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2026-06-30 21:19:25 +02:00

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Richtlinie
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
483.0305
Seite 1
Fachautor: I.NDT 3232; Patrick Hoffmeister; Tel.: +49 15232188660 Gültig ab 15.12.2024
Diese Ril gliedert sich wie folgt:
1 Geltungsbereich 2
2 Aufgabe 2
3 Aufbau 3
4 Wirkungsweise 4
5 Betriebs- und Systemzustände 5
6 Überwachungsfunktionen 13
7 Zwangsbremsausgaben 16
8 Geschwindigkeitsüberwachung 19
9 Anzeigen und Bedienelemente 21
10 Vorbereitung zur Fahrt 29
11 Fahrt 32
12 Beenden der Fahrt 39
13 Unregelmäßigkeiten 39
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
483.0305
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Gültig ab 15.12.2024
Geltungsbereich
Diese Richtlinie gilt für alle Fahrzeuge, die mit dem
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) ausgerüs-
tet sind.
Aufgabe
Das ZBS ist ein verdeckt arbeitendes Zugbeeinflussungs-
system mit kontinuierlich wirkender Geschwindigkeitsüber-
wachung für
- Zugfahrten
- Rangierfahrten
sowie in eingeschränkter Form für
- Fahrten ohne Haupt- und Rangiersignalbedienung
Es befreit nicht von der Beobachtung der St recke und der
Signale.
Folgende grundsätzliche Aufgaben werden durch das ZBS
realisiert:
- Überwachen der zulässigen Geschwindigkeit
- Überwachen der Halt gebietenden Signale
- Überwachen von unzulässigen Fahrzeugbewegungen
- Überwachen des Abfahrens der Zuglänge
Dabei berücksichtigt die Überwachung der zulässigen Ge-
schwindigkeit die
- zulässige Fahrzeughöchstgeschwindigkeit
- zulässige Streckengeschwindigkeit
- ab Hauptsignal geltenden Geschwindigkeit
- Geschwindigkeit für Fahrten ohne Haupt - bzw. Ran-
giersignalbedienung
- Geschwindigkeitsbeschränkungen
- Geschwindigkeitswechsel und vorübergehende Lang-
samfahrstellen
- Geschwindigkeit bei gestörtem Bahnübergang
- Rangiergeschwindigkeit
Bezüglich der Halt gebietenden Signale verhindert das ZBS
technisch bedingt das Erreichen des dahinter liegenden
Gefahrenpunktes. Die unzulässige Vorbeifahrt am Signal
selbst wird nicht verhindert.
Geltungsbereich
Aufgabe
Zusätzliche
Funktionen
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
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Gültig ab 15.12.2024
Systemreaktion bei Konflikten mit den Überwachungsfunk-
tionen sind akustische Warnungen oder die Zwangsbrem-
sung.
Aufbau
Die ZBS -Streckeneinrichtung besteht aus Datenpunkten
(Eurobalisen) und den LEU (Lineside Electronic Units).
Die Datenpunkte dienen der Informationsübertragung von
der Strecke zum Fahrzeug. Sie sind mittig im Gleis ange-
ordnet und übertragen Strecken - und Signalinformationen
in Datentelegrammen.
Datenpunkte können aus einer einzelnen Eurobalise oder
aus zwei zusammengehörenden Eurobalisen bestehen.
Dabei wird die erste Eurobalise immer Markierungsbalise
genannt. Eine ggf. vorkommende zweite Balise wird Infor-
mationsbalise genannt.
Die Eurobalisen können entweder mit einen Standar dtele-
gram fest programmiert sein (Festdatenbalise) oder signal-
und/oder weichenlageabhängig veränderliche Telegramme
senden (steuerbare Balise). Die steuerbaren Balisen sind
über die LEU und ggf. den Weichenstellteilen des Stell-
werks mit dem Signal verbunden.
Datenpunkte sind in der Regel in Fahrtrichtung untereinan-
der verkettet. Verkettete Daten# punkte übermitteln dem
Fahrzeug Entfernung und Bezeichnung des folgenden Da-
tenpunktes. Diese Informationen werden von der Fahrzeu-
geinrichtung im Fahrtverlauf zusätzlich überwacht.
Unverkettete Datenpunkte übermitteln keine Informationen
zu den nachfolgenden Datenpunkten.
Die LEU stellen die Verbindung zwischen Vor -, Haupt -,
Rangier- oder Überwachungssignal und Datenpunkt her.
Sie dienen der Übergabe der Signalinformation entspre-
chend des anstehenden Signalbegriffs an die Datenpunkte.
Die LEU sind dazu in unmittelbarer Nähe zum Signal ange-
bracht.
Streckeneinrich-
tung
Datenpunkte
Datenpunkteigen-
schaften
Datenpunktver-
kettung
LEU
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
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Die ZBS -Fahrzeugeinrichtung besteht aus einem ZBS -
Fahrzeuggerät mit folgenden peripheren Komponenten:
- einer Balisenantenne
- Sensoren für die Wegmessung
- einer Anzeige- und Bedieneinrichtung
- den Tastern „Frei“ und „Befehl“
- einer Sprachausgabe
- einem Datenrecorder
- einem Zugdateneinsteller
- einem ZBS-Überbrückungsschalter
- mehreren Leitungsschutzschaltern
Wirkungsweise
Die Informationsübertragung in Form von Datentelegram-
men erfolgt zwischen Strecke und ZBS-Fahrzeuggerät über
die Datenpunkte und die Balisenantenne zum ZBS -Fahr-
zeuggerät. Dabei werden beim Befahren der Datenpunkte
ausschließlich Inf ormationen von der Strecke zum ZBS -
Fahrzeuggerät übertragen.
Das ZBS-Fahrzeuggerät verarbeitet Datentelegramme nur
bei Vorwärtsbewegung. Dabei setzt es die Informationen
entsprechend der aktuellen Betriebszustände in Überwa-
chungsfunktionen um.
In Abhängigkeit von Betriebszustand und Überwachungs-
funktion werden Informationen durch die ZBS -Fahrzeugei-
nrichtung an den Triebfahrzeugführer ausgegeben. Hierzu
zählen Geschwindigkeitsanzeigen, Sprachausgaben,
Leuchtmelderanzeigen und Betriebszustandsanzeigen.
Bedienhandlungen durch den Triebfahrzeugführer an den
ZBS-relevanten Bedienelementen können Betriebszu-
stände und Überwachungsfunktionen beeinflussen.
Da die Übertragung zwischen Strecke und Fahrzeug aus-
schließlich an den O rten der Datenpunkte erfolgt, werden
die Überwachungsfunktionen sowie die sich daraus erge-
benen Informationen an den Triebfahrzeugführer auch nur
an diesen Orten aktualisiert („punkförmige Zugbeeinflus-
sung“).
Fahrzeugein-
richtung
Informations-
übertragung
Verarbeitung im
Fahrzeug
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
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Aus den Informat ionen der Datenpunkte (Streckendaten)
ermittelt das ZBS-Fahrzeuggerät entsprechend des jeweili-
gen Betriebszustandes die Überwachungsgeschwindigkeit
(die zulässige und kontinuierlich überwachte Geschwindig-
keit).
Sicherheitsreaktion des ZBS-Fahrzeuggerätes ist die ZBS-
Zwangsbremsung. Diese wird über einen Eingriff in die
Bremsleitung des Triebfahrzeugs realisiert. Zusätzlich kann
separat eine Antriebsabschaltung bewirkt werden.
In Abhängigkeit von Betriebszustand und Überwachungs-
funktion können eine akustische Warnung und die ZBS -
Zwangsbremsung in einem definierten Abstand zur Über-
wachungsgeschwindigkeit erfolgen.
Bild 1: Übersicht zur Strecken- und Fahrzeugeinrichtung -
Beispiel
Betriebs- und Systemzustände
Das ZBS-Fahrzeuggerät wird in Betriebs - und Systemzu-
ständen betrieben.
Übergänge zwischen den Betriebszuständen erfolgen in
der Regel durch Informationen aus einem Datenpunkt
(u. U. unter Mitwirkung des Triebfahrzeugführers) oder bei
Verlust der Streckendaten (z.B. durch eine entsprechende
Sicherheitsreaktion oder eine Datenpunktstörung).
Überwachungs-
geschwindigkeit
Sicherheits-
reaktion
Allgemein
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
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Die Systemzustände stellen sich nach entsprechender Be-
dienung des ZBS -Fahrzeuggerätes durch den Triebfahr-
zeugführer oder automatisch als Ergebnis der internen
Funktionsüberwachung ein.
Das ZBS -Fahrzeuggerät kann folgende Betriebszustände
einnehmen:
- Bereitschaft B oder X,
für Fahrten ohne Streckendaten z.B. nach dem Ein-
schalten des ZBS-Fahrzeuggerätes (Bereitschaft B)
oder für Fahrten im Netz der Berliner S -Bahn ohne
ZBS-Streckeneinrichtungen (Bereitschaft X).
- Zugfahrt
für Zugfahrten unter kontinuierlicher Überwachung.
- Rangierfahrt
für Rangierfahrten
- Befehlsfahrt Z oder R,
für Zugfahrten ohne Signalbedienung (Befehlsfahrt Z)
oder für Rangierfahrten ohne S ignalbedienung (Be-
fehlsfahrt R)
Das ZBS -Fahrzeuggerät kann folgende Systemzustände
einnehmen:
- Selbsthaltung,
zur Beschleunigung des Einschaltvorgangs
- Test,
für die Durchführung einer internen Überprüfung der
Funktionssicherheit
- Störbetrieb,
für den Ausfall sicherheitsrelevanter Funktionen
oder bei Überbrückung der Zugbeeinflussung durch
den Triebfahrzeugführer
Betriebszu-
stände -
Übersicht
Systemzustände
- Übersicht
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
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Verfügt das ZBS-Fahrzeuggerät nicht über Streckendaten,
wird der Betriebszustand „Bereitschaft B“ eingenommen.
Dieser Zustand besteht unmittelbar nach dem Einschalten
oder wenn Streckendaten funktionsbedingt gelöscht wur-
den:
- nach dem Einschalten des ZBS -Fahrzeuggerätes,
wenn der Systemzustand „Test“ erfolgreich durchlau-
fen wurde
- nach dem Aufschließen des Fahrschalters (Führerpult
aktivieren) im Systemzustand „Selbsthaltung“, wenn
die Streckendaten zwischenzeitlich gelöscht wurden
(siehe Abschnitt 10 (2))
- nach dem Aufschließen des Fahrschalters im System-
zustand „Selbsthaltung“, wenn die Streckendaten zwi-
schenzeitlich durch die Rollüberwachung gelöscht
wurden (siehe Abschnitt 6 (5))
- nach Vorbeifahrt an einem gestörten Datenpunkt,
wenn dazu (zulässig) die Bedienung des Tasters „Be-
fehl“ vorgenommen wurde
Die Überwachungsgeschwindigkeit im Betrieb szustand
„Bereitschaft B“ beträgt 25 km/h.
Im Betriebszustand „Zugfahrt“ verfügt das ZBS über die not-
wendigen Streckendaten, um die Ist -Geschwindigkeit kon-
tinuierlich und wegabhängig zu überwachen. Alle Überwa-
chungsaufgaben werde n vollumfänglich ausgeführt. Der
Leuchtmelder „Ü“ leuchtet.
Der Übergang in den Betriebszustand „Zugfahrt“ erfolgt un-
ter folgenden Bedingungen:
- Bei Vorbeifahrt an einem Hauptsignal, das einen
Fahrtbegriff für eine Zugfahrt zeigt
- Nach Vorbeifahrt an einem Vorsignal, das im reinen
Zugfahrt-Bereich aufgestellt ist
- Im Bereich von Bahnsteigen oder
- Vor dem Beginn eines Streckenabschnitts mit ZBS -
Ausrüstung
Durch die Betriebszustandsanzeigen werden die betriebli-
chen Regelungen für Zug- und Rangierfahrten weder er-
setzt noch ungültig.
Betriebszustand
„Bereitschaft B“
Überwachungs-
geschwindigkeit
Betriebszustand
„Zugfahrt“
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Die Überwachungsgeschwindigkeit im Betriebszustand
„Zugfahrt“ entspricht
- wenn die Geschwindigkeit am Ort nicht signalbedingt
vermindert werden muss (statische Überwachung) der
zulässigen Geschwindigkeit.
wenn die Geschwindigkeit am Ort signalbedingt ver-
mindert werden muss (statische Überwachung) der
signalisierten Geschwindigkeit.
- wenn die Geschwindigkeit am Ort signalbedingt ver-
mindert werden muss (dynamis che Überwachung)
dem Verlauf einer Zwangsbremsung auf das Ziel der
(vor-)signalisierten Geschwindigkeit (Zielgeschwindig-
keit größer Null).
- wenn die Geschwindigkeit am Ort signalbedingt auf
ein Haltsignal vermindert werden muss (dynamische
Überwachung) dem Verlauf einer Zwangsbremsung
auf ein Ziel hinter dem Haltsignal und vor dem Gefah-
renpunkt (Zielgeschwindigkeit gleich Null).
- wenn am Haltsignal vorbeigefahren werden soll oder,
wenn das Signal zwischenzeitlich in Fahrtstellung ge-
wechselt ha t, am Signal der Geschwindigkeit einer
Zwangsbremsung auf ein Ziel hinter dem Signal und
vor dem Gefahrenpunkt (Freigabegeschwindigkeit).
Im Betriebszustand „Rangierfahrt“ werden dem ZBS -Fahr-
zeuggerät keine Verkettungsinformationen übermittelt.
Überwacht wird eine statische Überwachungsgeschwindig-
keit, die am jeweiligen Datenpunkt wirksam wird sowie die
Vorbeifahrt an einem Haltsignal. Der Le uchtmelder „Ü“
leuchtet.
Der Übergang in den Betriebszustand „Rangierfahrt“ erfolgt
unter folgenden Bedingungen:
- nach Vorbeifahrt an einem Hauptsignal, das einen
Fahrtbegriff für eine Rangierfahrt zeigt
- nach Vorbeifahrt an einem Sperrsignal, das einen
Fahrtbegriff für eine Rangierfahrt zeigt
- nach Vorbeifahrt an sonstigen Rangiersignalen, die ei-
nen Fahrtbegriff für eine Rangierfahrt zeigen
- nach Vorbeifahrt an einem besonderen Datenpunkt
ohne Signalbezug
- nach Vorbeifahrt an einem Sperrsignal im Nahbedien-
bereich, das Kennlicht zeigt ; dadurch wird keine be-
triebliche Zustimmung zur Rangierfahrt gegeben.
Überwachungs-
geschwindigkeit
Betriebszustand
„Rangierfahrt“
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Durch die Betriebszustandsanzeigen werden die betriebli-
chen Regelungen für Zug- und Rangierfahrten weder er-
setzt noch ungültig.
Die Überwachungsgeschwi ndigkeit im Betriebszustand
„Rangierfahrt“ beträgt 25 km/h.
Der Betriebszustand „Befehlsfahrt" überwacht Rangier- und
Zugfahrten im Zusammenhang mit Fahrten bei Halt gebie-
tenden Signalen oder gestörten Datenpunkten. Die Über-
wachung kann in bestimmten Fällen die Verkettungsinfor-
mationen einschließen. Dann wird die Ist -Geschwindigkeit
wie im Betriebszustand „Zugfahrt“ überwacht. Sonst wird
eine statische Überwachungsgeschwindigkeit sowie die
Vorbeifahrt an einem Haltsignal überwacht.
Der Übergang in den Betriebszustand „Befehlsfahrt“ erfolgt
unter folgenden Bedingungen:
- bei Vorbeifahrt an einem Halt gebietenden Signal mit
Bedienung des Tasters „Befehl“
- nach der Bedienung des Tasters „Befehl“ zum Lösen
einer ZBS-Zwangsbremsung
Die Überwac hungsgeschwindigkeit im Betriebszustand
„Befehlsfahrt“ beträgt:
- für Rangierfahrten 25 km/h
- für Zugfahrten 40 km/h
- für Zugfahrten die zulässige Streckengeschwindigkeit,
wenn im Streckenverlauf ein einzelnstehendes Vor-
signal folgt (Überwachu ng der Geschwindigkeitsbe-
schränkung im anschließenden Weichenbereich be-
achten)
Die Überwachung von Rangierfahrten, dann „Befehlsfahrt
(R)“, erfolgt wenn:
- das Halt gebietende Signal ausschließlich für Rangier-
fahrten gilt oder
- das Halt gebietende Signal für Rangier- oder Zugfahr-
ten gilt und davor nicht im Betriebszustand „Zugfahrt“
überwacht wurde.
Die Überwachung von Zugfahrten, dann „Befehlsfahrt (Z)“
erfolgt, wenn:
- das Halt gebietende Signal ausschließlich für Zugfahr-
ten gilt oder
- das Halt gebietende Signal für Rangier- oder Zugfahr-
ten gilt und davor im Betriebszustand „Zugfahrt“ über-
wacht wurde.
Überwachungs-
geschwindigkeit
Betriebszustand
„Befehlsfahrt“
Überwachungs-
geschwindigkeit
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Der Betriebszustand „Befehlsfahrt (R)“ bzw. „Befehlsfahrt
(Z)“ bleibt erhalten, wenn zwischenzeitlich die Streckenda-
ten aufgrund des Ablaufs der Datenhaltezeit gelöscht wur-
den (siehe Abschnitt 9). Die Überwachung in „Befehlsfahrt
(Z)“ erfolgt dann (ohne Streckendaten) auf die statische
Überwachungsgeschwindigkeit von 40 km/h.
Der Betriebszustand „Bereitschaft X“ ermöglicht den Be-
trieb des ZBS in Bereichen des Berliner S -Bahn-Netzes
ohne ZBS-Streckenausrüstung. Überwacht wird eine stati-
sche Überwachungsgeschwindigkeit.
Der Übergang in den Betriebszustand „Bereitschaft X“ er-
folgt unter folgenden Bedingungen:
- der Triebfahrzeugführer stellt den Betriebszustand
manuell ein (siehe Abschnitt 11 (14))
- der Betriebszustand stellt sich automatisch (nach Be-
fahren eines entsprechenden Datenpunktes) am Ende
eines mit ZBS ausgerüsteten Streckenbereichs ein.
Die Überwachungsgeschwindigkeit im Betriebszustand
„Bereitschaft X“ entspricht der zulässigen Fahrzeugge-
schwindigkeit.
Bei Erreichen eines mit ZBS ausgerüsteten Streckenbe-
reichs wechselt der Betriebszustand automatisch entspre-
chend der ersten Si gnalisierung, die über Streckendaten
verfügt. An einem Halt gebietenden Signal muss bei Vorlie-
gen der notwendigen Voraussetzungen in den Betriebszu-
stand „Befehlsfahrt“ gewechselt werden (siehe Abschnitt
5(7)).
Im Systemzustand „Selbsthaltung“ ist das ZBS -Fahrzeug-
gerät außer Betrieb, verbleibt aber eingeschaltet. Damit
verringert sich die Zeit für eine erneute Inbetriebnahme
(„Warmstart“ siehe Abschnitt 10(2)).
Der Übergang in den Systemzustand „Selbsthaltung“ er-
folgt durch Verschließen des Fahrschalters (Führerpult de-
aktivieren) unter folgenden Bedingungen:
- Stillstand des Fahrzeugs
Ist das Fahrzeug nicht vollständig zum Stillstand ge-
kommen folgt eine ZBS-Zwangsbremsung ohne An-
zeige.
- keine ZBS-Zwangsbremsung (sonst erfolgt Übergang
nicht)
- kein Systemzustand „Störbetrieb“ (sonst schaltet sich
das ZBS-Fahrzeuggerät aus)
Betriebszustand
„Bereitschaft X“
Überwachungs-
geschwindigkeit
Systemzustand
„Selbsthaltung“
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
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Während der „Selbsthaltung“ laufen keine Überwachungs-
funktionen. ZBS -Zwangsbremsungen werden nicht wirk-
sam. Vorhandene Streckendaten werden beim Bewegen
des Fahrzeugs oder nach Ablauf einer festgelegten Zeit ge-
löscht.
Der Systemzustand „Selbsthaltung“ endet unter folgenden
Bedingungen:
- Aufschließen des Fahrschalters (erneute Inbetrieb-
nahme im letzten Betriebszustand oder in „Bereit-
schaft B“)
- Störung des ZBS -Fahrzeuggerätes (ZBS -Fahrzeug-
gerät schaltet sich aus)
- die festgelegte Selbsthaltezeit wird überschritten
(ZBS-Fahrzeuggerät schaltet sich aus)
Für das ZBS -Fahrzeuggerät ist eine maximale, durchge-
hende Einschaltzeit vorgegeben (wenn sich das ZBS-Fahr-
zeuggerät durchgehend im Betrieb oder im Systemzustand
„Selbsthaltung“ befindet). Vor Erreichen dieses Grenzwer-
tes erfolgt nach Verschließen des Fahrschalters kein Über-
gang in den Systemzustand „Selbsthaltung“. Das ZBS -
Fahrzeuggerät wird nach dem Verschließen des Fahrschal-
ters ausgeschaltet. Ein Wiedereinschalten ist über den
„Kaltstart“ mit Testaufforderung möglich ( siehe Abschnitt
10 (2)).
Im Systemzustand „Selbsthaltung“ wird die Datenhaltezeit
aktiviert. Sie ist kürzer als die Selbsthaltezeit.
Innerhalb der Datenhaltezeit bleiben im Systemzustand
„Selbsthaltung“ der Betriebszustand, die Streckendaten
und die Zuglänge erhalten.
Die Datenhaltung endet:
- mit Ablauf der Datenhaltezeit oder
- bei Fahrzeugbewegung mit verschlossenem Fahr-
schalter
Dabei werden die gespeicherten Daten wie der Betriebszu-
stand, die Streckendaten und die Zuglänge gelöscht. Die
Zuglänge wird auf den Maximalwert gesetzt.
Im Systemzustand „Test“ werden das ZBS -Fahrzeuggerät
und einzelne periphere Komponenten auf Störungen, vor
allem von sicherheitsrelevanten Funktionen, geprüft. Dazu
wird der jeweils aktuelle Betriebszustand unterbrochen und
nach Ablauf der Prüfungen wiedereingestellt. Aus diesem
Grund kann der „Test“ ausschließlich bei Stillstand des
Fahrzeugs aufgerufen werden.
Selbsthaltezeit
Datenhaltezeit
Systemzustand
„Test“
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Das ZBS -Fahrzeuggerät fordert unter bestimmten Bedin-
gungen den „Test“:
- nach dem Einschalten des Fahrzeuggerätes zwin-
gend („Kaltstart“)
- ab einer festgelegten, durchgehenden Einschaltzeit
des Fahrzeuggerätes nur als Meldung, wenn sich
das ZBS-Fahrzeuggerät durchgehend im Betrieb oder
im Systemzustand „Selbsthaltung“ befand
- ab einer weiteren festgelegten, durchgehenden Ein-
schaltzeit des Fahrzeuggerätes zwingend, wenn sich
das ZBS-Fahrzeuggerät durchgehend im Betrieb oder
im Systemzustand „Selbsthaltung“ befand
Jeder vollständig durchgeführte „Test“ setzt den Zähler für
die Einschaltzeit zurück.
Während der zwingenden Aufforderung zum „Test“ führt
das Anfahren zu einer ZBS-Zwangsbremsung. Diese kann
durch Bedienen des Tasters "Frei" gelöst werden.
Der Übergang in den Systemzustand „Test“ erfolgt durch
Bedienen des Tasters „Test“ unter folgenden Bedingungen:
- Stillstand des Fahrzeugs und
- keine anstehende ZBS-Zwangsbremsung und
- Richtungswähler in „Vorwärts“
Wird im Systemzustand „Test“ eine Fehlfunktion ermittelt,
erfolgt der Übergang in den Systemzustand „Störbetrieb“.
Der Systemzustand „Störbetrieb“ ist der definierte Zustand
des ZBS-Fahrzeuggerätes bei intern erkannten sicherheits-
relevanten Störungen der ZBS -Fahrzeugeinrichtung. Im
Systemzustand „Störbetrieb“ laufen keine Überwachungs-
funktionen ab.
Der Übergang in den Systemzustand „Störbetrieb“ erfolgt:
- automatisch bei internen Störungen der ZBS -Fahr-
zeugeinrichtung
- nach Schalt en des ZBS -Überbrückungsschalters in
die Stellung „Ein“ bei ausgeschalteten Fahrschalter-
schloss
- wenn baureihenspezifisch weitere Übergangs -bedin-
gungen realisiert wur den (ggf. gesonderte Regelun-
gen beachten)
Testaufforderung
Testablauf
Systemzustand
„Störbetrieb“
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Beim Übergang in den Systemzustand „Störbetrieb“ wer-
den die Streckendaten gelöscht, die Zuglänge auf den Ma-
ximalwert gesetzt und es erfolgt eine ZBS -Zwangsbrem-
sung. Diese Zwangsbremsung kann nicht durch Bedienen
der Taster „Frei“ oder „Befehl“ aufgehoben werden.
Zur Weiterfahrt muss die Zwangsbremsung durch Schalten
des ZBS -Überbrückungsschalters in die Stellung „Ein“
überbrückt werden. Für das Schalten des Überbrückungs-
schalters und für die Weiterfahrt sind ggf. betriebliche oder
fahrzeugbetriebliche Regelungen zu beachten.
Der Systemzustand „Störbetrieb“ wird beendet:
- nach Behebung der Störung und Schalten des ZBS -
Überbrückungsschalters in Stellung „Aus“ oder
- nur nach Schalten des ZBS-Überbrückungsschalters
in Stellung „Aus“, wenn der Betriebszustand „Störbe-
trieb“ aus anderen Gründen eingenommen wurde
Das Ausschalten des ZBS -Überbrückungsschalters darf
nur bei verschlossenem Fahrschalterschloss und frühes-
tens 10 Sekunden nach dem Einschalten des ZBS -Über-
brückungsschalters erfolgen.
Anschließend wird zwingend zum Übergang in den System-
zustand „Test“ durch Betätigung des Tasters „Test“ aufge-
fordert. Der erfolgreiche Ablauf führt in den Betriebszustand
„Bereitschaft B“.
Überwachungsfunktionen
Das ZBS-Fahrzeuggerät realisiert folgende Überwachungs-
funktionen
- Geschwindigkeitsüberwachung
- Haltüberfahrt
- Zuglängenüberwachung
- Rollüberwachung
Beendigung Sys-
temzustand
„Störbetrieb“
Überwachungs-
funktionen
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
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Seite 14
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Die Überwachungsfunktion „Geschwindigkeitsüberwa-
chung“ hat die Aufgabe
a) die zulässige Streckengeschwindigkeit
b) die zulässige Fahrzeuggeschwindigkeit
c) die zulässige Geschwindigkeit an Geschwindig-
keitswechseln und vorübergehenden Langsam-
fahrstellen
d) die zulässige Geschwindigkeit an gestörten
Bahnübergängen
e) die zulässige Geschwindigkeit ab Hauptsignalen
f) die Geschwindigkeitsverminderung vor Haupt-
signalen
g) die Freigabegeschwindigkeit
h) die Geschwindigkeit von Rangierfahrten
zu überwachen.
Die Überwachungsfunktion „ Geschwindigkeitsüberwa-
chung“ ist wirksam in den Betriebszuständen
- Bereitschaft B
- Rangierfahrt
- Zugfahrt
- Befehlsfahrt
- Bereitschaft X
Das ZBS-Fahrzeuggerät ermittelt die aktuell zulässige Ge-
schwindigkeit als Überwachungsgeschwindigkeit sowie die
aktuelle Ist-Geschwindigkeit.
In der Überwachungsfunktion „ Geschwindigkeitsüberwa-
chung“ wird die Ist-Geschwindigkeit mit der Überwachungs-
geschwindigkeit verglichen.
Erhöht sich die Ist -Geschwindigkeit über den Wert der
Überwachungsgeschwindigkeit werden innerhalb der Über-
wachungsfunktion „Geschwindigkeitsüberwachung“ unter-
schiedliche Überwachungsreaktionen ausgelöst (siehe Ab-
schnitt 8).
Dabei kann auf eine konstante Überwachungsgeschwindig-
keit, eine Geschwindigkeitsverminderung und auf eine Ziel-
geschwindigkeit an einem Zielpunkt überwacht werden
(siehe Abschnitt 8).
Geschwindig-
keitsüberwa-
chung
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
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Die Überwachungsfunktion „Haltüberfahrt“ hat die Aufgabe
- die gewollte Vorbeifahrt an einem Halt gebietenden
Signal und
- die ungewollte Vorbeifahrt an einem Halt gebietenden
Signal
zu überwachen.
Die Überwachungsfunktion „ Haltüberfahrt“ ist in allen Be-
triebszuständen wirksam.
Das ZBS -Fahrzeuggerät ermittelt aus den Streckeninfor-
mationen den Standort eines Halt gebietenden Signals.
Bei der gewollten Vorbeifahrt in der Überwachungsfunktion
„Haltüberfahrt“ wird während einer Vorbeifahrt an einem
Halt gebietenden Signal mit wirksam bedientem Taster „Be-
fehl“ der Betriebszustand „Befehlsfahrt“ eingenommen bzw.
beibehalten.
Bei der ungewollten Vorbeifahrt in der Überwachungsfunk-
tion „Haltüberfahrt“ wird während einer Vorbeifahrt an ei-
nem Halt gebietenden Signal ohne wirksam bedienten Tas-
ter „Befehl“ eine statische Zwangsbremsung hoher Priorität
(siehe Abschnitt 7 (4)) durch das ZBS-Fahrzeuggerät aus-
gegeben.
Die Überwachungsfunktion „ Zuglängenüberwachung“ hat
die Aufgabe die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit
an Geschwindigkeitswechseln und vorübergehenden Lang-
samfahrstellen aus der Überwachungsfunktion „Geschwin-
digkeitsüberwachung“ bis zum Verlassen des Zugendes zu
überwachen.
Die Überwachungsfunktion „ Zuglängenüberwachung“ ist
wirksam im Betriebszustand
- Rangierfahrt
- Zugfahrt
- Befehlsfahrt
Im ZBS -Fahrzeuggerät ist die Zuglänge hinterlegt. Die
Überwachungsfunktion „Zuglängenüberwachung“ verlän-
gert den durch die Streckeninformation übertragenen stän-
digen und vorübergehenden Langsamfahrstellen um die
Zuglänge.
Haltüberfahrt
Zuglängenüber-
wachung
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS)
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Die Überwachungsfunktion „Rollüberwachung“ hat die Auf-
gabe
- eine unbeabsichtigte Bewegung entgegen der ge-
wählten Fahrtrichtung sowie
- eine unbeabsichtigte Bewegung bei keiner gewählten
Fahrtrichtung zu verhindern.
Die Überwachungsfunktion „ Rollüberwachung“ ist in allen
Betriebszuständen wirksam.
Bei einer unbeabsichtigten Bewegung erwirkt die Überwa-
chungsfunktion „Rollüberwachung“ die Ausgabe einer stati-
schen Zwangsbremsung niedriger Priorität (siehe Abschnitt
7 (3)) durch das ZBS -Fahrzeuggerät. Eine Auflösung der
Zwangsbremsung nach wirksamer Betätigung des Tasters
„Frei“ ändert die im ZBS -Fahrzeuggerät hinterlegte Zug-
länge auf den Maximalwert und führt in den Betriebszu-
stand „Bereitschaft B.“
Ausnahme: ein vor der unbeabsichtigten Bewegung anste-
hender Be triebszustand „Befehlsfahrt“ bleibt nach Auflö-
sung der Zwangsbremsung aus der Überwachungsfunktion
„Rollüberwachung“ erhalten. Wirkt die Überwachungsfunk-
tion „Rollüberwachung" bei im Stillstand verschlossenem
Fahrschalter, werden alle Streckendaten gelöscht und die
Zuglänge auf den Maximalwert gesetzt. Ein vor dem Ver-
schließen des Fahrschalters bestehender Betriebszustand
„Befehlsfahrt“ wird nicht gehalten.
Zwangsbremsausgaben
Das ZBS -Fahrzeuggerät realisiert folgende Arten v on
Zwangsbremsungen:
- dynamische Zwangsbremsung
- statische Zwangsbremsung niedriger Priorität
- statische Zwangsbremsung hoher Priorität
- nicht lösbare Zwangsbremsung
Rollüberwa-
chung
Arten der
Zwangsbrems-
ausgaben
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Die dynamische Zwangsbremsung durch das ZBS -Fahr-
zeuggerät wirkt
- bei Überschreitung der zulässigen Streckengeschwin-
digkeit
- bei Überschreitung der zulässigen Fahrzeugge-
schwindigkeit
- bei Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit
nach Geschwindigkeitswechseln und vorübergehen-
der Langsamfahrstellen
- bei Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit
ab Vor- oder Hauptsignalen
- bei Überschreitung der Geschwindigkeitsverminde-
rung vor Hauptsignalen, solange kein Halt signalisiert
wird
- bei Überschreitung der Geschwindigkeit von Rangier-
fahrten.
Dabei wirkt die d ynamische Zwangsbremsung über die
Dauer der Geschwindigkeitsüberschreitung.
Sobald die Ist -Geschwindigkeit die Überwachungsge-
schwindigkeit unterschritten hat, wird die dynamische
Zwangsbremsausgabe zurückgenommen.
Nach dem Lösen einer ZBS -Zwangsbremsung besteht ein
Nullstellungszwang des Fahr- und Bremshebels.
Die statische Zwangsbremsung niedriger Priorität durch
das ZBS-Fahrzeuggerät wirkt
- bei unzureichender Geschwindigkeitsverminderung
vor Halt gebietenden Hauptsignalen
- bei Überschreitung der Freigabegeschwindigkeit vor
Halt gebietenden Signalen (siehe Abschnitt 8 (2))
- bei Aktivierung der Überwachungsfunktion „Rollüber-
wachung“
- bei gestörter Datenübertragung eines Datenpunktes
- beim Anfahren ohne ausgeführten Test bei einer zwin-
genden Testaufforderung (siehe Abschnitt 5 (10))
Eine statische Zwangsbremsung niedriger Priorität wirkt bis
zum Stillstand.
Im Stillstand kann eine statische Zwangsbremsung niedri-
ger Priorität mit der wirksamen Betätigung des Tasters
„Frei“ aufgehoben werden.
Dynamische
Zwangsbrems-
ausgabe
Statische
Zwangsbrems-
ausgabe niedri-
ger Priorität
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Die statische Zwangsbremsung hoher Priorität durch das
ZBS-Fahrzeuggerät wirkt
- bei Vorbeifahrt an einem Halt gebietenden Signal
ohne wirksame Betätigung des Tasters „Befehl“
- bei gestörter Datenübertragung eines Datenpunktes
Eine statische Zwangsbremsung hoher Priorität wirkt bis
zum Stillstand.
Im Stillstand kann eine statische Zwangsbremsung hoher
Priorität mit der wirksamen Betätigung des Tasters „Befehl“
aufgehoben werden.
Die nicht lösbare Zwangsbremsung durch das ZBS -Fahr-
zeuggerät wirkt
- im Systemzustand „Störbetrieb“
Eine nicht lösbare Zwangsbremsung wird überbrückt
- mit dem Schalten des ZBS-Überbrückungsschalters in
Stellung „Ein“
- mit dem Verschließen des Fahrschalters.
Jeder ZBS-Zwangsbremsausgabe wird im ZBS -Fahrzeug-
gerät eine eigene Priorität zugeordnet. Dabei haben die Pri-
oritäten folgende Reihenfolge, beginnend mit der höchsten:
- nicht lösbare Zwangsbremsung
- statische Zwangsbremsung hoher Priorität
- statische Zwangsbremsung niedriger Priorität
- dynamische Zwangsbremsung.
Erfolgen durch das ZBS-Fahrzeuggerät unmittelbar nachei-
nander mehrere Zwangsbremsausgaben unterschiedlicher
Priorität, wird immer die Zwangsbremsausgabe mit der
höchsten Priorität beibehalten.
Statische
Zwangsbrems-
ausgabe hoher
Priorität
Nicht lösbare
Zwangsbrems-
ausgabe
Prioritäten
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Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Zum manuellen Lösen von ZBS -Zwangsbremsungen ist
grundsätzlich folgender Ablauf einzuhalten:
- Taster „Frei“ bedienen
(Zwangsbremsung niedriger Priorität - Zug- und Stre-
ckendaten bleiben erhalten Fahrt fortsetzen)
sonst
- Taster „Befehl“ bedienen
(Zwangsbremsung hoher Priorität - Fahrdienstleiter
verständigen betriebliche Regelungen beachten)
sonst
- ZBS-Überbrückungsschalter einschalten
(nicht lösbare Zwangsbremsung - Fahrdienstleiter ver-
ständigen betriebliche Regelungen beachten)
Nach dem Lösen einer ZBS -Zwangsbremsung besteht ein
Nullstellungszwang des Fahr- und Bremshebels.
Geschwindigkeitsüberwachung
Mit der Überwachungsfunktion „Geschwindigkeitsüberwa-
chung“ wird die Ist -Geschwindigkeit kontinuierlich über-
wacht.
In der Überwachungsfunktion „Geschwindigkeitsüberwa-
chung“ werden folgende Arten der Geschwindigkeitsüber-
wachung unterschieden
- Statische Überwachung
- Dynamische Überwachung
ZBS-Zwangs-
bremsungen lö-
sen
Ziel
Arten
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Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Die statische Überwachung findet statt, wenn keine Vermin-
derung der Geschwindigkeit auf eine Zielgeschwindigkeit
erfolgen soll. Es wird auf eine konstante Geschwindigkeit
überwacht. Diese wird ermittelt aus der niedrigsten Ge-
schwindigkeit innerhalb der
- zulässigen Fahrzeuggeschwindigkeit
- zulässigen Streckengeschwindigkeit
- signalisierten Geschwindigkeit
- Geschwindigkeit nach Geschwindigkeitswechseln und
in vorübergehenden Langsamfahrstellen
- Befehlsfahrtgeschwindigkeiten
- Bereitschaftsgeschwindigkeit
- Freigabegeschwindigkeit
- Befahrungsgeschwindigkeit eines gestörten Bahn-
übergangs.
Überschreitet die Ist -Geschwindigkeit die Überwachungs-
geschwindigkeit, erfolgt die Sprachausgabe „Geschwindig-
keit.“ Wird die Ist-Geschwindigkeit gegenüber der Überwa-
chungsgeschwindigkeit weiter erhöht, erfolgt eine dynami-
sche Zwangsbremsung.
Die dynamische Überwachung findet statt, wenn eine Ver-
minderung der Geschwindigkeit auf eine Zielgeschwindig-
keit erfolgen soll.
Bei einer Geschwindigkeitsverminderung auf eine Zielge-
schwindigkeit größer 0 km/h führt die Überwachungsge-
schwindigkeit in einer abnehmenden Kurve auf den Ziel-
punkt der Zielgeschwindigkeit.
Überschreitet die Ist -Geschwindigkeit die Kurve der Über-
wachungsgeschwindigkeit, erfolgt die Sprachausgabe „Ge-
schwindigkeit.“ Wird die Ist-Geschwindigkeit gegenüber der
Überwachungsgeschwindigkeit weiter erhöht, erfolgt eine
dynamische Zwangsbremsung.
Bei einer Geschwindigkeitsverminderung auf eine Zielge-
schwindigkeit gleich 0 km/h vor einem Halt gebietenden
Signal führt die Überwachungsgeschwindigkeit in einer ab-
nehmenden Kurve auf die Freigabegeschwindigkeit.
Überschreitet die Ist -Geschwindigkeit die Überwachungs-
geschwindigkeit, erfolgt die Sprachausgabe „Geschwindig-
keit.“ Wird die Ist-Geschwindigkeit gegenüber der Überwa-
chungsgeschwindigkeit weiter erhöht, erfolgt eine statische
Zwangsbremsung niedriger Priorität.
Statische Über-
wachung
Dynamische
Überwachung
Zielgeschwindig-
keit größer 0
km/h
Zielgeschwindig-
keit gleich 0 km/h
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Die dynamische Geschwindigkeitsüberwachung auf ein
Halt gebietendes Signal zielt nicht auf das Signal selbst,
sondern auf einen Ort hinter dem Signal innerhalb der
Schutzstrecke.
Die Freigabegeschwindigkeit ist die maximale Geschwin-
digkeit an diesem Signal, die bei einer unzulässigen Vorbei-
fahrt und ZBS -Zwangsbremsung den Halt in der Schutz-
strecke sichert.
Die dynamische Geschwindigkeitsüberwachung auf ein
Halt gebietendes Signal wird bei Erreichen der Freigabege-
schwindigkeit abgebrochen und bis zur Vorbeifahrt die Frei-
gabegeschwindigkeit überwacht. Dies gilt auch, wenn an
dem Halt gebietenden Signal vorbeigefahren werden darf
oder das Signal inzwischen in Fahrtstellung ist.
Die Höhe der Freigabegeschwindigkeit ergibt sich aus der
Länge der Schutzstrecke hinter dem Signal. Sie liegt in
Schritten von 5 km/h in einem Bereich von 10 bis maximal
40 km/h und wird gesondert angezeigt (siehe Abschnitt 9
(2)).
In der „Zusammenstellung der vorübergehenden Langsam-
fahrstellen und anderen Besonderheiten“ (La) kann eine
von der angezeigten Freigabegeschwindigkeit (siehe Ab-
schnitt 9 (2)) abweichende niedrigere Freigabegeschwin-
digkeit vorgegeben werden, wenn die Schutzstrecke hinter
dem Signal eingeschränkt werden muss.
Anzeigen und Bedienelemente
Die Anzeigen und Bedienelemente der ZBS -Fahrzeugein-
richtung bestehen aus folgenden Komponenten
- der Anzeige- und Bedieneinrichtung
- dem Zugdateneinsteller
- den Tastern „Frei“ und „Befehl“
- dem ZBS-Überbrückungsschalter
- den ZBS-Leitungsschutzschaltern
Die Anzeige- und Bedieneinrichtung befindet sich im Füh-
rerpult (Bild 2) und beinhaltet t
- die Geschwindigkeitsanzeige
- die Betriebszustandsanzeige
- vier Leuchtmelder
- vier Bedientaster
Freigabege-
schwindigkeit
Bestandteile
Anzeige- und
Bedieneinrich-
tung
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Anzeigen erfolgen nur bei aufgeschlossenem Fahrschalter.
Mit Ausnahme der Anzeige für
- eine Zwangsbremsung (Leuchtmelder "S")
- die Ist-Geschwindigkeit
- den Kaltstart und
- den Störbetrieb
werden sämtliche Anzeigen nur in Stellung "Vorwärts" des
Richtungswählers ausgegeben.
Bild 2: Anzeige- und Bedieneinrichtung - Beispiel
System
aus
Test
Zug-
länge
Anzeig.
prüfen
Z
Ü G
S A
120
80
100
0
40
20
60
In der Geschwindigkeitsanzeige (runde Skala) der Anzeige-
und Bedieneinrichtung werden folgende Geschwindigkeiten
zur Anzeige gebracht (Bild 3)
- die vorgewählte Geschwindigkeit
- die Ist-Geschwindigkeit (Tacho)
- die Zielgeschwindigkeit
- die Freigabegeschwindigkeit
Die angezeigte Freigabegeschwindigkeit darf nicht als Füh-
rungsgröße im Sinne des anzeigegeführten Fahrens ver-
wendet werden. Sie informier t über den internen Überwa-
chungszustand der ZBS- Fahrzeugeinrichtung und muss
beim Führen des Zuges zusätzlich berücksichtigt werden.
Geschwindig-
keitsanzeige
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Bild 3: Geschwindigkeitsanzeige - Beispiel
VV
VZiel
VFrei
VIST
120
80
100
0
40
20
60
Die vorgewählte Geschwindigkeit zeigt die mit dem Ge-
schwindigkeitswähler des Fahrschalters voreingestellte Ge-
schwindigkeit an. Sie wird mit einem roten Außenzeiger auf
der runden Skala analog angezeigt.
Die Ist-Geschwindigkeit zeigt die aktuelle Geschwindigkeit
an. Sie wird mit einem weißen Zeiger auf der runden Skala
(Tacho) analog angezeigt.
Der Tacho kann entweder die Ist -Geschwindigkeit aus der
Fahrzeugtechnik oder aus der ZBS -Fahrzeugeinrichtung
anzeigen. Die Umschaltung erfolgt automatisch. Gewählt
wird aus Sicherheitsgründen immer die Quelle mit dem ak-
tuell höheren Geschwindigkeitswert. Dadurch kann es zur
Abweichung zwischen der angezeigten und der vorgewähl-
ten Geschwindigkeit kommen.
Die Zielgeschwindigkeit wird in einer dreistelligen numeri-
schen Anzeige innerhalb der runden Skala rechtsbündig
angezeigt.
Die Freigabegeschwindigkeit wird innerhalb der runden
Skala durch Aktivierung jeweils eines gelben Leuchtpunk-
tes zwischen 10 und 40 km/h in 5 km/h-Schritten angezeigt.
Die Anzeigen zum aktuellen Betriebszustand sowie Anzei-
gen zu Systemzuständen der ZBS-Fahrzeugeinrichtung er-
folgen in einer dreistelligen alphanumerischen Anzeige au-
ßerhalb der Geschwindigkeitsanzeige (Tabelle 1).
Vorgewählte Ge-
schwindigkeit VV
Ist Geschwindig-
keit Vist
Zielgeschwindig-
keit VZiel
Freigabege-
schwindigkeit
VFrei
Betriebszu-
standsanzeige
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Anzeige Erläuterung
Das ZBS-Fahrzeuggerät überwacht im Be-
triebszustand „Bereitschaft B“.
Das ZBS-Fahrzeuggerät überwacht im Be-
triebszustand „Bereitschaft X“.
Das ZBS-Fahrzeuggerät überwacht im Be-
triebszustand „Zugfahrt“.
Das ZBS-Fahrzeuggerät überwacht im Be-
triebszustand „Rangierfahrt“.
Das ZBS-Fahrzeuggerät überwacht im Be-
triebszustand „Befehlsfahrt“ (Z) oder „Be-
fehlsfahrt“ (R).
Das ZBS-Fahrzeuggerät befindet sich im
Systemzustand „Störbetrieb“
bzw.
der ZBS-Überbrückungsschalter befindet
sich in Stellung „Ein"
Testaufforderung im Stillstand (Meldung
oder zwingende Aufforderung)
Das ZBS-Fahrzeuggerät wird eingeschaltet
(Hochlaufanzeige)
Störung im Bereich des Datenrecorders
- Statische Zwangsbremsung
- ZBS-Fahrzeugeinrichtung ist abgeschal-
tet
- Fahrschalter ist verschlossen
Dauerbedienung der Taster „Frei“, „Befehl“
oder von Tastern der Anzeige- und Bedien-
einrichtung (nach Überschreitung einer fest-
gelegten Zeit).
Diese Anzeige überschreibt eine vorhan-
dene Anzeige „F“ oder „Zuglänge“
B
X
Z
R
-
E
T
I
F
D
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Bremsleitung ist geöffnet.
Diese Anzeige überschreibt eine vorhan-
dene Anzeige „F“ oder „D“.
Anzeige der Zuglänge numerisch in Metern
zur Kontrolle und Eingabe. Die Anzeige er-
folgt rechtsbündig ohne vorangestellte Nul-
len (Darstellung beispielhaft für 40m).
Hinweis: schraffierte Flächen symbolisieren blinkende Anzei-
gen
Tabelle 1: Anzeigen in der Betriebszustandsanzeige
Die Leuchtmelder in der Anzeige- und Bedieneinrichtung
dienen der Anzeige für den Triebfahrzeugführer relevanter
system- bzw. betriebsbedingter Zustände der ZBS-Fahr-
zeugeinrichtung. Die Leuchtmelder können drei Anzeigezu-
stände einnehmen:
- Dunkel
- Dauerlicht
- Blinklicht
Leuchtmelder können sowohl einzeln leuchten/blinken oder
in Kombination leuchten/blinken.
Die Anzeigezustände sind in Tabelle 2 dargestellt.
Leuchtmelder
L
4
0
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Leucht-
melder
Farbe des
Leucht-
melders
Bedeutung
Blau
Leuchtet, wenn das ZBS im Betriebs-
zustand „Zugfahrt“ oder „Rangierfahrt“
überwacht.
Gelb Blinkt im Betriebszustand „Zugfahrt“,
wenn die vorsignalisierte Geschwindig-
keit gleich 0 km/h ist.
Gelb
Leuchtet im Betriebszustand „Zug-
fahrt“, wenn die vorsignalisierte Ge-
schwindigkeit größer 0 km/h ist.
Rot Leuchtet während ZBS-Zwangsbrem-
sung
Weiß Leuchtet wenn ein gestörter Daten-
punkt erkannt wird.
Weiß Blinkt bei Störung in der Wegmessung
des ZBS-Fahrzeuggerätes. Eine aktu-
ell anstehende Datenpunktstörung
überschreibt den blinkenden Leucht-
melder mit Dauerlicht.
Hinweis: schraffierte Flächen symbolisieren blinkende
Anzeigen
Tabelle 2: Anzeigen der Leuchtmelder
Innerhalb der Anzeige- und Bedieneinrichtung sind meh-
rere Bedientaster integriert:
- Taster „System aus“
- Taster „Test“
- Taster „Zuglänge“
- Taster „Anzeigen prüfen“
Bedientaster
Ü
G
G
S
A
A
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Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Bedientaster Funktion
Aktivierung des Betriebszustandes „Bereit-
schaft X“.
Die Betätigung ist wirksam bei:
- Stillstand
- Keine ZBS-Zwangsbremsung
Aktivierung des Systemzustandes „Test“.
Die Betätigung ist wirksam bei:
- Stillstand
- Richtungswähler in Stellung "Vorwärts"
- Keine ZBS-Zwangsbremsung
Abfrage bzw. Änderung der aktuell eingestell-
ten Zuglänge.
Die Betätigung ist wirksam bei:
- Stillstand
- Keine ZBS-Zwangsbremsung
- Richtungswähler in Stellung "Vorwärts"
Funktionsprüfung der Anzeigeelemente und
Leuchtmelder der Anzeige- und Bedieneinrich-
tung.
Tabelle 3: Bedientaster
Bei Fahrzeug mit MAZ erfolgt über den Zugdateneinsteller
die Eingabe der Zugnummer und der Triebfahrzeugführer-
kennung.
Der Taster „Frei“ befindet sich auf dem Führerpult und löst
statische Zwangsbremsungen niedriger Priorität.
Die wirksame Betätigung erfolgt unter folgenden Voraus-
setzungen:
- Stillstand
- Richtungswähler in Stellung „Vorwärts“
- Taster „Befehl“ nicht betätigt
Das Lösen der statischen Zwangsbremsung erfolgt mit dem
Loslassen des wirksam bedienten Tasters „Frei“.
Zugdatenein-
steller
Taster „Frei“
Test
System
aus
Zug-
länge
Anzeig.
prüfen
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Der Taster „Befehl“ befindet sich auf dem Führerpult und
- löst statische Zwangsbremsungen hoher Priorität
- ermöglicht die gewollte Vorbeifahrt am Halt gebieten-
den Signal
Die wirksame Betätigung zum Lösen der statischen
Zwangsbremsung erfolgt unter folgenden Voraussetzun-
gen:
- Stillstand
- Richtungswähler in Stellung „Vorwärts“
- Taster „Frei“ nicht betätigt
Das Lösen der statischen Zwangsbremsung erfolgt mit dem
Loslassen des wirksam bedienten Tasters „Befehl“.
Die Betätigung des Tasters „Befehl“ wird unwirksam:
- bei zu langer Betätigung
- bei Wechsel in den Betriebszustand "Befehlsfahrt"
Die wirksame Betätigung zur Vorbeifahrt am Halt gebieten-
den Signal oder einem gestörten Datenpunkt mit dem Über-
gang in den Betriebszustand „Befehlsfahrt“ erfolgt unter fol-
genden Voraussetzungen:
- Richtungswähler in Stellung „Vorwärts“
- der Datenpunkt am Halt gebietenden Signal lässt den
Übergang in den Betriebszustand „Befehlsfahrt“ zu
Der Übergang in den Betriebszustand „Befehlsfahrt“ erfolgt
mit dem Loslassen des wirksam bedienten Tasters „Befehl“.
Die Betätigung des Tasters „Befehl“ ist unwirksam:
- bei betätigtem Taster „Frei“.
- bei zu langer Betätigung
- bei Wechsel in den Betriebszustand "Befehlsfahrt"
Der ZBS-Überbrückungsschalter dient zur Überbrückung
einer nicht lösbaren Zwangsbremsung bei gestörtem ZBS-
Fahrzeuggerät. Er ist außerhalb des Führerpultes angeord-
net.
Der ZBS -Überbrückungsschalter besitzt die Stellungen
„Aus“ Stellung „Aus“ ist die Normalstellung.
Taster „Befehl“
Zwangsbrem-
sung lösen
Befehlsfahrt
ZBS-Überbrü-
ckungsschalter
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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In Stellung „Ein“
- nimmt die ZBS -Fahrzeugeinrichtung den Systemzu-
stand „Störbetrieb ein“
- ist die Zwangsbremsausgabe und ggf. die Antriebsab-
schaltung überbrückt.
Das Einschalten des ZBS -Überbrückungsschalters ist zu-
gelassen
- bei Störungen,
- bei nachgeschobenen Zügen auf dem Schiebef ahr-
zeug,
- kurzzeitig zur Durchführung des Kalt starts nach Auf-
forderung durch den Fdl, z.B. bei Fehlleitung.
Die ZBS-Leitungsschutzschalter haben für die Bedienung
der Fahrzeugeinrichtung keine Bedeutung. Das Ausschal-
ten der Leitungsschutzschalter "ZBS" und "Datenrecorder"
ist grundsätzlich verboten.
Vorbereitung zur Fahrt
Voraussetzung zum Betrieb der ZBS -Fahrzeugeinrichtung
ist das Vorhandensein der Betriebsspannung (Batterie-
hauptschalter und Leitungsschutzschalter der ZBS -Fahr-
zeugeinrichtung eingeschaltet).
Die Inbetriebnahme der ZBS -Fahrzeugeinrichtung erfolgt
mit Aufschließen des Fahrschalters und Schalten des Rich-
tungswählers in Stellung „Vorwärts“. Sofern das ZBS-Fahr-
zeuggerät davor
- ausgeschaltet war ( nicht im Systemzustand „Selbst-
haltung“), erfolgt die Hochlaufanzeige. Anschließend
wird zwingend zum Test aufgefordert (blinkendes „T“
in der Betriebszustandsanzeige).
- im Systemzustand „Selbsthaltung“ befand, wird der
Betriebszustand „Bereitschaft B“ oder der zuletzt vor-
handene Betriebszustand eingenommen (siehe Ab-
schnitt 5 (9)).
ZBS-Leitungs-
schutzschalter
ZBS aktivieren
Voraussetzung
Inbetriebnahme
Kaltstart
Warmstart
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Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Nach wirksamer Betätigung des Tasters „Test“ ist zu prü-
fen, dass:
- die einmalige Sprachausgabe „Test“ erfolgt
- alle Leuchtmelder in der Anzeige- und Bedieneinrich-
tung Dauerlicht zeigen
- die Betriebszustandsanzeige eingeschaltet istdie VZiel
-Anzeige der Geschwindigkeitsanzeige eingeschaltet
ist
- alle Geschwindigkeitspunkte der VFrei Anzeige leuch-
ten
- die Bremsleitung geöffnet und wieder geschlossen
wird.
Nach Abschluss des Systemzustands „Tes t“ wird der Be-
triebszustand „Bereitschaft B“ oder der zuletzt vorhandene
Betriebszustand eingenommen.
Nach Inbetriebnahme der Fahrzeugeinrichtung ist der Ma-
ximalwert der Zuglänge eingestellt (nach „Kaltstart“ oder
wenn die Datenhaltezeit überschritten wurde). Vor Fahrtan-
tritt ist die Kontrolle der Zuglänge durchzuführen und gege-
benenfalls die tatsächliche Länge des Zugverbandes einzu-
geben.
Die Zuglänge kann aus den vier festgelegten Werten 40,
80, 120 und 160 (Angabe in m) ausgewählt werden. Bei
Zuglängen, für die kein Wert vorgesehen ist, muss auf den
nächst höheren Wert aufgerundet werden.
Zur Kontrolle/Eingabe der Zuglänge sind folgende Voraus-
setzungen erforderlich:
- Stillstand
- Stellung des Richtungswählers in „Vorwärts“
- keine Zwangsbremsausgabe durch das ZBS.
Zur Kontrolle der eingestellten Zuglänge ist der Taster
„Zuglänge“ in der Bedien- und Anzeigeeinrichtung kurz zu
betätigen. Die Zuglänge wird daraufhin in der Betriebszu-
standsanzeige kurzzeitig angezeigt.
Zur Eingabe der Zuglänge ist der Taster „Zuglänge“ in der
Bedien- und Anzeigeeinrichtung solange zu betätigen, bis
die numerische Anzeige der Zuglänge in der Betriebszu-
standsanzeige im Wechsel mit den unteren waagerechten
Segmenten blinkt.
Jede weitere kurze Betätigung des Tasters „Zuglänge“
schaltet die Anzeige der Zuglänge in Schritten weiter.
Test
Kontrolle und
Eingabe der
Zuglänge
Kontrolle der
Zuglänge
Eingabe der
Zuglänge
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Die einzustellende Zuglänge wird übernommen, in dem der
Taster „Zuglänge“ solange betätigt wird, bis die Zuglänge
ohne Blinken angezeigt wird.
Die Zugdaten bestehen aus der Triebfahrzeugführer -Ken-
nung sowie der Zugnummer, unter der die folgende Zug-
fahrt durchgeführt wird. Eingabe, Anzeige und Löschen der
Zugdaten erfolgen am Zugdateneinsteller (Bild 4).
Vor Fahrtantritt ist die Eingabe der Zugdaten durchzufüh-
ren. Die Zugnummer ist spätestens vor Beginn der Zugfahrt
einzugeben.
Bild 4: Zugdateneinsteller - Beispiel
Die wirksame Bedienung des Zugdateneinstellers ist bei
aufgeschlossenem Fahrschalter möglich. Die Funktion der
Bedientaster des Zugdateneinstellers nach Bild 4 ist in Ta-
belle 4 dargestellt.
Eingabe der
Zugdaten
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Bedientaster Funktion
Taster „ZN“ Taster zur Aktivierung der Eingabe der
Zugnummer
Taster „TF“ Taster zur Aktivierung der Eingabe der
Triebfahrzeugführer-Kennung
Taster „RZ“ Taster zum Löschen der Zugnummer
Taster „RT“ Taster zum Löschen der Triebfahrzeugfüh-
rer-Kennung
Numerische Be-
dientaster
Taster zur Zifferneingabe
Pfeiltaster Rücktaster zum Löschen einzelner Ziffern
Taster „E“ Taster zur Eingabebestätigung
Tabelle 4: Bedientaster Zugdateneinsteller
Die Funktion dient zur Störungseingrenzung der Anzeigen
und Hintergrundbeleuchtung an der Anzeige- und Bedien-
einrichtung. Nach Betätigung des Tasters „Anzeig. Prüfen“
werden kurzzeitig alle Anzeigen, Leuchtmelder, die Hinter-
grundbeleuchtung der Taster und alle Segmente der alpha-
numerischen Anzeigen angeschaltet. Die Zeiger für die Ist-
und vorgewählte Geschwindigkeit laufen einmal auf den Ta-
cho-Endwert. Anschließend wird wieder der aktuelle Z u-
stand angezeigt.
Fahrt
Wird im Betriebszustand „Bereitschaft X“ oder „Bereitschaft
B“ in einen mit ZBS ausgerüsteten Streckenbereich einge-
fahren oder beginnt die Fahrt in einem solchen Bereich,
wechselt am ersten Datenpunkt ( in der Regel an einem
Rangier-, Vor- oder Hauptsignal in Fahrtrichtung) automa-
tisch der Betriebszustand nach den in Abschnitt 5 beschrie-
benen Bedingungen (Systemaufnahme).
Im S-Bahn-Netz kennzeichnet ein Orientierungszeichen mit
der Aufschrift "ZBS" den Beginn eines Streckenabschnitts
mit ZBS-Ausrüstung.
An den Übergängen vom Fernbahn- Netz in das S -Bahn-
Netz ist dieses Orientierungszeichen in der Regel nicht vor-
handen.
Anzeigen prüfen
Einfahren in ei-
nen ZBS-Stre-
ckenbereich
Orientierungszei-
chen ZBS
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Bild 5: Orientierungszeichen für den Beginn der ZBS-Stre-
ckenausrüstung
Erfolgt der Wechsel in die Betriebszustände „Zugfahrt“ oder
„Rangierfahrt“, muss der Leuchtmelder „Ü“ leuchten.
Erfolgt am Beginn eines mit ZBS ausgerüsteten Strecken-
bereichs ( ggf. gekennzeichnet durch die ZBS -Kennzeich-
nung im Fahrplan sowie das Orientierungszeichen ZBS)
keine Systemaufnahme, so ist von einer Störung der Fahr-
zeug- oder Streckeneinrichtung auszugehen. Teilen Sie die
nicht erfolgte Systemaufnahme umgehend dem Fahrdienst-
leiter mit.
Da die Systemaufnahme am nächsten, für das Gleis gülti-
gen, Vor-, Haupt- oder Rangiersignal erfolgt, kann vor allem
bei Fahrten im linken S treckengleis oder Gegengleis der
Standort des Signals (und damit auch der Sys temauf-
nahme) von der ZBS-Kennzeichnung im Fahrplan oder vom
ZBS-Orientierungszeichen abweichen.
Im Zusammenhang mit der weiteren ZBS- Ausrüstung des
Berliner S-Bahn-Netzes können ZBS -Streckenabschnitte
an Haupt- oder Sperrsignalen zusätzlich mit Fahrsperren-
einrichtungen ausgerüstet sein (Doppelausrüstung). Auf
Streckenabschnitten mit Doppelausrüstung dürfen füh-
rende S -Bahnfahrzeuge ohne ZBS -Fahrzeugeinrichtung
eingesetzt werden. Für das Führen dieser Fahrzeuge gel-
ten die Regelungen des Fahrsperrensystems. Für führende
Fahrzeuge mit ZBS-Fahrzeugeinrichtung gelten die Rege-
lungen für ZBS-Strecken. Bei überbrückter ZBS-Fahrzeug-
einrichtung gelten die Regelungen des Fahrsperrensys-
tems.
Im S-Bahn-Netz kennzeichnet ein Orientierungszeichen mit
der Aufschrift "FSP ZBS" den Beginn eines Streckenab-
schnitts mit Doppelausrüstung.
Leuchtmelder „Ü“
Nicht erfolgte
Systemaufnahme
Systemaufnahme
im Gegengleis
Doppelausrüs-
tung der Strecke
mit ZBS und
Fahrsperre
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Bild 6: Orientierungszeichen für Doppelausrüstung ZBS
und Fahrsperre
Da der Fahrdienstleiter die Fahrzeugausrüstung eines Zu-
ges nicht erkennen kann, behandelt er auf dem Strecken-
abschnitt mit Doppelausrüstung alle Züge nach den Rege-
lungen für ZBS-Strecken.
Die Überwachung von signalisierten Geschwindigkeitsbe-
schränkungen (Ks1 mit Zs3v) erfolgt gemäß Abschnitt 8 (2).
Die aktive Überwachung einer Geschwindigkeitsbeschrän-
kung wird im Betriebszustand " Zugfahrt" ab dem Ort der
Vorsignalisierung durch den Leuchtmelder „G“ mit Dauer-
licht angezeigt. Die Anzeige der Zielgeschwindigkeit erfolgt
ab einer bestimmten Distanz zum Zielsignal.
Am Zielsignal erlöschen die Anzeigen, wenn die Bedingun-
gen für ihr Anschalten nicht erneut gegeben sind.
Die Überwachung eines Halts (Ks 2, Bü 0) erfolgt gemäß
Abschnitt 8 (2).
Die aktive Überwachung einer Fahrt auf Halt wird im Be-
triebszustand "Zugfahrt" ab dem Ort der Vorsignalisierung
durch den Leuchtmelder „G“ blin kend angezeigt. Ab einer
bestimmten Distanz zum Zielsignal erfolgt:
- die Anzeige der Zielgeschwindigkeit "0"
- die Anzeige der Freigabegeschwindigkeit.
Die Anzeigen der Zielgeschwindigkeit, Freigabegeschwin-
digkeit und der Leuchtmelder „G“ erlöschen
- am Zielsignal oder
- in der Mitte eines gestörten Bahnübergangs,
wenn die Bedingungen für ihr Anschalten nicht erneut ge-
geben sind.
Überwachen
von Geschwin-
digkeitsbe-
schränkungen
Überwachen auf
Halt
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Geschwindigkeitsbeschränkungen bzw. die Fahrt auf Halt
werden grundsätzlich bis zum entsprechenden Zielsignal,
in der Regel das nächste Hauptsignal, überwacht. Das gilt
auch, wenn dies es Signal zwischenzeitlich eine geringere
oder keine Beschränkung anzeigt. Die Information hierüber
kann erst durch den Datenpunkt am Zielsignal übermittelt
werden.
Damit in bestimmten Fällen die aktuelle Signalisierung
schon früher übermittelt wird, kann ein zusätzlicher Daten-
punkt des Zielsignals in einem größeren Abstand davor ver-
legt sein. An diesem Datenpunkt wird dann die Überwa-
chung entsprechend der aktuellen Signalisierung schon vor
Erreichen des Zielsignals aktualisiert.
Die Aktualisierung umfasst das Übermitteln einer unverän-
derten, geringeren oder entfallenen Beschränkung sowie
der Haltstellung.
Die Überwachung von Geschwindigkeitswechseln erfolgt
im Betriebszustand
- Zugfahrt
- Befehlsfahrt (Für Zugfahrten , die auf die zulässige
Streckengeschwindigkeit gemäß Abschnitt 5 (7) über-
wacht werden).
Ab Hauptsignal, Vorsignal oder Signal Lf 6 überwacht ZBS
die Geschwindigkeitsverminderung bis zu der Stelle an der
die angekündigte Geschwindigkeit erreicht sein muss (Sig-
nal Lf 7).
Ab Signal Lf 7 überwacht ZBS die angekündigte Geschwin-
digkeit.
Die aktuellen Anzeigen der Anzeige- und Bedieneinrichtung
werden durch die Überwachung von Geschwindigkeits-
wechseln nicht beeinflusst.
Die Überwachung vorübergehender Langsamfahrstellen
kann durch den Einsatz von zusätzlichen Datenpunkten im
Netz erfolgen.
Überwachung
ohne Signal ak-
tualisieren
Überwachen
von Geschwin-
digkeitswech-
seln
Überwachen
von vorüberge-
henden Lang-
samfahrstellen
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Die Überwachung von vorübergehenden Langsamfahrstel-
len erfolgt im Betriebszustand
- Zugfahrt
- Rangierfahrt
- Befehlsfahrt (Z)
- Befehlsfahrt (R)
- Befehlsfahrt (Für Zugfahrten, die auf die zulässige
Streckengeschwindigkeit gemäß Abschnitt 5 (7) über-
wacht werden).
Ab der Ankündigung einer vorübergehenden Langsamfahr-
stelle überwacht ZBS die Geschwindigkeitsverminderung
bis zum Erreichen der Stelle an dem die angekündigte Ge-
schwindigkeit erreicht sein muss (Signal Lf 2).
Im Bereich der vorübergehenden Langsamfahrstelle über-
wacht ZBS die angekündigte Geschwindigkeit.
Die aktuellen Anzeigen der Anzeige- und Bedieneinrichtung
werden durch die Überwachung von vorübergehenden
Langsamfahrstellen nicht beeinflusst.
Ab dem Signal Bü 0 überwacht ZBS die Geschwindigkeits-
verminderung vor Erreichen des Bahnübergangs. Der Be-
reich der Freigabegeschwindigkeit beginnt vor dem Bahn-
übergang. Nach dem Anhalten und während des Befahrens
wird eine Freigabegeschwindigkeit von 15 km/h überwacht.
Die Überwachung endet, wenn die Zugspitze die Mitte des
Bahnübergangs erreicht hat.
Die Anzeigen des Leuchtmelders „G“, der Zielgeschwindig-
keit und der Freigabegeschwindigkeit erfolgen analog wie
bei „Überwachen auf Halt“. Sie überschreiben ggf. vorhan-
dene Anzeigen einer laufenden Überwachung zum folgen-
den Hauptsignal.
In den Betriebszuständen „Rangierfahrt“ und „Befehlsfahrt“
wird die aktive Überwachung des Befahrens eines gestör-
ten Bahnübergangs nur mit Zielgeschwindigkeit "0" ange-
zeigt.
Ist ein Datenpunkt als gestört bekannt, ist eine Vorbeifahrt
mit wirksamer Bedienung des Tasters „Befehl“ möglich. Da-
bei:
- wird in den Betriebszustand „Bereitschaft B“ mit Über-
wachungsgeschwindigkeit 25 km/h gewechselt und
- der Leuchtmelder „Ü“ erlischt.
Befahren ge-
störter Bahn-
übergänge
Zulässige Vor-
beifahrt an ge-
störten Daten-
punkten
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Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Der Betriebszustand „Bereitschaft B“ bleibt bis zum Errei-
chen eines Signals bzw. Datenpunktes erhalten, an dem die
Überwachung wieder aktualisiert werden kann (Systemauf-
nahme).
Während einer statischen Zwangsbremsung wird
- der Leuchtmelder „S“ in Dauerlicht geschaltet,
- nur ggf. der Leuchtmelder „A“ angeschaltet und
- die Ist -Geschwindigkeit und die vorgewählte Ge-
schwindigkeit angezeigt.
Alle anderen Anzeigen werden über die Dauer der stati-
schen Zwangsbremsung abgeschaltet.
Während einer dynamischen Zwangsbremsung bleiben alle
bestehenden Anzeigen erhalten. Zusätzlich leuchtet der
Leuchtmelder „S“ über die Dauer der Zwangsbremsung .
Bei Dauerbedienung der Taster „Frei“, „Befehl“ oder von
Tastern der Anzeige - und Bedieneinrichtung erfolgt nach
fest gelegter Zeit die Anzeige „D“ in der Betriebszustands-
anzeige. Die Taster „Frei“ und „Befehl“ werden bei Dauer-
bedienung unwirksam.
Eine Sprachausgabe im Führerraum informiert über Ereig-
nisse im Zusammenhang mit der Überwachung durch das
ZBS (Tabelle 5). Darüber hinaus kann die Sprachausgabe
fahrzeugspezifisch Informationen über Ereignisse aus an-
deren Fahrzeugsystemen erzeugen.
Anzeigen bei
statischer
Zwangsbrem-
sung
Anzeigen bei
dynamischer
Zwangsbrem-
sung
Anzeige der
Tasterdauerbe-
dienen
Sprachausgabe
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Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Text für die
Ansagen
Sachverhalt Kriterien für den
Beginn der Ansagen
Kriterien für das
Beenden der
Ansagen
„Geschwindig-
keit“
(wiederholend)
Unzulässige
Geschwindig-
keit
Ist-Geschwindigkeit
überschreitet momen-
tan überwachte Ge-
schwindigkeit
Ist-Geschwindigkeit
unterschreitet momen-
tan überwachte Ge-
schwindigkeit
„Test“ Test der ZBS-
Fahrzeugein-
richtung
Bedienung Taster
„Test“
nach einmaliger An-
sage
„Befehl“
(zügig wieder-
holend wäh-
rend der Bedie-
nung des Be-
fehlstasters)
Quittung für
wirksame Be-
fehlstasterbe-
dienung
Bedienung des Tas-
ters „Befehl“
bei Loslassen des
Tasters „Befehl“
bei Dauerbetätigung
(Ende der Ansage gilt
als Rücknahmeauffor-
derung
nach akzeptierter Be-
dienung (Übergang in
den Betriebszustand
„Befehlsfahrt“)
„Störung“ Bedingungen
zum Anschal-
ten des Leucht-
melders "A"
sind gegeben
Anschalten des
Leuchtmelders „A“
Nach einmaliger An-
sage
"Überwachung"
(optional)
Bedingungen
zum Anschal-
ten des Leucht-
melders "G"
sind gegeben
Anschalten des
Leuchtmelders „G“
Nach einmaligerAn-
sage
Tabelle 5: Sprachausgabe
Soll der Betriebszustand „Bereitschaft X“ manuell einge-
stellt werden, muss sich der Richtungswähler vorher in Stel-
lung „0“ befinden. Anschließend sind folgende Bedienhand-
lungen vorzunehmen:
- Taster „System aus“ betätigen
- Richtungswähler in Stellung "Vorwärts" schalten
- Taster „System aus“ loslassen
Anschließend wird der Betriebszustand in der Bedien- und
Anzeigeeinrichtung angezeigt.
Betriebszustand
„Bereitschaft X“
manuell einstel-
len
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
Punktförmige Datenübertragungssysteme
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Beenden der Fahrt
Vor Verlassen des Fahrzeugs ist die Triebfahrzeugführer -
Kennung zu löschen.
Nach Nullstellung des Richtungswählers erlöschen die
Leuchtmelder und Anzeigen auf der Anzeige- und Bedien-
einrichtung. Eine evtl. anstehende ZBS -Zwangsbremsung
wird am Leuchtmelder "S" weiterhin angezeigt.
Mit Verschließen des Fahrschalters wird eine evtl. anste-
hende ZBS-Zwangsbremsung am Leuchtmelder "S" nicht
mehr angezeigt. Die ZBS-Fahrzeugeinrichtung geht in den
Systemzustand „Selbsthaltung“ über. Es beginnt die Daten-
haltezeit.
Nach Ablauf der Datenhaltez eit oder bei Bewegung des
Fahrzeugs werden die gespeicherten Streckendaten ge-
löscht und die Zuglänge wird auf den Maximalwert gesetzt.
Nach Ablauf der Selbsthaltezeit schaltet sich die ZBS-Fahr-
zeugeinrichtung ab.
Unregelmäßigkeiten
Der Ausfall der Batteriespannung oder das Ausschalten des
Leitungsschutzschalters "ZBS" führt zum vollständigen
Ausfall sämtlicher Funktionen des ZBS -Fahrzeuggerätes.
Das spannungslose Fahrzeuggerät führt zum Öffnen der
Bremsleitung. Die Brem sleitung kann durch Einschalten
des ZBS-Überbrückungsschalters geschlossen werden.
Bei eingeschaltetem ZBS-Überbrückungsschalter führt das
Einschalten bzw. Aktivieren der Fahrzeugeinrichtung (Fahr-
schalter auf schließen, Richtungswähler in Stellung "Vor-
wärts") in den Systemzustand "Störbetrieb".
Für die Fahrt mit überbrückter ZBS -Fahrzeugeinrichtung
sind die hierfür getroffenen betrieblichen
Regelungen zu beachten.
Kann das Öffnen der Bremsleitung im Systemzustand
"Test" nicht festgestellt werden, ist die ZBS -Fahrzeugein-
richtung als gestört zu betrachten. Der Überbrückungs-
schalter einzuschalten.
Ist eine durch das ZBS -Fahrzeuggerät ausgegebene
Zwangsbremsung bei Einhaltung der Voraussetzungen zur
Rücknahme nicht lösbar, ist der ZBS-Überbrückungsschal-
ter einzuschalten.
Tf-Kennung lö-
schen
ZBS deaktivie-
ren
Fahrschalter
verschließen
Datenhaltezeit
Selbsthaltezeit
Spannungsver-
sorgung
Überbrückungs-
schalter einge-
schaltet
Unregelmäßig-
keiten beim Test
Zwangsbrem-
sung lässt sich
nicht lösen
Bahnbetrieb Zugbeeinflussungsanlagen bedienen
Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Wird beim Befahren von -Datenpunkten eine gestörte Da-
tenübertragung festgestellt, erfolgt durch das ZBS eine dem
Datenpunkt entsprechende Sicherheits - bzw.
Meldereaktion.
Die Meldereaktion ist das zeitlich begrenzte Anschalten des
Leuchtmelders "A".
Die Sicherheitsreaktion ist die Zwangsbremsung in Verbin-
dung mit dem Anschalten des Leuchtmelders "A" über die
Dauer der Zwangsbremsung.
Die Wertigkeit der Übertragungsstörung bestimmt die
Melde- oder Sicherheitsreaktion:
- nur Meldereaktion
- statische Zwangsbremsausgabe niedriger Priorität
- statische Zwangsbremsausgabe hoher Priorität
Bei statischen Zwangsbremsungen hoher Priorität (Lösen
mit Taster "Befehl" möglich) im Zusammenhang mit dem
Leuchtmelder "A" gelten besondere betriebliche Regelun-
gen zu Störungen an ZBS-Streckeneinrichtungen.
Eine Störung der Wegmesssensoren wird durch den blin-
kenden Leuchtmelder „A“ mit folgender zeitlicher Abfolge
angezeigt:
- Beim erstmaligen Auftreten einer Odometriestörung
wird der Leuchtmelder „A“ dauerhaft blinkend ange-
steuert, bis der Fahrtrichtungswähler in Stellung „0“
geschaltet wird.
- Liegt eine remanent gespeicherte Odometriestörung
vor und der Fahrtrichtungswähler wird auf Stellung „V“
geschaltet, wird der Leuchtmelder „A“ für 10 Sekun-
den blinkend angesteuert.
- Liegt eine remanent ge speicherte Odometriestörung
länger als zwölf Tage vor und der Fahrtrichtungswäh-
ler wird auf Stellung „V“ geschaltet, wird der Leucht-
melder „A“ dauerhaft blinkend angesteuert.
Die Überwachungsgeschwindigkeit ist in diesem Zustand
um ca. 2 -3 km/h reduziert. Zur Vermeidung von ZBS -
Zwangsbremsungen ist die Ist-Geschwindigkeit zu reduzie-
ren.
Die Störung kann sich beim Befahren von ZBS-Streckenbe-
reichen selbstständig zurücksetzen.
gestörte Daten-
übertragung
Odometrie-
Störung
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Zugbeeinflussungsanlagen bedienen;
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Bleibt die Störung über einen längeren Zeitraum bestehen
(14 Tage), wechselt di e ZBS -Fahrzeugeinrichtung
automatisch in den Störbetrieb.