vom Herzstück aus zu befahrene Weiche, wird durch Befahren des Gleis- schaltmittels durch die erste Fahrzeugachse umgestellt, wenn sie nicht schon in der erforderlichen Stellung ist. Für elektrisch ortsgestellte doppelte Kreuzungsweichen ist zum Gleisschaltmit- tel noch ein Schlagtaster zum Stellen der von der Spitze aus zu befahrenen Zungen vorhanden, der bei nicht richtiger Stellung der Zungen zu bedienen ist. In Bild 3-2 ist dargestellt, dass bei gerader Stellung der elektrisch ortsgestellten doppelten Kreuzungsweiche (Richtung B) der Schlagtaster zu betätigen ist, um in Richtung A fahren zu können. Bild 3-2 doppelte Kreuzungsweiche mit Gleisschaltmitteln

Umstellen durch Gleis- schaltmittel * *

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Gültig ab: 01.04.2021 4 Unregelmäßigkeiten (1) Bei Unregelmäßigkeiten ist der Betrieblich örtlich zuständige Mitarbeiter zu ver- ständigen. (2) Eine Störung wird an den Einrichtungen wie folgt angezeigt:

  • Ein Weichensignal zeigt keine eindeutige Stellung der elektrisch ortsgestell- ten Weiche an oder ist dunkel.
  • Eine Weiche reagiert nicht auf einen Stellauftrag, das Weichensignal gibt keine veränderte Stellung der Weiche an. (3) Wenn sich eine elektrisch ortsgestellte Weiche nicht in die gewünschte Stellung bringen lässt, ist der Schlagtaster an der vorgezogenen Bedienstelle oder am Weichensignal wiederholt zu bedienen. (4) Befindet sich die Spitze der Rangierfahrt in Richtung kurz vor dem Herzstück der elektrisch ortsgestellten Weiche und ist erk ennbar, dass der Umstellvor- gang nicht abgeschlossen oder die Weiche gestört ist, ist sofort anzuhalten. Hinweis: Beim Befahren der Weiche in Richtung Herzstück, ist ein Wiederholen der Bedienung nicht möglich. (5) Lässt sich eine Weiche nach wiederholtem Bedienen nicht umstellen, ist fest- zustellen, ob die Weiche frei von Fahrzeugen ist, sie sich in einer Endstellung befindet, die Weiche keine sichtbaren Schäden aufweist und sich keine Fremd- körper zwischen Zunge und Backenschiene befinden. (6) Zur Beseitigung einer Störung am Achszähler kann durch Bedienen des
    Schlüsseltasters „DB -21“ und der Achszählgrundstellungstaste „AzGrT“ die Grundstellung des Achszählers wiederhergestellt werden. Die Taste zum Her- stellen der Achszählgrundstellung befinden sich am Weichensignal oder an der Hilfshandlungstafel. Hinweis: Die Taste zur Herstellung der Achszählgrundstellung darf nur bedient werden, wenn der Abschnitt frei von Fahrzeugen ist. (7) Wurde eine Weiche aufgefahren, kann die Weiche durch Bedienen des Schlüs- seltasters „DB-21“ und der Weichenauffahrtaste „WAT“ in eine Endstellung ge- bracht werden. Hinweis: Vor dem Bedienen der Weichenauffahrtaste muss die Weiche auf Schäden überprüft worden sein. (8) Am Weichensignal kann eine Taste mit integriertem roten Belegtmelder zur Herstellung der Achszählgrundstellung und eine Taste mit integriertem roten Auffahrmelder zur Herstellung einer Endstellung einer aufgefahrenen Weiche vorhanden sein (Bild 4-1). Die Bedienung erfolgt zusammen mit einer Gruppen- taste (Schließung DB -21). Bei elektrisch ortsgestellten doppelten Kreuzungs- weichen sind zwei Weichenauffahrtasten für jeweils ein Zungenpaar vorhan- den.

Verständigung Weichenstö- rung Weiche läuft nicht um Achszähler gestört Weiche
aufgefahren AzGrT und WAT am Wei- chensignal *

Elektrisch ortsgestellte Weichen 482.8004 Seite 8

Gültig ab: 01.04.2021 Bild 4-1 Elemente zum hilfsweisen Bedienen am Weichensignal

 *

Bahnbetrieb Signalanlagen bedienen Orientierungsschild 482.8004A01 Seite 1

Fachautor: I.NBB 43; Thomas Becker; Tel.: +49 30 297 21464 Gültig ab: 01.04.2021

In den Zusätzen kann geregelt sein, dass an den Vorgezogenen Bedienstellen Orientierungsschilder angebracht sind. Im Folgenden ist ein Beispiel für Orientierungsschilder gegeben. Ein weißer Pfeil gibt die Richtung der Vorzugsstellung der Weiche an, welche von dieser vorgezogenen Bedienstelle aus bedient wird. Ein schwarzer Pfeil gibt die Richtung an, in der eine Weiche keine Vorzugs- stellung hat. Auf dem Orientierungsschild sind unterhalb des Pfeils die mögli- chen Zielgleise ode r markanten Punkte angeschrieben, welche ohne Fahrt- richtungsänderung von dieser Weiche aus zu erreichen sind.

Orientierungsschild 482.8004A01 Seite 2

Gültig ab: 01.04.2021 Bild 1 Orientierungsschild: 1. vorgezogene Bedienstelle; Weiche 999 in Vorzugsstellung

Orientierungsschild 482.8004A01 Seite 3

Gültig ab: 01.04.2021 Bild 2 Orientierungsschild: 1. vorgezogene Bedienstelle; Weiche xyz ohne Vorzugsstellung

Orientierungsschild 482.8004A01 Seite 4

Gültig ab: 01.04.2021 Bild 3 Orientierungsschild: 1. vorgezogene Bedienstelle für Gleis 456

Bahnbetrieb Signalanlagen bedienen Elektrisch ortsgestellte Weichen bedienen 482.8004A02 Seite 1

Fachautor: I.NBB 43; Thomas Becker; Tel.: +49 30 297 21464 Gültig ab: 01.04.2021

AzGrT = Achszählgrundstellungstaste BT = Bedientafel EODKW = elektrisch ortsgestellte doppelte Kreuzungsweiche EOW = elektrisch ortsgestellte Weiche FMT = Freimeldetaste FT = Fahrwegstelltafel Gl = Gleis ST = Schlagtaster VB = vorgezogene Bedienstelle WAGT = Weichenauffahrgruppentaste WAT = Weichenauffahrtaste WHT = Weichenhilfstaste WT = Weichenstelltafel