Files
Orchestrator/output/processed/allgemein/regelwerk/ril-483-0305-inb-2026-data.md
T
ankn cfaf670100 Squashed 'bahn/wissensdatenbank/' content from commit 07a8196e
git-subtree-dir: bahn/wissensdatenbank
git-subtree-split: 07a8196e5f9e55d027f90485beb95f4006387669
2026-06-30 21:19:25 +02:00

71 KiB
Raw Blame History

domain, tool, scope, tags, owners, component_type, source, url, last_updated, review_status, review_notes, content_hash, contact, meta_fingerprint
domain tool scope tags owners component_type source url last_updated review_status review_notes content_hash contact meta_fingerprint
regelwerk allgemein allgemein
domain:regelwerk
tool:allgemein
scope:allgemein
regelwerk
betrieblich-technisch
pdf www.dbinfrago.com https://www.dbinfrago.com/resource/blob/13174758/fef98e3b7269aba6a12db0523fc35190/Ril-483-0305-INB-2026-data.pdf 2026-06-26 approved 79fd72ceffef77f1 einfachbahn@deutschebahn.com 395b4acb40093e35

Richtlinie Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 1

Fachautor: I.NDT 3232; Patrick Hoffmeister; Tel.: +49 15232188660 Gültig ab 15.12.2024

Diese Ril gliedert sich wie folgt:

1 Geltungsbereich 2 2 Aufgabe 2 3 Aufbau 3 4 Wirkungsweise 4 5 Betriebs- und Systemzustände 5 6 Überwachungsfunktionen 13 7 Zwangsbremsausgaben 16 8 Geschwindigkeitsüberwachung 19 9 Anzeigen und Bedienelemente 21 10 Vorbereitung zur Fahrt 29 11 Fahrt 32 12 Beenden der Fahrt 39 13 Unregelmäßigkeiten 39

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 2

Gültig ab 15.12.2024 Geltungsbereich Diese Richtlinie gilt für alle Fahrzeuge, die mit dem
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) ausgerüs- tet sind. Aufgabe Das ZBS ist ein verdeckt arbeitendes Zugbeeinflussungs- system mit kontinuierlich wirkender Geschwindigkeitsüber- wachung für

  • Zugfahrten
  • Rangierfahrten sowie in eingeschränkter Form für
  • Fahrten ohne Haupt- und Rangiersignalbedienung Es befreit nicht von der Beobachtung der St recke und der Signale. Folgende grundsätzliche Aufgaben werden durch das ZBS realisiert:
  • Überwachen der zulässigen Geschwindigkeit
  • Überwachen der Halt gebietenden Signale
  • Überwachen von unzulässigen Fahrzeugbewegungen
  • Überwachen des Abfahrens der Zuglänge
    Dabei berücksichtigt die Überwachung der zulässigen Ge- schwindigkeit die
  • zulässige Fahrzeughöchstgeschwindigkeit
  • zulässige Streckengeschwindigkeit
  • ab Hauptsignal geltenden Geschwindigkeit
  • Geschwindigkeit für Fahrten ohne Haupt - bzw. Ran- giersignalbedienung
  • Geschwindigkeitsbeschränkungen
  • Geschwindigkeitswechsel und vorübergehende Lang- samfahrstellen
  • Geschwindigkeit bei gestörtem Bahnübergang
  • Rangiergeschwindigkeit Bezüglich der Halt gebietenden Signale verhindert das ZBS technisch bedingt das Erreichen des dahinter liegenden Gefahrenpunktes. Die unzulässige Vorbeifahrt am Signal selbst wird nicht verhindert. Geltungsbereich Aufgabe Zusätzliche Funktionen

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 3

Gültig ab 15.12.2024 Systemreaktion bei Konflikten mit den Überwachungsfunk- tionen sind akustische Warnungen oder die Zwangsbrem- sung. Aufbau Die ZBS -Streckeneinrichtung besteht aus Datenpunkten (Eurobalisen) und den LEU (Lineside Electronic Units).
Die Datenpunkte dienen der Informationsübertragung von der Strecke zum Fahrzeug. Sie sind mittig im Gleis ange- ordnet und übertragen Strecken - und Signalinformationen in Datentelegrammen.
Datenpunkte können aus einer einzelnen Eurobalise oder aus zwei zusammengehörenden Eurobalisen bestehen. Dabei wird die erste Eurobalise immer Markierungsbalise genannt. Eine ggf. vorkommende zweite Balise wird Infor- mationsbalise genannt. Die Eurobalisen können entweder mit einen Standar dtele- gram fest programmiert sein (Festdatenbalise) oder signal- und/oder weichenlageabhängig veränderliche Telegramme senden (steuerbare Balise). Die steuerbaren Balisen sind über die LEU und ggf. den Weichenstellteilen des Stell- werks mit dem Signal verbunden.
Datenpunkte sind in der Regel in Fahrtrichtung untereinan- der verkettet. Verkettete Daten# punkte übermitteln dem Fahrzeug Entfernung und Bezeichnung des folgenden Da- tenpunktes. Diese Informationen werden von der Fahrzeu- geinrichtung im Fahrtverlauf zusätzlich überwacht.
Unverkettete Datenpunkte übermitteln keine Informationen zu den nachfolgenden Datenpunkten.
Die LEU stellen die Verbindung zwischen Vor -, Haupt -, Rangier- oder Überwachungssignal und Datenpunkt her. Sie dienen der Übergabe der Signalinformation entspre- chend des anstehenden Signalbegriffs an die Datenpunkte. Die LEU sind dazu in unmittelbarer Nähe zum Signal ange- bracht.

Streckeneinrich- tung Datenpunkte Datenpunkteigen- schaften Datenpunktver- kettung LEU

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 4

Gültig ab 15.12.2024 Die ZBS -Fahrzeugeinrichtung besteht aus einem ZBS - Fahrzeuggerät mit folgenden peripheren Komponenten:

  • einer Balisenantenne
  • Sensoren für die Wegmessung
  • einer Anzeige- und Bedieneinrichtung
  • den Tastern „Frei“ und „Befehl“
  • einer Sprachausgabe
  • einem Datenrecorder
  • einem Zugdateneinsteller
  • einem ZBS-Überbrückungsschalter
  • mehreren Leitungsschutzschaltern Wirkungsweise Die Informationsübertragung in Form von Datentelegram- men erfolgt zwischen Strecke und ZBS-Fahrzeuggerät über die Datenpunkte und die Balisenantenne zum ZBS -Fahr- zeuggerät. Dabei werden beim Befahren der Datenpunkte ausschließlich Inf ormationen von der Strecke zum ZBS - Fahrzeuggerät übertragen. Das ZBS-Fahrzeuggerät verarbeitet Datentelegramme nur bei Vorwärtsbewegung. Dabei setzt es die Informationen entsprechend der aktuellen Betriebszustände in Überwa- chungsfunktionen um.
    In Abhängigkeit von Betriebszustand und Überwachungs- funktion werden Informationen durch die ZBS -Fahrzeugei- nrichtung an den Triebfahrzeugführer ausgegeben. Hierzu zählen Geschwindigkeitsanzeigen, Sprachausgaben, Leuchtmelderanzeigen und Betriebszustandsanzeigen. Bedienhandlungen durch den Triebfahrzeugführer an den ZBS-relevanten Bedienelementen können Betriebszu- stände und Überwachungsfunktionen beeinflussen. Da die Übertragung zwischen Strecke und Fahrzeug aus- schließlich an den O rten der Datenpunkte erfolgt, werden die Überwachungsfunktionen sowie die sich daraus erge- benen Informationen an den Triebfahrzeugführer auch nur an diesen Orten aktualisiert („punkförmige Zugbeeinflus- sung“).

Fahrzeugein- richtung Informations- übertragung Verarbeitung im Fahrzeug

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 5

Gültig ab 15.12.2024 Aus den Informat ionen der Datenpunkte (Streckendaten) ermittelt das ZBS-Fahrzeuggerät entsprechend des jeweili- gen Betriebszustandes die Überwachungsgeschwindigkeit (die zulässige und kontinuierlich überwachte Geschwindig- keit). Sicherheitsreaktion des ZBS-Fahrzeuggerätes ist die ZBS- Zwangsbremsung. Diese wird über einen Eingriff in die Bremsleitung des Triebfahrzeugs realisiert. Zusätzlich kann separat eine Antriebsabschaltung bewirkt werden. In Abhängigkeit von Betriebszustand und Überwachungs- funktion können eine akustische Warnung und die ZBS - Zwangsbremsung in einem definierten Abstand zur Über- wachungsgeschwindigkeit erfolgen. Bild 1: Übersicht zur Strecken- und Fahrzeugeinrichtung -
Beispiel

Betriebs- und Systemzustände Das ZBS-Fahrzeuggerät wird in Betriebs - und Systemzu- ständen betrieben.
Übergänge zwischen den Betriebszuständen erfolgen in der Regel durch Informationen aus einem Datenpunkt
(u. U. unter Mitwirkung des Triebfahrzeugführers) oder bei Verlust der Streckendaten (z.B. durch eine entsprechende Sicherheitsreaktion oder eine Datenpunktstörung). Überwachungs- geschwindigkeit Sicherheits-
reaktion Allgemein

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 6

Gültig ab 15.12.2024 Die Systemzustände stellen sich nach entsprechender Be- dienung des ZBS -Fahrzeuggerätes durch den Triebfahr- zeugführer oder automatisch als Ergebnis der internen Funktionsüberwachung ein. Das ZBS -Fahrzeuggerät kann folgende Betriebszustände einnehmen:

  • Bereitschaft B oder X, für Fahrten ohne Streckendaten z.B. nach dem Ein- schalten des ZBS-Fahrzeuggerätes (Bereitschaft B) oder für Fahrten im Netz der Berliner S -Bahn ohne ZBS-Streckeneinrichtungen (Bereitschaft X).
  • Zugfahrt
    für Zugfahrten unter kontinuierlicher Überwachung.
  • Rangierfahrt
    für Rangierfahrten
  • Befehlsfahrt Z oder R,
    für Zugfahrten ohne Signalbedienung (Befehlsfahrt Z) oder für Rangierfahrten ohne S ignalbedienung (Be- fehlsfahrt R) Das ZBS -Fahrzeuggerät kann folgende Systemzustände einnehmen:
  • Selbsthaltung, zur Beschleunigung des Einschaltvorgangs
  • Test, für die Durchführung einer internen Überprüfung der Funktionssicherheit
  • Störbetrieb, für den Ausfall sicherheitsrelevanter Funktionen
    oder bei Überbrückung der Zugbeeinflussung durch den Triebfahrzeugführer

Betriebszu- stände -
Übersicht Systemzustände

  • Übersicht

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 7

Gültig ab 15.12.2024 Verfügt das ZBS-Fahrzeuggerät nicht über Streckendaten, wird der Betriebszustand „Bereitschaft B“ eingenommen. Dieser Zustand besteht unmittelbar nach dem Einschalten oder wenn Streckendaten funktionsbedingt gelöscht wur- den:

  • nach dem Einschalten des ZBS -Fahrzeuggerätes, wenn der Systemzustand „Test“ erfolgreich durchlau- fen wurde
  • nach dem Aufschließen des Fahrschalters (Führerpult aktivieren) im Systemzustand „Selbsthaltung“, wenn die Streckendaten zwischenzeitlich gelöscht wurden (siehe Abschnitt 10 (2))
  • nach dem Aufschließen des Fahrschalters im System- zustand „Selbsthaltung“, wenn die Streckendaten zwi- schenzeitlich durch die Rollüberwachung gelöscht wurden (siehe Abschnitt 6 (5))
  • nach Vorbeifahrt an einem gestörten Datenpunkt, wenn dazu (zulässig) die Bedienung des Tasters „Be- fehl“ vorgenommen wurde Die Überwachungsgeschwindigkeit im Betrieb szustand „Bereitschaft B“ beträgt 25 km/h. Im Betriebszustand „Zugfahrt“ verfügt das ZBS über die not- wendigen Streckendaten, um die Ist -Geschwindigkeit kon- tinuierlich und wegabhängig zu überwachen. Alle Überwa- chungsaufgaben werde n vollumfänglich ausgeführt. Der Leuchtmelder „Ü“ leuchtet.
    Der Übergang in den Betriebszustand „Zugfahrt“ erfolgt un- ter folgenden Bedingungen:
  • Bei Vorbeifahrt an einem Hauptsignal, das einen Fahrtbegriff für eine Zugfahrt zeigt
  • Nach Vorbeifahrt an einem Vorsignal, das im reinen Zugfahrt-Bereich aufgestellt ist
  • Im Bereich von Bahnsteigen oder
  • Vor dem Beginn eines Streckenabschnitts mit ZBS - Ausrüstung
    Durch die Betriebszustandsanzeigen werden die betriebli- chen Regelungen für Zug- und Rangierfahrten weder er- setzt noch ungültig.

Betriebszustand „Bereitschaft B“ Überwachungs- geschwindigkeit Betriebszustand „Zugfahrt“

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 8

Gültig ab 15.12.2024 Die Überwachungsgeschwindigkeit im Betriebszustand „Zugfahrt“ entspricht

  • wenn die Geschwindigkeit am Ort nicht signalbedingt vermindert werden muss (statische Überwachung) der zulässigen Geschwindigkeit. wenn die Geschwindigkeit am Ort signalbedingt ver- mindert werden muss (statische Überwachung) der signalisierten Geschwindigkeit.
  • wenn die Geschwindigkeit am Ort signalbedingt ver- mindert werden muss (dynamis che Überwachung) dem Verlauf einer Zwangsbremsung auf das Ziel der (vor-)signalisierten Geschwindigkeit (Zielgeschwindig- keit größer Null).
  • wenn die Geschwindigkeit am Ort signalbedingt auf ein Haltsignal vermindert werden muss (dynamische Überwachung) dem Verlauf einer Zwangsbremsung auf ein Ziel hinter dem Haltsignal und vor dem Gefah- renpunkt (Zielgeschwindigkeit gleich Null).
  • wenn am Haltsignal vorbeigefahren werden soll oder, wenn das Signal zwischenzeitlich in Fahrtstellung ge- wechselt ha t, am Signal der Geschwindigkeit einer Zwangsbremsung auf ein Ziel hinter dem Signal und vor dem Gefahrenpunkt (Freigabegeschwindigkeit). Im Betriebszustand „Rangierfahrt“ werden dem ZBS -Fahr- zeuggerät keine Verkettungsinformationen übermittelt. Überwacht wird eine statische Überwachungsgeschwindig- keit, die am jeweiligen Datenpunkt wirksam wird sowie die Vorbeifahrt an einem Haltsignal. Der Le uchtmelder „Ü“ leuchtet. Der Übergang in den Betriebszustand „Rangierfahrt“ erfolgt unter folgenden Bedingungen:
  • nach Vorbeifahrt an einem Hauptsignal, das einen Fahrtbegriff für eine Rangierfahrt zeigt
  • nach Vorbeifahrt an einem Sperrsignal, das einen Fahrtbegriff für eine Rangierfahrt zeigt
  • nach Vorbeifahrt an sonstigen Rangiersignalen, die ei- nen Fahrtbegriff für eine Rangierfahrt zeigen
  • nach Vorbeifahrt an einem besonderen Datenpunkt ohne Signalbezug
  • nach Vorbeifahrt an einem Sperrsignal im Nahbedien- bereich, das Kennlicht zeigt ; dadurch wird keine be- triebliche Zustimmung zur Rangierfahrt gegeben.
    Überwachungs- geschwindigkeit Betriebszustand „Rangierfahrt“

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 9

Gültig ab 15.12.2024 Durch die Betriebszustandsanzeigen werden die betriebli- chen Regelungen für Zug- und Rangierfahrten weder er- setzt noch ungültig. Die Überwachungsgeschwi ndigkeit im Betriebszustand „Rangierfahrt“ beträgt 25 km/h. Der Betriebszustand „Befehlsfahrt" überwacht Rangier- und Zugfahrten im Zusammenhang mit Fahrten bei Halt gebie- tenden Signalen oder gestörten Datenpunkten. Die Über- wachung kann in bestimmten Fällen die Verkettungsinfor- mationen einschließen. Dann wird die Ist -Geschwindigkeit wie im Betriebszustand „Zugfahrt“ überwacht. Sonst wird eine statische Überwachungsgeschwindigkeit sowie die Vorbeifahrt an einem Haltsignal überwacht. Der Übergang in den Betriebszustand „Befehlsfahrt“ erfolgt unter folgenden Bedingungen:

  • bei Vorbeifahrt an einem Halt gebietenden Signal mit Bedienung des Tasters „Befehl“
  • nach der Bedienung des Tasters „Befehl“ zum Lösen einer ZBS-Zwangsbremsung
    Die Überwac hungsgeschwindigkeit im Betriebszustand „Befehlsfahrt“ beträgt:
  • für Rangierfahrten 25 km/h
  • für Zugfahrten 40 km/h
  • für Zugfahrten die zulässige Streckengeschwindigkeit, wenn im Streckenverlauf ein einzelnstehendes Vor- signal folgt (Überwachu ng der Geschwindigkeitsbe- schränkung im anschließenden Weichenbereich be- achten) Die Überwachung von Rangierfahrten, dann „Befehlsfahrt (R)“, erfolgt wenn:
  • das Halt gebietende Signal ausschließlich für Rangier- fahrten gilt oder
  • das Halt gebietende Signal für Rangier- oder Zugfahr- ten gilt und davor nicht im Betriebszustand „Zugfahrt“ überwacht wurde. Die Überwachung von Zugfahrten, dann „Befehlsfahrt (Z)“ erfolgt, wenn:
  • das Halt gebietende Signal ausschließlich für Zugfahr- ten gilt oder
  • das Halt gebietende Signal für Rangier- oder Zugfahr- ten gilt und davor im Betriebszustand „Zugfahrt“ über- wacht wurde. Überwachungs- geschwindigkeit Betriebszustand „Befehlsfahrt“ Überwachungs- geschwindigkeit

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 10

Gültig ab 15.12.2024 Der Betriebszustand „Befehlsfahrt (R)“ bzw. „Befehlsfahrt (Z)“ bleibt erhalten, wenn zwischenzeitlich die Streckenda- ten aufgrund des Ablaufs der Datenhaltezeit gelöscht wur- den (siehe Abschnitt 9). Die Überwachung in „Befehlsfahrt (Z)“ erfolgt dann (ohne Streckendaten) auf die statische Überwachungsgeschwindigkeit von 40 km/h.
Der Betriebszustand „Bereitschaft X“ ermöglicht den Be- trieb des ZBS in Bereichen des Berliner S -Bahn-Netzes ohne ZBS-Streckenausrüstung. Überwacht wird eine stati- sche Überwachungsgeschwindigkeit. Der Übergang in den Betriebszustand „Bereitschaft X“ er- folgt unter folgenden Bedingungen:

  • der Triebfahrzeugführer stellt den Betriebszustand manuell ein (siehe Abschnitt 11 (14))
  • der Betriebszustand stellt sich automatisch (nach Be- fahren eines entsprechenden Datenpunktes) am Ende eines mit ZBS ausgerüsteten Streckenbereichs ein. Die Überwachungsgeschwindigkeit im Betriebszustand „Bereitschaft X“ entspricht der zulässigen Fahrzeugge- schwindigkeit. Bei Erreichen eines mit ZBS ausgerüsteten Streckenbe- reichs wechselt der Betriebszustand automatisch entspre- chend der ersten Si gnalisierung, die über Streckendaten verfügt. An einem Halt gebietenden Signal muss bei Vorlie- gen der notwendigen Voraussetzungen in den Betriebszu- stand „Befehlsfahrt“ gewechselt werden (siehe Abschnitt 5(7)). Im Systemzustand „Selbsthaltung“ ist das ZBS -Fahrzeug- gerät außer Betrieb, verbleibt aber eingeschaltet. Damit verringert sich die Zeit für eine erneute Inbetriebnahme („Warmstart“ siehe Abschnitt 10(2)). Der Übergang in den Systemzustand „Selbsthaltung“ er- folgt durch Verschließen des Fahrschalters (Führerpult de- aktivieren) unter folgenden Bedingungen:
  • Stillstand des Fahrzeugs Ist das Fahrzeug nicht vollständig zum Stillstand ge- kommen folgt eine ZBS-Zwangsbremsung ohne An- zeige.
  • keine ZBS-Zwangsbremsung (sonst erfolgt Übergang nicht)
  • kein Systemzustand „Störbetrieb“ (sonst schaltet sich das ZBS-Fahrzeuggerät aus) Betriebszustand „Bereitschaft X“ Überwachungs- geschwindigkeit Systemzustand „Selbsthaltung“

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 11

Gültig ab 15.12.2024 Während der „Selbsthaltung“ laufen keine Überwachungs- funktionen. ZBS -Zwangsbremsungen werden nicht wirk- sam. Vorhandene Streckendaten werden beim Bewegen des Fahrzeugs oder nach Ablauf einer festgelegten Zeit ge- löscht. Der Systemzustand „Selbsthaltung“ endet unter folgenden Bedingungen:

  • Aufschließen des Fahrschalters (erneute Inbetrieb- nahme im letzten Betriebszustand oder in „Bereit- schaft B“)
  • Störung des ZBS -Fahrzeuggerätes (ZBS -Fahrzeug- gerät schaltet sich aus)
  • die festgelegte Selbsthaltezeit wird überschritten (ZBS-Fahrzeuggerät schaltet sich aus) Für das ZBS -Fahrzeuggerät ist eine maximale, durchge- hende Einschaltzeit vorgegeben (wenn sich das ZBS-Fahr- zeuggerät durchgehend im Betrieb oder im Systemzustand „Selbsthaltung“ befindet). Vor Erreichen dieses Grenzwer- tes erfolgt nach Verschließen des Fahrschalters kein Über- gang in den Systemzustand „Selbsthaltung“. Das ZBS - Fahrzeuggerät wird nach dem Verschließen des Fahrschal- ters ausgeschaltet. Ein Wiedereinschalten ist über den „Kaltstart“ mit Testaufforderung möglich ( siehe Abschnitt
    10 (2)). Im Systemzustand „Selbsthaltung“ wird die Datenhaltezeit aktiviert. Sie ist kürzer als die Selbsthaltezeit. Innerhalb der Datenhaltezeit bleiben im Systemzustand „Selbsthaltung“ der Betriebszustand, die Streckendaten und die Zuglänge erhalten. Die Datenhaltung endet:
  • mit Ablauf der Datenhaltezeit oder
  • bei Fahrzeugbewegung mit verschlossenem Fahr- schalter Dabei werden die gespeicherten Daten wie der Betriebszu- stand, die Streckendaten und die Zuglänge gelöscht. Die Zuglänge wird auf den Maximalwert gesetzt.
    Im Systemzustand „Test“ werden das ZBS -Fahrzeuggerät und einzelne periphere Komponenten auf Störungen, vor allem von sicherheitsrelevanten Funktionen, geprüft. Dazu wird der jeweils aktuelle Betriebszustand unterbrochen und nach Ablauf der Prüfungen wiedereingestellt. Aus diesem Grund kann der „Test“ ausschließlich bei Stillstand des Fahrzeugs aufgerufen werden. Selbsthaltezeit Datenhaltezeit Systemzustand „Test“

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 12

Gültig ab 15.12.2024 Das ZBS -Fahrzeuggerät fordert unter bestimmten Bedin- gungen den „Test“:

  • nach dem Einschalten des Fahrzeuggerätes zwin- gend („Kaltstart“)
  • ab einer festgelegten, durchgehenden Einschaltzeit des Fahrzeuggerätes nur als Meldung, wenn sich das ZBS-Fahrzeuggerät durchgehend im Betrieb oder im Systemzustand „Selbsthaltung“ befand
  • ab einer weiteren festgelegten, durchgehenden Ein- schaltzeit des Fahrzeuggerätes zwingend, wenn sich das ZBS-Fahrzeuggerät durchgehend im Betrieb oder im Systemzustand „Selbsthaltung“ befand Jeder vollständig durchgeführte „Test“ setzt den Zähler für die Einschaltzeit zurück. Während der zwingenden Aufforderung zum „Test“ führt das Anfahren zu einer ZBS-Zwangsbremsung. Diese kann durch Bedienen des Tasters "Frei" gelöst werden.
    Der Übergang in den Systemzustand „Test“ erfolgt durch Bedienen des Tasters „Test“ unter folgenden Bedingungen:
  • Stillstand des Fahrzeugs und
  • keine anstehende ZBS-Zwangsbremsung und
  • Richtungswähler in „Vorwärts“
    Wird im Systemzustand „Test“ eine Fehlfunktion ermittelt, erfolgt der Übergang in den Systemzustand „Störbetrieb“. Der Systemzustand „Störbetrieb“ ist der definierte Zustand des ZBS-Fahrzeuggerätes bei intern erkannten sicherheits- relevanten Störungen der ZBS -Fahrzeugeinrichtung. Im Systemzustand „Störbetrieb“ laufen keine Überwachungs- funktionen ab. Der Übergang in den Systemzustand „Störbetrieb“ erfolgt:
  • automatisch bei internen Störungen der ZBS -Fahr- zeugeinrichtung
  • nach Schalt en des ZBS -Überbrückungsschalters in die Stellung „Ein“ bei ausgeschalteten Fahrschalter- schloss
  • wenn baureihenspezifisch weitere Übergangs -bedin- gungen realisiert wur den (ggf. gesonderte Regelun- gen beachten)

Testaufforderung Testablauf Systemzustand „Störbetrieb“

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 13

Gültig ab 15.12.2024 Beim Übergang in den Systemzustand „Störbetrieb“ wer- den die Streckendaten gelöscht, die Zuglänge auf den Ma- ximalwert gesetzt und es erfolgt eine ZBS -Zwangsbrem- sung. Diese Zwangsbremsung kann nicht durch Bedienen der Taster „Frei“ oder „Befehl“ aufgehoben werden. Zur Weiterfahrt muss die Zwangsbremsung durch Schalten des ZBS -Überbrückungsschalters in die Stellung „Ein“ überbrückt werden. Für das Schalten des Überbrückungs- schalters und für die Weiterfahrt sind ggf. betriebliche oder fahrzeugbetriebliche Regelungen zu beachten. Der Systemzustand „Störbetrieb“ wird beendet:

  • nach Behebung der Störung und Schalten des ZBS - Überbrückungsschalters in Stellung „Aus“ oder
  • nur nach Schalten des ZBS-Überbrückungsschalters in Stellung „Aus“, wenn der Betriebszustand „Störbe- trieb“ aus anderen Gründen eingenommen wurde Das Ausschalten des ZBS -Überbrückungsschalters darf nur bei verschlossenem Fahrschalterschloss und frühes- tens 10 Sekunden nach dem Einschalten des ZBS -Über- brückungsschalters erfolgen. Anschließend wird zwingend zum Übergang in den System- zustand „Test“ durch Betätigung des Tasters „Test“ aufge- fordert. Der erfolgreiche Ablauf führt in den Betriebszustand „Bereitschaft B“. Überwachungsfunktionen
    Das ZBS-Fahrzeuggerät realisiert folgende Überwachungs- funktionen
  • Geschwindigkeitsüberwachung
  • Haltüberfahrt
  • Zuglängenüberwachung
  • Rollüberwachung

Beendigung Sys- temzustand „Störbetrieb“ Überwachungs- funktionen

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 14

Gültig ab 15.12.2024 Die Überwachungsfunktion „Geschwindigkeitsüberwa- chung“ hat die Aufgabe
a) die zulässige Streckengeschwindigkeit b) die zulässige Fahrzeuggeschwindigkeit c) die zulässige Geschwindigkeit an Geschwindig- keitswechseln und vorübergehenden Langsam- fahrstellen d) die zulässige Geschwindigkeit an gestörten Bahnübergängen e) die zulässige Geschwindigkeit ab Hauptsignalen f) die Geschwindigkeitsverminderung vor Haupt- signalen g) die Freigabegeschwindigkeit
h) die Geschwindigkeit von Rangierfahrten zu überwachen. Die Überwachungsfunktion „ Geschwindigkeitsüberwa- chung“ ist wirksam in den Betriebszuständen

  • Bereitschaft B
  • Rangierfahrt
  • Zugfahrt
  • Befehlsfahrt
  • Bereitschaft X Das ZBS-Fahrzeuggerät ermittelt die aktuell zulässige Ge- schwindigkeit als Überwachungsgeschwindigkeit sowie die aktuelle Ist-Geschwindigkeit. In der Überwachungsfunktion „ Geschwindigkeitsüberwa- chung“ wird die Ist-Geschwindigkeit mit der Überwachungs- geschwindigkeit verglichen. Erhöht sich die Ist -Geschwindigkeit über den Wert der Überwachungsgeschwindigkeit werden innerhalb der Über- wachungsfunktion „Geschwindigkeitsüberwachung“ unter- schiedliche Überwachungsreaktionen ausgelöst (siehe Ab- schnitt 8). Dabei kann auf eine konstante Überwachungsgeschwindig- keit, eine Geschwindigkeitsverminderung und auf eine Ziel- geschwindigkeit an einem Zielpunkt überwacht werden (siehe Abschnitt 8).

Geschwindig- keitsüberwa- chung

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 15

Gültig ab 15.12.2024 Die Überwachungsfunktion „Haltüberfahrt“ hat die Aufgabe

  • die gewollte Vorbeifahrt an einem Halt gebietenden Signal und
  • die ungewollte Vorbeifahrt an einem Halt gebietenden Signal zu überwachen. Die Überwachungsfunktion „ Haltüberfahrt“ ist in allen Be- triebszuständen wirksam. Das ZBS -Fahrzeuggerät ermittelt aus den Streckeninfor- mationen den Standort eines Halt gebietenden Signals. Bei der gewollten Vorbeifahrt in der Überwachungsfunktion „Haltüberfahrt“ wird während einer Vorbeifahrt an einem Halt gebietenden Signal mit wirksam bedientem Taster „Be- fehl“ der Betriebszustand „Befehlsfahrt“ eingenommen bzw. beibehalten. Bei der ungewollten Vorbeifahrt in der Überwachungsfunk- tion „Haltüberfahrt“ wird während einer Vorbeifahrt an ei- nem Halt gebietenden Signal ohne wirksam bedienten Tas- ter „Befehl“ eine statische Zwangsbremsung hoher Priorität (siehe Abschnitt 7 (4)) durch das ZBS-Fahrzeuggerät aus- gegeben. Die Überwachungsfunktion „ Zuglängenüberwachung“ hat die Aufgabe die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit an Geschwindigkeitswechseln und vorübergehenden Lang- samfahrstellen aus der Überwachungsfunktion „Geschwin- digkeitsüberwachung“ bis zum Verlassen des Zugendes zu überwachen. Die Überwachungsfunktion „ Zuglängenüberwachung“ ist wirksam im Betriebszustand
  • Rangierfahrt
  • Zugfahrt
  • Befehlsfahrt Im ZBS -Fahrzeuggerät ist die Zuglänge hinterlegt. Die Überwachungsfunktion „Zuglängenüberwachung“ verlän- gert den durch die Streckeninformation übertragenen stän- digen und vorübergehenden Langsamfahrstellen um die Zuglänge.

Haltüberfahrt Zuglängenüber- wachung

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 16

Gültig ab 15.12.2024 Die Überwachungsfunktion „Rollüberwachung“ hat die Auf- gabe

  • eine unbeabsichtigte Bewegung entgegen der ge- wählten Fahrtrichtung sowie
  • eine unbeabsichtigte Bewegung bei keiner gewählten Fahrtrichtung zu verhindern. Die Überwachungsfunktion „ Rollüberwachung“ ist in allen Betriebszuständen wirksam.
    Bei einer unbeabsichtigten Bewegung erwirkt die Überwa- chungsfunktion „Rollüberwachung“ die Ausgabe einer stati- schen Zwangsbremsung niedriger Priorität (siehe Abschnitt 7 (3)) durch das ZBS -Fahrzeuggerät. Eine Auflösung der Zwangsbremsung nach wirksamer Betätigung des Tasters „Frei“ ändert die im ZBS -Fahrzeuggerät hinterlegte Zug- länge auf den Maximalwert und führt in den Betriebszu- stand „Bereitschaft B.“
    Ausnahme: ein vor der unbeabsichtigten Bewegung anste- hender Be triebszustand „Befehlsfahrt“ bleibt nach Auflö- sung der Zwangsbremsung aus der Überwachungsfunktion „Rollüberwachung“ erhalten. Wirkt die Überwachungsfunk- tion „Rollüberwachung" bei im Stillstand verschlossenem Fahrschalter, werden alle Streckendaten gelöscht und die Zuglänge auf den Maximalwert gesetzt. Ein vor dem Ver- schließen des Fahrschalters bestehender Betriebszustand „Befehlsfahrt“ wird nicht gehalten. Zwangsbremsausgaben Das ZBS -Fahrzeuggerät realisiert folgende Arten v on Zwangsbremsungen:
  • dynamische Zwangsbremsung
  • statische Zwangsbremsung niedriger Priorität
  • statische Zwangsbremsung hoher Priorität
  • nicht lösbare Zwangsbremsung

Rollüberwa- chung Arten der Zwangsbrems- ausgaben

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 17

Gültig ab 15.12.2024 Die dynamische Zwangsbremsung durch das ZBS -Fahr- zeuggerät wirkt

  • bei Überschreitung der zulässigen Streckengeschwin- digkeit
  • bei Überschreitung der zulässigen Fahrzeugge- schwindigkeit
  • bei Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit nach Geschwindigkeitswechseln und vorübergehen- der Langsamfahrstellen
  • bei Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit ab Vor- oder Hauptsignalen
  • bei Überschreitung der Geschwindigkeitsverminde- rung vor Hauptsignalen, solange kein Halt signalisiert wird
  • bei Überschreitung der Geschwindigkeit von Rangier- fahrten. Dabei wirkt die d ynamische Zwangsbremsung über die Dauer der Geschwindigkeitsüberschreitung.
    Sobald die Ist -Geschwindigkeit die Überwachungsge- schwindigkeit unterschritten hat, wird die dynamische Zwangsbremsausgabe zurückgenommen.
    Nach dem Lösen einer ZBS -Zwangsbremsung besteht ein Nullstellungszwang des Fahr- und Bremshebels.
    Die statische Zwangsbremsung niedriger Priorität durch das ZBS-Fahrzeuggerät wirkt
  • bei unzureichender Geschwindigkeitsverminderung vor Halt gebietenden Hauptsignalen
  • bei Überschreitung der Freigabegeschwindigkeit vor Halt gebietenden Signalen (siehe Abschnitt 8 (2))
  • bei Aktivierung der Überwachungsfunktion „Rollüber- wachung“
  • bei gestörter Datenübertragung eines Datenpunktes
  • beim Anfahren ohne ausgeführten Test bei einer zwin- genden Testaufforderung (siehe Abschnitt 5 (10)) Eine statische Zwangsbremsung niedriger Priorität wirkt bis zum Stillstand.
    Im Stillstand kann eine statische Zwangsbremsung niedri- ger Priorität mit der wirksamen Betätigung des Tasters „Frei“ aufgehoben werden. Dynamische Zwangsbrems- ausgabe Statische Zwangsbrems- ausgabe niedri- ger Priorität

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 18

Gültig ab 15.12.2024 Die statische Zwangsbremsung hoher Priorität durch das ZBS-Fahrzeuggerät wirkt

  • bei Vorbeifahrt an einem Halt gebietenden Signal ohne wirksame Betätigung des Tasters „Befehl“
  • bei gestörter Datenübertragung eines Datenpunktes Eine statische Zwangsbremsung hoher Priorität wirkt bis zum Stillstand.
    Im Stillstand kann eine statische Zwangsbremsung hoher Priorität mit der wirksamen Betätigung des Tasters „Befehl“ aufgehoben werden.
    Die nicht lösbare Zwangsbremsung durch das ZBS -Fahr- zeuggerät wirkt
  • im Systemzustand „Störbetrieb“ Eine nicht lösbare Zwangsbremsung wird überbrückt
  • mit dem Schalten des ZBS-Überbrückungsschalters in Stellung „Ein“
  • mit dem Verschließen des Fahrschalters. Jeder ZBS-Zwangsbremsausgabe wird im ZBS -Fahrzeug- gerät eine eigene Priorität zugeordnet. Dabei haben die Pri- oritäten folgende Reihenfolge, beginnend mit der höchsten:
  • nicht lösbare Zwangsbremsung
  • statische Zwangsbremsung hoher Priorität
  • statische Zwangsbremsung niedriger Priorität
  • dynamische Zwangsbremsung. Erfolgen durch das ZBS-Fahrzeuggerät unmittelbar nachei- nander mehrere Zwangsbremsausgaben unterschiedlicher Priorität, wird immer die Zwangsbremsausgabe mit der höchsten Priorität beibehalten.

Statische Zwangsbrems- ausgabe hoher Priorität Nicht lösbare Zwangsbrems- ausgabe Prioritäten

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 19

Gültig ab 15.12.2024 Zum manuellen Lösen von ZBS -Zwangsbremsungen ist grundsätzlich folgender Ablauf einzuhalten:

  • Taster „Frei“ bedienen (Zwangsbremsung niedriger Priorität - Zug- und Stre- ckendaten bleiben erhalten Fahrt fortsetzen) sonst
  • Taster „Befehl“ bedienen (Zwangsbremsung hoher Priorität - Fahrdienstleiter verständigen betriebliche Regelungen beachten) sonst
  • ZBS-Überbrückungsschalter einschalten (nicht lösbare Zwangsbremsung - Fahrdienstleiter ver- ständigen betriebliche Regelungen beachten) Nach dem Lösen einer ZBS -Zwangsbremsung besteht ein Nullstellungszwang des Fahr- und Bremshebels.
    Geschwindigkeitsüberwachung Mit der Überwachungsfunktion „Geschwindigkeitsüberwa- chung“ wird die Ist -Geschwindigkeit kontinuierlich über- wacht. In der Überwachungsfunktion „Geschwindigkeitsüberwa- chung“ werden folgende Arten der Geschwindigkeitsüber- wachung unterschieden
  • Statische Überwachung
  • Dynamische Überwachung

ZBS-Zwangs- bremsungen lö- sen Ziel
Arten

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 20

Gültig ab 15.12.2024 Die statische Überwachung findet statt, wenn keine Vermin- derung der Geschwindigkeit auf eine Zielgeschwindigkeit erfolgen soll. Es wird auf eine konstante Geschwindigkeit überwacht. Diese wird ermittelt aus der niedrigsten Ge- schwindigkeit innerhalb der

  • zulässigen Fahrzeuggeschwindigkeit
  • zulässigen Streckengeschwindigkeit
  • signalisierten Geschwindigkeit
  • Geschwindigkeit nach Geschwindigkeitswechseln und in vorübergehenden Langsamfahrstellen
  • Befehlsfahrtgeschwindigkeiten
  • Bereitschaftsgeschwindigkeit
  • Freigabegeschwindigkeit
  • Befahrungsgeschwindigkeit eines gestörten Bahn- übergangs. Überschreitet die Ist -Geschwindigkeit die Überwachungs- geschwindigkeit, erfolgt die Sprachausgabe „Geschwindig- keit.“ Wird die Ist-Geschwindigkeit gegenüber der Überwa- chungsgeschwindigkeit weiter erhöht, erfolgt eine dynami- sche Zwangsbremsung. Die dynamische Überwachung findet statt, wenn eine Ver- minderung der Geschwindigkeit auf eine Zielgeschwindig- keit erfolgen soll. Bei einer Geschwindigkeitsverminderung auf eine Zielge- schwindigkeit größer 0 km/h führt die Überwachungsge- schwindigkeit in einer abnehmenden Kurve auf den Ziel- punkt der Zielgeschwindigkeit. Überschreitet die Ist -Geschwindigkeit die Kurve der Über- wachungsgeschwindigkeit, erfolgt die Sprachausgabe „Ge- schwindigkeit.“ Wird die Ist-Geschwindigkeit gegenüber der Überwachungsgeschwindigkeit weiter erhöht, erfolgt eine dynamische Zwangsbremsung. Bei einer Geschwindigkeitsverminderung auf eine Zielge- schwindigkeit gleich 0 km/h vor einem Halt gebietenden Signal führt die Überwachungsgeschwindigkeit in einer ab- nehmenden Kurve auf die Freigabegeschwindigkeit. Überschreitet die Ist -Geschwindigkeit die Überwachungs- geschwindigkeit, erfolgt die Sprachausgabe „Geschwindig- keit.“ Wird die Ist-Geschwindigkeit gegenüber der Überwa- chungsgeschwindigkeit weiter erhöht, erfolgt eine statische Zwangsbremsung niedriger Priorität. Statische Über- wachung Dynamische Überwachung Zielgeschwindig- keit größer 0 km/h Zielgeschwindig- keit gleich 0 km/h

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 21

Gültig ab 15.12.2024 Die dynamische Geschwindigkeitsüberwachung auf ein Halt gebietendes Signal zielt nicht auf das Signal selbst, sondern auf einen Ort hinter dem Signal innerhalb der Schutzstrecke. Die Freigabegeschwindigkeit ist die maximale Geschwin- digkeit an diesem Signal, die bei einer unzulässigen Vorbei- fahrt und ZBS -Zwangsbremsung den Halt in der Schutz- strecke sichert.
Die dynamische Geschwindigkeitsüberwachung auf ein Halt gebietendes Signal wird bei Erreichen der Freigabege- schwindigkeit abgebrochen und bis zur Vorbeifahrt die Frei- gabegeschwindigkeit überwacht. Dies gilt auch, wenn an dem Halt gebietenden Signal vorbeigefahren werden darf oder das Signal inzwischen in Fahrtstellung ist.
Die Höhe der Freigabegeschwindigkeit ergibt sich aus der Länge der Schutzstrecke hinter dem Signal. Sie liegt in Schritten von 5 km/h in einem Bereich von 10 bis maximal 40 km/h und wird gesondert angezeigt (siehe Abschnitt 9 (2)). In der „Zusammenstellung der vorübergehenden Langsam- fahrstellen und anderen Besonderheiten“ (La) kann eine von der angezeigten Freigabegeschwindigkeit (siehe Ab- schnitt 9 (2)) abweichende niedrigere Freigabegeschwin- digkeit vorgegeben werden, wenn die Schutzstrecke hinter dem Signal eingeschränkt werden muss.
Anzeigen und Bedienelemente Die Anzeigen und Bedienelemente der ZBS -Fahrzeugein- richtung bestehen aus folgenden Komponenten

  • der Anzeige- und Bedieneinrichtung
  • dem Zugdateneinsteller
  • den Tastern „Frei“ und „Befehl“
  • dem ZBS-Überbrückungsschalter
  • den ZBS-Leitungsschutzschaltern Die Anzeige- und Bedieneinrichtung befindet sich im Füh- rerpult (Bild 2) und beinhaltet t
  • die Geschwindigkeitsanzeige
  • die Betriebszustandsanzeige
  • vier Leuchtmelder
  • vier Bedientaster Freigabege- schwindigkeit Bestandteile Anzeige- und Bedieneinrich- tung

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 22

Gültig ab 15.12.2024 Anzeigen erfolgen nur bei aufgeschlossenem Fahrschalter. Mit Ausnahme der Anzeige für

  • eine Zwangsbremsung (Leuchtmelder "S")
  • die Ist-Geschwindigkeit
  • den Kaltstart und
  • den Störbetrieb werden sämtliche Anzeigen nur in Stellung "Vorwärts" des Richtungswählers ausgegeben.

Bild 2: Anzeige- und Bedieneinrichtung - Beispiel

System aus Test Zug- länge Anzeig. prüfen Z Ü G S A 120 80 100 0 40 20 60

In der Geschwindigkeitsanzeige (runde Skala) der Anzeige- und Bedieneinrichtung werden folgende Geschwindigkeiten zur Anzeige gebracht (Bild 3)

  • die vorgewählte Geschwindigkeit
  • die Ist-Geschwindigkeit (Tacho)
  • die Zielgeschwindigkeit
  • die Freigabegeschwindigkeit Die angezeigte Freigabegeschwindigkeit darf nicht als Füh- rungsgröße im Sinne des anzeigegeführten Fahrens ver- wendet werden. Sie informier t über den internen Überwa- chungszustand der ZBS- Fahrzeugeinrichtung und muss beim Führen des Zuges zusätzlich berücksichtigt werden.

Geschwindig- keitsanzeige

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 23

Gültig ab 15.12.2024 Bild 3: Geschwindigkeitsanzeige - Beispiel

VV VZiel VFrei VIST

120 80 100 0 40 20 60

Die vorgewählte Geschwindigkeit zeigt die mit dem Ge- schwindigkeitswähler des Fahrschalters voreingestellte Ge- schwindigkeit an. Sie wird mit einem roten Außenzeiger auf der runden Skala analog angezeigt. Die Ist-Geschwindigkeit zeigt die aktuelle Geschwindigkeit an. Sie wird mit einem weißen Zeiger auf der runden Skala (Tacho) analog angezeigt. Der Tacho kann entweder die Ist -Geschwindigkeit aus der Fahrzeugtechnik oder aus der ZBS -Fahrzeugeinrichtung anzeigen. Die Umschaltung erfolgt automatisch. Gewählt wird aus Sicherheitsgründen immer die Quelle mit dem ak- tuell höheren Geschwindigkeitswert. Dadurch kann es zur Abweichung zwischen der angezeigten und der vorgewähl- ten Geschwindigkeit kommen. Die Zielgeschwindigkeit wird in einer dreistelligen numeri- schen Anzeige innerhalb der runden Skala rechtsbündig angezeigt. Die Freigabegeschwindigkeit wird innerhalb der runden Skala durch Aktivierung jeweils eines gelben Leuchtpunk- tes zwischen 10 und 40 km/h in 5 km/h-Schritten angezeigt.
Die Anzeigen zum aktuellen Betriebszustand sowie Anzei- gen zu Systemzuständen der ZBS-Fahrzeugeinrichtung er- folgen in einer dreistelligen alphanumerischen Anzeige au- ßerhalb der Geschwindigkeitsanzeige (Tabelle 1).

Vorgewählte Ge- schwindigkeit VV Ist Geschwindig- keit Vist Zielgeschwindig- keit VZiel Freigabege- schwindigkeit
VFrei Betriebszu- standsanzeige

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 24

Gültig ab 15.12.2024 Anzeige Erläuterung

Das ZBS-Fahrzeuggerät überwacht im Be- triebszustand „Bereitschaft B“. Das ZBS-Fahrzeuggerät überwacht im Be- triebszustand „Bereitschaft X“. Das ZBS-Fahrzeuggerät überwacht im Be- triebszustand „Zugfahrt“.

Das ZBS-Fahrzeuggerät überwacht im Be- triebszustand „Rangierfahrt“. Das ZBS-Fahrzeuggerät überwacht im Be- triebszustand „Befehlsfahrt“ (Z) oder „Be- fehlsfahrt“ (R). Das ZBS-Fahrzeuggerät befindet sich im Systemzustand „Störbetrieb“ bzw. der ZBS-Überbrückungsschalter befindet sich in Stellung „Ein" Testaufforderung im Stillstand (Meldung oder zwingende Aufforderung) Das ZBS-Fahrzeuggerät wird eingeschaltet (Hochlaufanzeige)

Störung im Bereich des Datenrecorders

  • Statische Zwangsbremsung
  • ZBS-Fahrzeugeinrichtung ist abgeschal- tet
  • Fahrschalter ist verschlossen

Dauerbedienung der Taster „Frei“, „Befehl“ oder von Tastern der Anzeige- und Bedien- einrichtung (nach Überschreitung einer fest- gelegten Zeit). Diese Anzeige überschreibt eine vorhan- dene Anzeige „F“ oder „Zuglänge“ B X Z R

E T I F D

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 25

Gültig ab 15.12.2024

Bremsleitung ist geöffnet.
Diese Anzeige überschreibt eine vorhan- dene Anzeige „F“ oder „D“. Anzeige der Zuglänge numerisch in Metern zur Kontrolle und Eingabe. Die Anzeige er- folgt rechtsbündig ohne vorangestellte Nul- len (Darstellung beispielhaft für 40m). Hinweis: schraffierte Flächen symbolisieren blinkende Anzei- gen Tabelle 1: Anzeigen in der Betriebszustandsanzeige Die Leuchtmelder in der Anzeige- und Bedieneinrichtung dienen der Anzeige für den Triebfahrzeugführer relevanter system- bzw. betriebsbedingter Zustände der ZBS-Fahr- zeugeinrichtung. Die Leuchtmelder können drei Anzeigezu- stände einnehmen:

  • Dunkel
  • Dauerlicht
  • Blinklicht Leuchtmelder können sowohl einzeln leuchten/blinken oder in Kombination leuchten/blinken. Die Anzeigezustände sind in Tabelle 2 dargestellt.

Leuchtmelder L 4 0

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 26

Gültig ab 15.12.2024 Leucht- melder Farbe des Leucht- melders Bedeutung Blau

Leuchtet, wenn das ZBS im Betriebs- zustand „Zugfahrt“ oder „Rangierfahrt“ überwacht.

Gelb Blinkt im Betriebszustand „Zugfahrt“, wenn die vorsignalisierte Geschwindig- keit gleich 0 km/h ist.

Gelb

Leuchtet im Betriebszustand „Zug- fahrt“, wenn die vorsignalisierte Ge- schwindigkeit größer 0 km/h ist.

Rot Leuchtet während ZBS-Zwangsbrem- sung

Weiß Leuchtet wenn ein gestörter Daten- punkt erkannt wird.

Weiß Blinkt bei Störung in der Wegmessung des ZBS-Fahrzeuggerätes. Eine aktu- ell anstehende Datenpunktstörung überschreibt den blinkenden Leucht- melder mit Dauerlicht. Hinweis: schraffierte Flächen symbolisieren blinkende
Anzeigen Tabelle 2: Anzeigen der Leuchtmelder

Innerhalb der Anzeige- und Bedieneinrichtung sind meh- rere Bedientaster integriert:

  • Taster „System aus“
  • Taster „Test“
  • Taster „Zuglänge“
  • Taster „Anzeigen prüfen“

Bedientaster Ü G G S

A A

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 27

Gültig ab 15.12.2024 Bedientaster Funktion Aktivierung des Betriebszustandes „Bereit- schaft X“. Die Betätigung ist wirksam bei:

  • Stillstand
  • Keine ZBS-Zwangsbremsung Aktivierung des Systemzustandes „Test“.
    Die Betätigung ist wirksam bei:
  • Stillstand
  • Richtungswähler in Stellung "Vorwärts"
  • Keine ZBS-Zwangsbremsung Abfrage bzw. Änderung der aktuell eingestell- ten Zuglänge.
    Die Betätigung ist wirksam bei:
  • Stillstand
  • Keine ZBS-Zwangsbremsung
  • Richtungswähler in Stellung "Vorwärts"

Funktionsprüfung der Anzeigeelemente und Leuchtmelder der Anzeige- und Bedieneinrich- tung. Tabelle 3: Bedientaster

Bei Fahrzeug mit MAZ erfolgt über den Zugdateneinsteller die Eingabe der Zugnummer und der Triebfahrzeugführer- kennung.
Der Taster „Frei“ befindet sich auf dem Führerpult und löst statische Zwangsbremsungen niedriger Priorität.
Die wirksame Betätigung erfolgt unter folgenden Voraus- setzungen:

  • Stillstand
  • Richtungswähler in Stellung „Vorwärts“
  • Taster „Befehl“ nicht betätigt Das Lösen der statischen Zwangsbremsung erfolgt mit dem Loslassen des wirksam bedienten Tasters „Frei“.
    Zugdatenein- steller Taster „Frei“ Test System aus Zug- länge

Anzeig.

prüfen

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 28

Gültig ab 15.12.2024 Der Taster „Befehl“ befindet sich auf dem Führerpult und

  • löst statische Zwangsbremsungen hoher Priorität
  • ermöglicht die gewollte Vorbeifahrt am Halt gebieten- den Signal Die wirksame Betätigung zum Lösen der statischen Zwangsbremsung erfolgt unter folgenden Voraussetzun- gen:
  • Stillstand
  • Richtungswähler in Stellung „Vorwärts“
  • Taster „Frei“ nicht betätigt Das Lösen der statischen Zwangsbremsung erfolgt mit dem Loslassen des wirksam bedienten Tasters „Befehl“. Die Betätigung des Tasters „Befehl“ wird unwirksam:
  • bei zu langer Betätigung
  • bei Wechsel in den Betriebszustand "Befehlsfahrt" Die wirksame Betätigung zur Vorbeifahrt am Halt gebieten- den Signal oder einem gestörten Datenpunkt mit dem Über- gang in den Betriebszustand „Befehlsfahrt“ erfolgt unter fol- genden Voraussetzungen:
  • Richtungswähler in Stellung „Vorwärts“
  • der Datenpunkt am Halt gebietenden Signal lässt den Übergang in den Betriebszustand „Befehlsfahrt“ zu
    Der Übergang in den Betriebszustand „Befehlsfahrt“ erfolgt mit dem Loslassen des wirksam bedienten Tasters „Befehl“. Die Betätigung des Tasters „Befehl“ ist unwirksam:
  • bei betätigtem Taster „Frei“.
  • bei zu langer Betätigung
  • bei Wechsel in den Betriebszustand "Befehlsfahrt"
    Der ZBS-Überbrückungsschalter dient zur Überbrückung einer nicht lösbaren Zwangsbremsung bei gestörtem ZBS- Fahrzeuggerät. Er ist außerhalb des Führerpultes angeord- net. Der ZBS -Überbrückungsschalter besitzt die Stellungen „Aus“ Stellung „Aus“ ist die Normalstellung.

Taster „Befehl“ Zwangsbrem- sung lösen Befehlsfahrt ZBS-Überbrü- ckungsschalter

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 29

Gültig ab 15.12.2024 In Stellung „Ein“

  • nimmt die ZBS -Fahrzeugeinrichtung den Systemzu- stand „Störbetrieb ein“
  • ist die Zwangsbremsausgabe und ggf. die Antriebsab- schaltung überbrückt.
    Das Einschalten des ZBS -Überbrückungsschalters ist zu- gelassen
  • bei Störungen,
  • bei nachgeschobenen Zügen auf dem Schiebef ahr- zeug,
  • kurzzeitig zur Durchführung des Kalt starts nach Auf- forderung durch den Fdl, z.B. bei Fehlleitung. Die ZBS-Leitungsschutzschalter haben für die Bedienung der Fahrzeugeinrichtung keine Bedeutung. Das Ausschal- ten der Leitungsschutzschalter "ZBS" und "Datenrecorder" ist grundsätzlich verboten. Vorbereitung zur Fahrt Voraussetzung zum Betrieb der ZBS -Fahrzeugeinrichtung ist das Vorhandensein der Betriebsspannung (Batterie- hauptschalter und Leitungsschutzschalter der ZBS -Fahr- zeugeinrichtung eingeschaltet). Die Inbetriebnahme der ZBS -Fahrzeugeinrichtung erfolgt mit Aufschließen des Fahrschalters und Schalten des Rich- tungswählers in Stellung „Vorwärts“. Sofern das ZBS-Fahr- zeuggerät davor
  • ausgeschaltet war ( nicht im Systemzustand „Selbst- haltung“), erfolgt die Hochlaufanzeige. Anschließend wird zwingend zum Test aufgefordert (blinkendes „T“ in der Betriebszustandsanzeige).
  • im Systemzustand „Selbsthaltung“ befand, wird der Betriebszustand „Bereitschaft B“ oder der zuletzt vor- handene Betriebszustand eingenommen (siehe Ab- schnitt 5 (9)).

ZBS-Leitungs- schutzschalter ZBS aktivieren Voraussetzung Inbetriebnahme Kaltstart Warmstart

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 30

Gültig ab 15.12.2024 Nach wirksamer Betätigung des Tasters „Test“ ist zu prü- fen, dass:

  • die einmalige Sprachausgabe „Test“ erfolgt
  • alle Leuchtmelder in der Anzeige- und Bedieneinrich- tung Dauerlicht zeigen
  • die Betriebszustandsanzeige eingeschaltet istdie VZiel -Anzeige der Geschwindigkeitsanzeige eingeschaltet ist
  • alle Geschwindigkeitspunkte der VFrei Anzeige leuch- ten
  • die Bremsleitung geöffnet und wieder geschlossen wird. Nach Abschluss des Systemzustands „Tes t“ wird der Be- triebszustand „Bereitschaft B“ oder der zuletzt vorhandene Betriebszustand eingenommen.
    Nach Inbetriebnahme der Fahrzeugeinrichtung ist der Ma- ximalwert der Zuglänge eingestellt (nach „Kaltstart“ oder wenn die Datenhaltezeit überschritten wurde). Vor Fahrtan- tritt ist die Kontrolle der Zuglänge durchzuführen und gege- benenfalls die tatsächliche Länge des Zugverbandes einzu- geben. Die Zuglänge kann aus den vier festgelegten Werten 40, 80, 120 und 160 (Angabe in m) ausgewählt werden. Bei Zuglängen, für die kein Wert vorgesehen ist, muss auf den nächst höheren Wert aufgerundet werden. Zur Kontrolle/Eingabe der Zuglänge sind folgende Voraus- setzungen erforderlich:
  • Stillstand
  • Stellung des Richtungswählers in „Vorwärts“
  • keine Zwangsbremsausgabe durch das ZBS. Zur Kontrolle der eingestellten Zuglänge ist der Taster „Zuglänge“ in der Bedien- und Anzeigeeinrichtung kurz zu betätigen. Die Zuglänge wird daraufhin in der Betriebszu- standsanzeige kurzzeitig angezeigt.
    Zur Eingabe der Zuglänge ist der Taster „Zuglänge“ in der Bedien- und Anzeigeeinrichtung solange zu betätigen, bis die numerische Anzeige der Zuglänge in der Betriebszu- standsanzeige im Wechsel mit den unteren waagerechten Segmenten blinkt. Jede weitere kurze Betätigung des Tasters „Zuglänge“ schaltet die Anzeige der Zuglänge in Schritten weiter. Test Kontrolle und Eingabe der Zuglänge Kontrolle der Zuglänge Eingabe der
    Zuglänge

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 31

Gültig ab 15.12.2024 Die einzustellende Zuglänge wird übernommen, in dem der Taster „Zuglänge“ solange betätigt wird, bis die Zuglänge ohne Blinken angezeigt wird. Die Zugdaten bestehen aus der Triebfahrzeugführer -Ken- nung sowie der Zugnummer, unter der die folgende Zug- fahrt durchgeführt wird. Eingabe, Anzeige und Löschen der Zugdaten erfolgen am Zugdateneinsteller (Bild 4).
Vor Fahrtantritt ist die Eingabe der Zugdaten durchzufüh- ren. Die Zugnummer ist spätestens vor Beginn der Zugfahrt einzugeben.

Bild 4: Zugdateneinsteller - Beispiel

Die wirksame Bedienung des Zugdateneinstellers ist bei aufgeschlossenem Fahrschalter möglich. Die Funktion der Bedientaster des Zugdateneinstellers nach Bild 4 ist in Ta- belle 4 dargestellt.

Eingabe der Zugdaten

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 32

Gültig ab 15.12.2024 Bedientaster Funktion Taster „ZN“ Taster zur Aktivierung der Eingabe der Zugnummer Taster „TF“ Taster zur Aktivierung der Eingabe der Triebfahrzeugführer-Kennung Taster „RZ“ Taster zum Löschen der Zugnummer Taster „RT“ Taster zum Löschen der Triebfahrzeugfüh- rer-Kennung Numerische Be- dientaster Taster zur Zifferneingabe Pfeiltaster Rücktaster zum Löschen einzelner Ziffern Taster „E“ Taster zur Eingabebestätigung Tabelle 4: Bedientaster Zugdateneinsteller

Die Funktion dient zur Störungseingrenzung der Anzeigen und Hintergrundbeleuchtung an der Anzeige- und Bedien- einrichtung. Nach Betätigung des Tasters „Anzeig. Prüfen“ werden kurzzeitig alle Anzeigen, Leuchtmelder, die Hinter- grundbeleuchtung der Taster und alle Segmente der alpha- numerischen Anzeigen angeschaltet. Die Zeiger für die Ist- und vorgewählte Geschwindigkeit laufen einmal auf den Ta- cho-Endwert. Anschließend wird wieder der aktuelle Z u- stand angezeigt.
Fahrt Wird im Betriebszustand „Bereitschaft X“ oder „Bereitschaft B“ in einen mit ZBS ausgerüsteten Streckenbereich einge- fahren oder beginnt die Fahrt in einem solchen Bereich, wechselt am ersten Datenpunkt ( in der Regel an einem Rangier-, Vor- oder Hauptsignal in Fahrtrichtung) automa- tisch der Betriebszustand nach den in Abschnitt 5 beschrie- benen Bedingungen (Systemaufnahme).
Im S-Bahn-Netz kennzeichnet ein Orientierungszeichen mit der Aufschrift "ZBS" den Beginn eines Streckenabschnitts mit ZBS-Ausrüstung. An den Übergängen vom Fernbahn- Netz in das S -Bahn- Netz ist dieses Orientierungszeichen in der Regel nicht vor- handen.
Anzeigen prüfen Einfahren in ei- nen ZBS-Stre- ckenbereich Orientierungszei- chen ZBS

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 33

Gültig ab 15.12.2024 Bild 5: Orientierungszeichen für den Beginn der ZBS-Stre- ckenausrüstung

Erfolgt der Wechsel in die Betriebszustände „Zugfahrt“ oder „Rangierfahrt“, muss der Leuchtmelder „Ü“ leuchten.
Erfolgt am Beginn eines mit ZBS ausgerüsteten Strecken- bereichs ( ggf. gekennzeichnet durch die ZBS -Kennzeich- nung im Fahrplan sowie das Orientierungszeichen ZBS) keine Systemaufnahme, so ist von einer Störung der Fahr- zeug- oder Streckeneinrichtung auszugehen. Teilen Sie die nicht erfolgte Systemaufnahme umgehend dem Fahrdienst- leiter mit. Da die Systemaufnahme am nächsten, für das Gleis gülti- gen, Vor-, Haupt- oder Rangiersignal erfolgt, kann vor allem bei Fahrten im linken S treckengleis oder Gegengleis der Standort des Signals (und damit auch der Sys temauf- nahme) von der ZBS-Kennzeichnung im Fahrplan oder vom ZBS-Orientierungszeichen abweichen. Im Zusammenhang mit der weiteren ZBS- Ausrüstung des Berliner S-Bahn-Netzes können ZBS -Streckenabschnitte an Haupt- oder Sperrsignalen zusätzlich mit Fahrsperren- einrichtungen ausgerüstet sein (Doppelausrüstung). Auf Streckenabschnitten mit Doppelausrüstung dürfen füh- rende S -Bahnfahrzeuge ohne ZBS -Fahrzeugeinrichtung eingesetzt werden. Für das Führen dieser Fahrzeuge gel- ten die Regelungen des Fahrsperrensystems. Für führende Fahrzeuge mit ZBS-Fahrzeugeinrichtung gelten die Rege- lungen für ZBS-Strecken. Bei überbrückter ZBS-Fahrzeug- einrichtung gelten die Regelungen des Fahrsperrensys- tems. Im S-Bahn-Netz kennzeichnet ein Orientierungszeichen mit der Aufschrift "FSP ZBS" den Beginn eines Streckenab- schnitts mit Doppelausrüstung. Leuchtmelder „Ü“ Nicht erfolgte Systemaufnahme Systemaufnahme im Gegengleis Doppelausrüs- tung der Strecke mit ZBS und Fahrsperre

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 34

Gültig ab 15.12.2024 Bild 6: Orientierungszeichen für Doppelausrüstung ZBS und Fahrsperre

Da der Fahrdienstleiter die Fahrzeugausrüstung eines Zu- ges nicht erkennen kann, behandelt er auf dem Strecken- abschnitt mit Doppelausrüstung alle Züge nach den Rege- lungen für ZBS-Strecken. Die Überwachung von signalisierten Geschwindigkeitsbe- schränkungen (Ks1 mit Zs3v) erfolgt gemäß Abschnitt 8 (2). Die aktive Überwachung einer Geschwindigkeitsbeschrän- kung wird im Betriebszustand " Zugfahrt" ab dem Ort der Vorsignalisierung durch den Leuchtmelder „G“ mit Dauer- licht angezeigt. Die Anzeige der Zielgeschwindigkeit erfolgt ab einer bestimmten Distanz zum Zielsignal. Am Zielsignal erlöschen die Anzeigen, wenn die Bedingun- gen für ihr Anschalten nicht erneut gegeben sind.
Die Überwachung eines Halts (Ks 2, Bü 0) erfolgt gemäß Abschnitt 8 (2). Die aktive Überwachung einer Fahrt auf Halt wird im Be- triebszustand "Zugfahrt" ab dem Ort der Vorsignalisierung durch den Leuchtmelder „G“ blin kend angezeigt. Ab einer bestimmten Distanz zum Zielsignal erfolgt:

  • die Anzeige der Zielgeschwindigkeit "0"
  • die Anzeige der Freigabegeschwindigkeit. Die Anzeigen der Zielgeschwindigkeit, Freigabegeschwin- digkeit und der Leuchtmelder „G“ erlöschen
  • am Zielsignal oder
  • in der Mitte eines gestörten Bahnübergangs, wenn die Bedingungen für ihr Anschalten nicht erneut ge- geben sind.
    Überwachen von Geschwin- digkeitsbe- schränkungen Überwachen auf Halt

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 35

Gültig ab 15.12.2024 Geschwindigkeitsbeschränkungen bzw. die Fahrt auf Halt werden grundsätzlich bis zum entsprechenden Zielsignal, in der Regel das nächste Hauptsignal, überwacht. Das gilt auch, wenn dies es Signal zwischenzeitlich eine geringere oder keine Beschränkung anzeigt. Die Information hierüber kann erst durch den Datenpunkt am Zielsignal übermittelt werden.
Damit in bestimmten Fällen die aktuelle Signalisierung schon früher übermittelt wird, kann ein zusätzlicher Daten- punkt des Zielsignals in einem größeren Abstand davor ver- legt sein. An diesem Datenpunkt wird dann die Überwa- chung entsprechend der aktuellen Signalisierung schon vor Erreichen des Zielsignals aktualisiert.
Die Aktualisierung umfasst das Übermitteln einer unverän- derten, geringeren oder entfallenen Beschränkung sowie der Haltstellung.
Die Überwachung von Geschwindigkeitswechseln erfolgt im Betriebszustand

  • Zugfahrt
  • Befehlsfahrt (Für Zugfahrten , die auf die zulässige Streckengeschwindigkeit gemäß Abschnitt 5 (7) über- wacht werden). Ab Hauptsignal, Vorsignal oder Signal Lf 6 überwacht ZBS die Geschwindigkeitsverminderung bis zu der Stelle an der die angekündigte Geschwindigkeit erreicht sein muss (Sig- nal Lf 7). Ab Signal Lf 7 überwacht ZBS die angekündigte Geschwin- digkeit.
    Die aktuellen Anzeigen der Anzeige- und Bedieneinrichtung werden durch die Überwachung von Geschwindigkeits- wechseln nicht beeinflusst. Die Überwachung vorübergehender Langsamfahrstellen
    kann durch den Einsatz von zusätzlichen Datenpunkten im Netz erfolgen.

Überwachung ohne Signal ak- tualisieren Überwachen von Geschwin- digkeitswech- seln Überwachen von vorüberge- henden Lang- samfahrstellen

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 36

Gültig ab 15.12.2024 Die Überwachung von vorübergehenden Langsamfahrstel- len erfolgt im Betriebszustand

  • Zugfahrt
  • Rangierfahrt
  • Befehlsfahrt (Z)
  • Befehlsfahrt (R)
  • Befehlsfahrt (Für Zugfahrten, die auf die zulässige Streckengeschwindigkeit gemäß Abschnitt 5 (7) über- wacht werden). Ab der Ankündigung einer vorübergehenden Langsamfahr- stelle überwacht ZBS die Geschwindigkeitsverminderung bis zum Erreichen der Stelle an dem die angekündigte Ge- schwindigkeit erreicht sein muss (Signal Lf 2).
    Im Bereich der vorübergehenden Langsamfahrstelle über- wacht ZBS die angekündigte Geschwindigkeit.
    Die aktuellen Anzeigen der Anzeige- und Bedieneinrichtung werden durch die Überwachung von vorübergehenden Langsamfahrstellen nicht beeinflusst. Ab dem Signal Bü 0 überwacht ZBS die Geschwindigkeits- verminderung vor Erreichen des Bahnübergangs. Der Be- reich der Freigabegeschwindigkeit beginnt vor dem Bahn- übergang. Nach dem Anhalten und während des Befahrens wird eine Freigabegeschwindigkeit von 15 km/h überwacht. Die Überwachung endet, wenn die Zugspitze die Mitte des Bahnübergangs erreicht hat. Die Anzeigen des Leuchtmelders „G“, der Zielgeschwindig- keit und der Freigabegeschwindigkeit erfolgen analog wie bei „Überwachen auf Halt“. Sie überschreiben ggf. vorhan- dene Anzeigen einer laufenden Überwachung zum folgen- den Hauptsignal.
    In den Betriebszuständen „Rangierfahrt“ und „Befehlsfahrt“ wird die aktive Überwachung des Befahrens eines gestör- ten Bahnübergangs nur mit Zielgeschwindigkeit "0" ange- zeigt. Ist ein Datenpunkt als gestört bekannt, ist eine Vorbeifahrt mit wirksamer Bedienung des Tasters „Befehl“ möglich. Da- bei:
  • wird in den Betriebszustand „Bereitschaft B“ mit Über- wachungsgeschwindigkeit 25 km/h gewechselt und
  • der Leuchtmelder „Ü“ erlischt.

Befahren ge- störter Bahn- übergänge Zulässige Vor- beifahrt an ge- störten Daten- punkten

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 37

Gültig ab 15.12.2024 Der Betriebszustand „Bereitschaft B“ bleibt bis zum Errei- chen eines Signals bzw. Datenpunktes erhalten, an dem die Überwachung wieder aktualisiert werden kann (Systemauf- nahme).
Während einer statischen Zwangsbremsung wird

  • der Leuchtmelder „S“ in Dauerlicht geschaltet,
  • nur ggf. der Leuchtmelder „A“ angeschaltet und
  • die Ist -Geschwindigkeit und die vorgewählte Ge- schwindigkeit angezeigt.
    Alle anderen Anzeigen werden über die Dauer der stati- schen Zwangsbremsung abgeschaltet.
    Während einer dynamischen Zwangsbremsung bleiben alle bestehenden Anzeigen erhalten. Zusätzlich leuchtet der Leuchtmelder „S“ über die Dauer der Zwangsbremsung .

Bei Dauerbedienung der Taster „Frei“, „Befehl“ oder von Tastern der Anzeige - und Bedieneinrichtung erfolgt nach fest gelegter Zeit die Anzeige „D“ in der Betriebszustands- anzeige. Die Taster „Frei“ und „Befehl“ werden bei Dauer- bedienung unwirksam. Eine Sprachausgabe im Führerraum informiert über Ereig- nisse im Zusammenhang mit der Überwachung durch das ZBS (Tabelle 5). Darüber hinaus kann die Sprachausgabe fahrzeugspezifisch Informationen über Ereignisse aus an- deren Fahrzeugsystemen erzeugen.

Anzeigen bei statischer Zwangsbrem- sung Anzeigen bei dynamischer Zwangsbrem- sung Anzeige der Tasterdauerbe- dienen
Sprachausgabe

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 38

Gültig ab 15.12.2024 Text für die Ansagen Sachverhalt Kriterien für den
Beginn der Ansagen Kriterien für das
Beenden der
Ansagen „Geschwindig- keit“
(wiederholend) Unzulässige Geschwindig- keit Ist-Geschwindigkeit überschreitet momen- tan überwachte Ge- schwindigkeit Ist-Geschwindigkeit unterschreitet momen- tan überwachte Ge- schwindigkeit „Test“ Test der ZBS- Fahrzeugein- richtung Bedienung Taster „Test“ nach einmaliger An- sage „Befehl“ (zügig wieder- holend wäh- rend der Bedie- nung des Be- fehlstasters) Quittung für wirksame Be- fehlstasterbe- dienung Bedienung des Tas- ters „Befehl“ bei Loslassen des Tasters „Befehl“ bei Dauerbetätigung (Ende der Ansage gilt als Rücknahmeauffor- derung nach akzeptierter Be- dienung (Übergang in den Betriebszustand „Befehlsfahrt“) „Störung“ Bedingungen zum Anschal- ten des Leucht- melders "A" sind gegeben Anschalten des Leuchtmelders „A“ Nach einmaliger An- sage "Überwachung" (optional) Bedingungen zum Anschal- ten des Leucht- melders "G" sind gegeben Anschalten des Leuchtmelders „G“ Nach einmaligerAn- sage Tabelle 5: Sprachausgabe

Soll der Betriebszustand „Bereitschaft X“ manuell einge- stellt werden, muss sich der Richtungswähler vorher in Stel- lung „0“ befinden. Anschließend sind folgende Bedienhand- lungen vorzunehmen:

  • Taster „System aus“ betätigen
  • Richtungswähler in Stellung "Vorwärts" schalten
  • Taster „System aus“ loslassen
    Anschließend wird der Betriebszustand in der Bedien- und Anzeigeeinrichtung angezeigt. Betriebszustand „Bereitschaft X“ manuell einstel- len

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 39

Gültig ab 15.12.2024 Beenden der Fahrt Vor Verlassen des Fahrzeugs ist die Triebfahrzeugführer - Kennung zu löschen. Nach Nullstellung des Richtungswählers erlöschen die Leuchtmelder und Anzeigen auf der Anzeige- und Bedien- einrichtung. Eine evtl. anstehende ZBS -Zwangsbremsung wird am Leuchtmelder "S" weiterhin angezeigt.
Mit Verschließen des Fahrschalters wird eine evtl. anste- hende ZBS-Zwangsbremsung am Leuchtmelder "S" nicht mehr angezeigt. Die ZBS-Fahrzeugeinrichtung geht in den Systemzustand „Selbsthaltung“ über. Es beginnt die Daten- haltezeit.
Nach Ablauf der Datenhaltez eit oder bei Bewegung des Fahrzeugs werden die gespeicherten Streckendaten ge- löscht und die Zuglänge wird auf den Maximalwert gesetzt.
Nach Ablauf der Selbsthaltezeit schaltet sich die ZBS-Fahr- zeugeinrichtung ab. Unregelmäßigkeiten
Der Ausfall der Batteriespannung oder das Ausschalten des Leitungsschutzschalters "ZBS" führt zum vollständigen Ausfall sämtlicher Funktionen des ZBS -Fahrzeuggerätes. Das spannungslose Fahrzeuggerät führt zum Öffnen der Bremsleitung. Die Brem sleitung kann durch Einschalten des ZBS-Überbrückungsschalters geschlossen werden.
Bei eingeschaltetem ZBS-Überbrückungsschalter führt das Einschalten bzw. Aktivieren der Fahrzeugeinrichtung (Fahr- schalter auf schließen, Richtungswähler in Stellung "Vor- wärts") in den Systemzustand "Störbetrieb".
Für die Fahrt mit überbrückter ZBS -Fahrzeugeinrichtung sind die hierfür getroffenen betrieblichen
Regelungen zu beachten.
Kann das Öffnen der Bremsleitung im Systemzustand "Test" nicht festgestellt werden, ist die ZBS -Fahrzeugein- richtung als gestört zu betrachten. Der Überbrückungs- schalter einzuschalten. Ist eine durch das ZBS -Fahrzeuggerät ausgegebene Zwangsbremsung bei Einhaltung der Voraussetzungen zur Rücknahme nicht lösbar, ist der ZBS-Überbrückungsschal- ter einzuschalten. Tf-Kennung lö- schen
ZBS deaktivie- ren Fahrschalter verschließen Datenhaltezeit Selbsthaltezeit Spannungsver- sorgung Überbrückungs- schalter einge- schaltet Unregelmäßig- keiten beim Test Zwangsbrem- sung lässt sich nicht lösen

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 40

Gültig ab 15.12.2024 Wird beim Befahren von -Datenpunkten eine gestörte Da- tenübertragung festgestellt, erfolgt durch das ZBS eine dem Datenpunkt entsprechende Sicherheits - bzw.
Meldereaktion. Die Meldereaktion ist das zeitlich begrenzte Anschalten des Leuchtmelders "A".
Die Sicherheitsreaktion ist die Zwangsbremsung in Verbin- dung mit dem Anschalten des Leuchtmelders "A" über die Dauer der Zwangsbremsung.
Die Wertigkeit der Übertragungsstörung bestimmt die
Melde- oder Sicherheitsreaktion:

  • nur Meldereaktion
  • statische Zwangsbremsausgabe niedriger Priorität
  • statische Zwangsbremsausgabe hoher Priorität
    Bei statischen Zwangsbremsungen hoher Priorität (Lösen mit Taster "Befehl" möglich) im Zusammenhang mit dem Leuchtmelder "A" gelten besondere betriebliche Regelun- gen zu Störungen an ZBS-Streckeneinrichtungen.
    Eine Störung der Wegmesssensoren wird durch den blin- kenden Leuchtmelder „A“ mit folgender zeitlicher Abfolge angezeigt:
  • Beim erstmaligen Auftreten einer Odometriestörung wird der Leuchtmelder „A“ dauerhaft blinkend ange- steuert, bis der Fahrtrichtungswähler in Stellung „0“ geschaltet wird.
  • Liegt eine remanent gespeicherte Odometriestörung vor und der Fahrtrichtungswähler wird auf Stellung „V“ geschaltet, wird der Leuchtmelder „A“ für 10 Sekun- den blinkend angesteuert.
  • Liegt eine remanent ge speicherte Odometriestörung länger als zwölf Tage vor und der Fahrtrichtungswäh- ler wird auf Stellung „V“ geschaltet, wird der Leucht- melder „A“ dauerhaft blinkend angesteuert. Die Überwachungsgeschwindigkeit ist in diesem Zustand um ca. 2 -3 km/h reduziert. Zur Vermeidung von ZBS - Zwangsbremsungen ist die Ist-Geschwindigkeit zu reduzie- ren.
    Die Störung kann sich beim Befahren von ZBS-Streckenbe- reichen selbstständig zurücksetzen.

gestörte Daten- übertragung
Odometrie-
Störung

Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen Zugbeeinflussungsanlagen bedienen; Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) 483.0305 Seite 41

Gültig ab 15.12.2024 Bleibt die Störung über einen längeren Zeitraum bestehen (14 Tage), wechselt di e ZBS -Fahrzeugeinrichtung
automatisch in den Störbetrieb. 