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KNIEPUNKT 030: Heiße KI-Luft 30 2026-03-22
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Im Silicon Valley wird derzeit so viel heiße Luft produziert, dass man damit problemlos einen Heißluftballon bis zum Mars schicken könnte * ja, ich akzeptiere die physikalische Unkorrektheit, weil ich das Bild so schön finde.* Nehmen wir das hochgelobte Start-up Cursor: Mit geschmeidigen 29 Milliarden Dollar bewertet, feierte man sich gerade erst für eine geniale KI-Eigenentwicklung. Dumm nur, dass findige Entwickler innerhalb von 24 Stunden herausfanden, dass unter der Haube heimlich, still und leise das chinesische Modell Kimi K2.5 schnurrt. Ein Etikettenschwindel der feinsten Sorte. Und während man im Westen noch über astronomische Unternehmensbewertungen und Token-Preise halluziniert, bauen die Chinesen mit Modellen wie MiniMax M2.7 längst KIs, die sich munter selbst optimieren und weiterentwickeln.

Doch diese metaphorische heiße Luft verblasst völlig gegen die ganz reale Abluft der Rechenzentren. KI frisst Strom und Hardware in einem Ausmaß, das nun selbst den Tech-Giganten die Tränen in die Bilanzen treibt. Bei Meta müssen laut Berichten voraussichtlich über 15.000 Mitarbeiter ihre Schreibtische räumen satte 20 Prozent der Belegschaft. Der Grund? Man muss irgendwie die 115 bis 135 Milliarden Dollar zusammenkratzen, die allein 2026 für die absurde KI-Infrastruktur fällig werden. Letzte Woche hieß es noch augenzwinkernd, der große KI-Wandel erwische vor allem die alteingesessenen IT-Dienstleister. Heute feuert das Valley massenhaft seine eigenen Leute, um die Server-Stromrechnung zu bezahlen. Der Algorithmus fordert seine Opfergaben.

Was lernen wir als europäische Unternehmer, Akademiker und Beobachter aus diesem Spektakel? Vor allem eines: Nichts wird so heiß gegessen, wie es von den Serverfarmen erhitzt wird. Wir müssen uns von den absurden Billionen-Ausblicken eines Jensen Huang oder den verzweifelten Entlassungswellen nicht verrückt machen lassen. Die KI ist da, sie geht nicht mehr weg, und sie wird unsere Wirtschaft enorm bereichern wenn wir sie sinnvoll und vor allem wirtschaftlich vertretbar einsetzen. Wir gewinnen den KI-Wettlauf nicht, indem wir amerikanische Blendgranaten zünden oder fremde Modelle umetikettieren. Wir werden als KI-Kontinent nur dann bestehen, wenn wir diesen gigantischen Change mit europäischem Ingenieursgeist, moralischem Kompass und einer gesunden Portion Humor begleiten. Lasst uns die heiße Luft der anderen einfach nutzen, um unsere eigenen Segel zu setzen.

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